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Umgang mit geistig behinderten Menschen thematisiert

02.10.201709:12 UhrGesundheit & Medizin
Bild: Umgang mit geistig behinderten Menschen thematisiert

(openPR) Fachtag zog großes Interesse auf sich – Schmerzerkennung essentiell

Rummelsberg. Bereits zum fünften Mal zog der Fachtag „Medizin für Menschen mit geistiger Behinderung“ das Interesse von Pflegekräften auf sich, die in ihrer täglichen Arbeit Menschen mit Behinderung unterstützen und begleiten. Die Klinik für Neurologie hatte ins Krankenhaus nach Rummelsberg eingeladen. Alltagsrelevante Themen wie Bewegungsstörungen, Probleme beim Sehen, Diagnostik und Therapie von Schmerzen sowie der Nutzen von Hilfsmitteln wurden behandelt. „Der große Zustrom an Teilnehmern hat gezeigt, dass wir auch bei der fünften Auflage spannende Themen in den Mittelpunkt gestellt haben“, so Dr. Frank Kerling, Initiator und leitender Oberarzt der Klinik für Neurologie.

Chefarzt PD Dr. Martin Winterholler eröffnete den Fachtag mit einem Vortrag zum Thema „Bewegungsstörungen“. Dabei ging der Mediziner darauf ein, dass Emotionen und Bewegung ganz eng miteinander einhergehen – speziell auch bei Menschen mit geistiger Behinderung. Den Schwerpunkt seines Vortrag nahmen hyperkinetische Bewegungsstörungen wie Spastiken ein, wobei ein zu viel an Bewegung vorliegt. Winterholler betonte dabei, den Menschen und sein Krankheitsbild ganzheitlich zu betrachten: „Eine Veränderung der Bewegung kann immer auch ein Ausdruck seelischen Ungleichgewichts sein.“ Anhand von Videomaterial aus der Praxis konnten die Teilnehmer einen guten Überblick über Bewegungsstörungen und deren Vielfalt bekommen und wie man diese behandelt.

Beeinträchtigungen des Sehnervs nur im Kleinkindalter korrigierbar

Prof. Dr. Martin Nentwich von der Augenklinik des Unversitätsklinikums Würzburg referierte über Augenheilkunde bei geistig behinderten Menschen. „Mit 83 Prozent ist das Auge unsere Hauptquelle der Informationsaufnahme und –Verarbeitung“, so Nentwich, der die Amblyopie, eine sogenannte Schwachsichtigkeit, in den Mittelpunkt seines Vortrags stellte. Mit einfachen Mitteln wie dem Brücknertest lasse sich schnell feststellen, ob sehtechnisch alles in Ordnung sei oder ob eine Beeinträchtigung vorliege. Entscheidend sei es, so Nentwich, frühzeitig zu reagieren, da diese Fehlentwicklung nur im Kleinkindalter korrigiert werden kann. „Eine Fehlentwicklung der Sehbahn im Gehirn ist nach den ersten Lebensmonaten nicht mehr korrigierbar. Gerade bei bekannten genetischen Erkrankungen in der Familie sollten Kleinkinder rechtzeitig beim Kinderaugenarzt vorgestellt werden“.

Enormer Aufwand, die Ursachen für Schmerzen herauszubekommen

Prof. Dr. Peter Martin von der Seguin-Klinik behandelte das Thema „Schmerzen“. Dabei versuchte der Mediziner die Sinne der Anwesenden zu schärfen: „Bereits subtilste Veränderungen im Verhalten können auf einen schmerzhaften Prozess hindeuten“. Solche Veränderungen würden sich beispielsweise in einem Rückzug oder in einer verminderten Aktivität des Betroffenen äußern. „Diese Entwicklung kann man nur feststellen, wenn man das sonst übliche Verhalten der Patienten oder zu Pflegenden kennt“, so Martin. Oftmals seien es keine großen Sachen wie eine Blinddarmentzündung, aber die Krux sei es, die Signale rechtzeitig zu erkennen, damit die vermeintlich kleine Sache schnell erkannt wird und nicht im schlimmsten Falle zum Tode führe. „Wir müssen uns bewusst sein, dass Schmerzerkennung und Schmerzmanagement stark von der Einstellung des Pflegepersonals abhängig sind, aber der Mediziner muss auch immer an syndromunspezifische Schmerzursachen denken.“ Sobald eine Verhaltensänderung feststellbar sei, müsse man immer auch an das Schmerzthema denken. Ungeachtet dessen sei es ein großer Aufwand bei Menschen mit Entwicklungsstörungen, die Ursachen für Schmerzen herauszubekommen.

„Mit guter Orthesenversorgung kann eine Spastik verschwinden“

Prof. Dr. Strobl, Chefarzt der Klinik für Kinder-, Jugend- und Neuroorthopädie in Rummelsberg, widmete sich der Hilfsmittelversorgung, bekräftigte aber den Kollegen aus der Seguin-Klinik: „Die Schmerzhäufigkeit wird bei diesem Patientenklientel oftmals unterschätzt.“ Die Kunst in Sachen Hilfsmittelversorgung sei die Balance zwischen Stabilität und Mobilität. Dabei vertrat der Kinder- und Neuroorthopäde die Ansicht, nicht den Muskel durch Botolinumtoxin oder ähnliches zu schwächen, sondern ihn zu stärken. „Mit einer guten Orthesenversorgung kann eine Spastik verschwinden“, betonte Strobl, der neben der Kräftigung der Muskeln auch auf eine Stabilisierung der Gelenkachsen setzt. Wichtig dabei sei, dass jede Orthese so gut sein muss, dass sie der Patient auch tatsächlich verwendet.

Wissen in Workshops vertieft

Am Nachmittag konnten die Anwesenden in Workshops und Kleingruppen ihr Wissen in verschiedenen Bereichen im Umgang mit geistig behinderten Menschen vertiefen. Neben der richtigen Erkennung und Dokumentation von epileptischen Fällen konnten die Teilnehmer auch die Themenfelder „Problemverhalten bei Menschen mit Autismus“, „Unterstützte Kommunikation“ und „Selbstbestimmte Sexualität“ erörtern. Frank Kerling, Initiator des Fachtags, zog eine positive Bilanz und gab bereits den Termin der sechsten Auflage bekannt: „Die Betreuer und Pflegekräfte der Menschen mit geistiger Behinderung leisten einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Mit dieser Veranstaltung tragen wir dazu bei, dass kritische Situationen im Alltag schneller erkannt werden können und die Betroffenen vom Wissen der Fachkräfte profitieren. Auf diesem Gebiet gibt es ständig neue Entwicklungen, so dass wir auch im nächsten Jahr, am 26. September 2018, die sechste Auflage des Fachtags ausrichten. Unser Ziel muss es sein, die Lebensqualität von Betroffenen zu erhöhen.“

Bildunterschrift:
Schärfte die Sinne der Anwesenden, die Veränderungen bei geistig behinderten Menschen zu hinterfragen, um so auf den Grund der Bewegungsstörung zu kommen: Chefarzt PD Dr. Martin Winterholler.

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