openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Mit einem fliegenden Teleskop ferne Welten aufspüren

27.09.201713:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Mit einem fliegenden Teleskop ferne Welten aufspüren
Die Boeing 747-SP mit dem Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie SOFIA, einem Projekt von NASA und DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt). (© NASA/USRA)
Die Boeing 747-SP mit dem Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie SOFIA, einem Projekt von NASA und DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt). (© NASA/USRA)

(openPR) Forscher der Universität Bern haben mit einem Observatorium an Bord eines Jumbojets beobachtet, wie der extrasolare Planet GJ 1214b vor seinem Stern hindurchzieht und so eine Art Minifinsternis auslöst. Die ersten derartigen Messungen mit der Sternwarte namens SOFIA (kurz für Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie) beweisen, dass sich das fliegende Observatorium gut für die Beobachtung von Exoplaneten eignet.



---
Bei SOFIA handelt es sich um ein 2.5-Meter-Teleskop, eingebaut in eine Boeing 747-SP – ein amerikanisch-deutsches Projekt. «Die Sternwarte fliegt etwas höher als kommerzielle Flugzeuge», erklärt Daniel Angerhausen vom Center for Space and Habitability (CSH) der Universität Bern: «In diesem Sinn ist SOFIA ein Weltraumteleskop, das jeden Morgen nach Hause zurückkehrt.» Der CSH-Forscher hatte bereits früher mehrere Testflüge absolviert, doch die jüngsten Beobachtungen waren bisher einzigartig. «Erstmals konnten wir alle auf SOFIA verfügbaren Instrumente für die Erforschung meines Spezialgebiets einsetzen: Transite von extrasolaren Planeten», erklärt Daniel Angerhausen.

Läuft ein Planet ausserhalb des Sonnensystems von uns aus gesehen direkt vor seinem Mutterstern hindurch, verdeckt der Planet Teile des Sterns und macht ihn ein wenig dunkler wie bei einer Mini-Finsternis. Ein Teil des Sternenlichts dringt jedoch durch die Atmosphäre des Planeten bis zu uns. Dieses Licht kann Auskunft über Zusammensetzung, Temperatur, Druck und andere Eigenschaften der Planeten-Atmosphäre geben. «Wenn wir diese Transite vom Boden aus beobachten, sogar von den besten Orten in Chile oder Hawaii, passiert das Licht nicht nur die Exoplaneten-, sondern auch die Erd-Atmosphäre, was unsere Messungen gefährdet», erklärt der Wissenschaftler: «Deshalb ist es so wichtig, dass wir mit SOFIA hoch hinaus gelangen.»

Aufgeblasener Gesteinsplanet oder geschrumpfter Neptun aus Gas oder Eis

Beobachtungsziel war GJ 1214b, eine Art Super-Erde oder Mini-Neptun. Diese Klasse mittelgrosser Exoplaneten kommt relativ häufig vor – ausser in unserem Sonnensystem. Hier gibt es kein einziges Exemplar davon. Mit ihren Beobachtungen sammelten Daniel Angerhausen und sein internationales Team, zu dem auch der CSH-Forscher Daniel Kitzmann gehörte, Daten, um herauszufinden, ob GJ 1214b eher ein aufgeblasener Gesteinsplanet oder ein geschrumpfter Neptun aus Gas oder Eis ist. In der Fachzeitschrift «Astronomy & Astrophysics» haben die Forschenden ihre Messungen jetzt veröffentlicht. «Unsere Ergebnisse geben zwar einige neue Anhaltspunkte, aber noch keine endgültige Erkenntnis zur Beschaffenheit von GJ 1214 b», fasst Daniel Angerhausen zusammen.

Wichtiger ist für ihn jedoch, dass die neusten Beobachtungen beweisen, wie gut sich das fliegende Teleskop für die Exoplaneten-Forschung eignet. «Wir konnten mit den Instrumenten anderthalb bis zwei Mal über die theoretische Grenze hinausgehen», sagt der Experte: «Die Empfindlichkeit ist damit genügend hoch, so dass SOFIA in Zukunft in der Exoplaneten-Transit-Liga mitspielen kann, zusammen mit dem Hubble- oder dem Spitzer-Weltraumteleskop.» Auch wenn SOFIA wohl kein hart arbeitender Stammspieler wie diese beiden werde, könne es für besondere Spielzüge eingesetzt werden und Spezialaufgaben erfüllen, die sonst nicht gelöst würden. Schon jetzt freut sich Daniel Angerhausen auf die Exoplanetenjagd während vieler künftiger Stratosphärenflüge.

Angaben zur Publikation:

D. Angerhausen et al.: Simultaneous multicolor optical and near-IR transit photometry of GJ 1214b with SOFIA, Astronomy & Astrophysics, August 2017 https://arxiv.org/abs/1708.07033

Kontakt:

Dr. Daniel Angerhausen
Center for Space and Habitability (CSH), Universität Bern
Telefon +41 31 631 5916 / E-Mail

Weitere Informationen:
- http://www.unibe.ch/aktuell/medien/media_relations/medienmitteilungen/2017/medienmitteilungen_2017/mit_einem_fliegenden_teleskop_ferne_welten_aufspueren/index_ger.html
- https://www.youtube.com/watch?v=y-W3xoOu0NE

Quelle: idw

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 971107
 428

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Mit einem fliegenden Teleskop ferne Welten aufspüren“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Universität Bern

Bild: Versteinerte Flüsse zeichnen die Landschaftsentwicklung aufBild: Versteinerte Flüsse zeichnen die Landschaftsentwicklung auf
Versteinerte Flüsse zeichnen die Landschaftsentwicklung auf
Bergstürze und reissende Wildbäche begannen vor rund 25 Millionen Jahren das Bild der heutigen Alpen zu prägen. Innerhalb weniger Millionen Jahre entstanden aus einer ursprünglich hügeligen Landschaft die tiefen und steilen Alpentäler. Dank digitaler Technologien konnten Berner Geologen diese Entwicklung anhand versteinerter Flussläufe erstmals rekonstruieren. --- Innerhalb von einem – geologisch betrachtet – kleinen Zeitraum von nur fünf Millionen Jahren entstand das Bild der heutigen Alpen mit V-förmigen Tälern und steilen Talflanken. Zu d…
Bild: Sensorgesteuerter Roboter soll höchste Sicherheit bei Wirbelsäulenoperationen ermöglichenBild: Sensorgesteuerter Roboter soll höchste Sicherheit bei Wirbelsäulenoperationen ermöglichen
Sensorgesteuerter Roboter soll höchste Sicherheit bei Wirbelsäulenoperationen ermöglichen
Forschende der Universität Bern, des Inselspitals Bern und des Schweizer Zentrums für Elektronik und Mikrotechnologie entwickeln gemeinsam mit Partnern aus der Industrie einen hochpräzisen, sensorgestützten Operationsroboter für Wirbelsäulenoperationen. Ihr Projekt wird vom Förderungsangebot «BRIDGE» des Schweizerischen Nationalfonds und der Kommission für Technologie und Innovation mit zwei Millionen Franken unterstützt. --- Im Rahmen des Projekts «Towards Intelligent Sensor-enhanced Robotic Neurosurgery» entwickeln Andreas Raabe von der Un…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Sicher mit Merlo: Merlo Deutschland für sicheren Umgang mit Teleskop-MaschinenBild: Sicher mit Merlo: Merlo Deutschland für sicheren Umgang mit Teleskop-Maschinen
Sicher mit Merlo: Merlo Deutschland für sicheren Umgang mit Teleskop-Maschinen
Die Merlo Deutschland GmbH äußert sich aktuell zum Thema „Sicherer Umgang mit Teleskop-Maschinen“. Gemeinsam mit wichtigen Organisationen der Arbeitssicherheit entstand eine Übersicht der wesentlichen gültigen Gesetze und Vorschriften für Anwender von Teleskop-Technik. Das Unternehmen engagiert sich seit über zwanzig Jahren für hohe doch marktsensible …
Bild: Neuer Standard: kleine Stadt, kleiner MerloBild: Neuer Standard: kleine Stadt, kleiner Merlo
Neuer Standard: kleine Stadt, kleiner Merlo
Kommunaler Bauhof spart mit kompaktem Teleskopen auf hohem Niveau Stapler, Lader und Bühne in einem wünschte sich Thomas Kohlbrand, Technischer Leiter der südfränkischen 4.600-Personen-Stadt „Heideck“. Passend zur kleinen Kommune sollten Kosten und Abmessungen der Neuanschaffung überschaubar bleiben. Eine kompakte Merlo Teleskop-Maschine bewegt seit …
Bild: Stabilo 12V Teleskop-Stangenleuchte – im Notfall schnell griffbereitBild: Stabilo 12V Teleskop-Stangenleuchte – im Notfall schnell griffbereit
Stabilo 12V Teleskop-Stangenleuchte – im Notfall schnell griffbereit
Die Stabilo 12 Volt Stangenleuchte “Teleskop” präsentiert sich als wahrer Allrounder und findet Anwendung in Landwirtschaft, Werkstatt und in jedem Haushalt. Jeder Landwirt hatte mit Sicherheit schon einmal das Problem einer defekten Lichtanlage. Egal ob normaler Anhänger an Traktor oder Auto, Güllefass oder Düngerstreuer – defektes Licht kostet viel …
Bild: Wer hat‘s erfunden? Zwei Schweizer machen die Wasserwage zu einem High-Tech PräzisionsgerätBild: Wer hat‘s erfunden? Zwei Schweizer machen die Wasserwage zu einem High-Tech Präzisionsgerät
Wer hat‘s erfunden? Zwei Schweizer machen die Wasserwage zu einem High-Tech Präzisionsgerät
… Erfinder Herr Kränzlin und Herr Scheibler ihre zahlreichen Überlegungen, wie durch technische Geräte das Leben erleichtert werden könne, die Teleskop-Wasserwaage mit einem integriertem Distanzmesser entwickelt, um passgerechte Ausrichtungen gewährleisten zu können. http://www.patent-net.de/go/76 Herr Kränzlin beschreibt: „Bei den auftauchenden Umständlichkeiten …
Bild: Aussenwerbung mit Giantpole.deBild: Aussenwerbung mit Giantpole.de
Aussenwerbung mit Giantpole.de
… Hannover, Anbieter und Dienstleister in den Bereichen Aussenwerbung und Werbetechnik, relauncht die Internetseite Giantpole.de mit neuem Design. Der Giantpole ist ein mobiler Teleskop-Fahnenmast, der von der Easydisplay GmbH in den Markt für mobile Aussenwerbung eingeführt worden ist. Seither erfreut sich der mobile Teleskop-Fahnenmast großer Beliebtheit …
Das AR-Teleskop - Eine ausgezeichnete Innovation
Das AR-Teleskop - Eine ausgezeichnete Innovation
Für ihre innovative Entwicklung "XC-01 Ein Augmented Reality Teleskop" erhielten die beiden Fraunhofer-Forscher Dr.-Ing. Didier Stricker und Dipl.-Designer Michael Zöllner den diesjährigen Innovationspreis der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI). Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wurde im Rahmen der GI-Jahrestagung am 4. Oktober 2006 in Dresden verliehen. …
Bild: Merlo blickt zur Agritechnica in sein Gestern und HeuteBild: Merlo blickt zur Agritechnica in sein Gestern und Heute
Merlo blickt zur Agritechnica in sein Gestern und Heute
Auf der Agritechnica zeigt Merlo seine erste Teleskop-Maschine, den 1981er SM 30. Ein in Deutschland restaurierter Oldtimer steht neben aktuellen Modellen und Neuem im Detail. Seit 1981 produziert Merlo SpA Teleskop-Maschinen. Im 30. Jahr unterstreicht der Hersteller seine Spezialisierung mit dem ersten Modell SM 30. Merlo Deutschland machte anlässlich …
Ein gutes Jahr Zusammenarbeit
Ein gutes Jahr Zusammenarbeit
… in Bad Oeynhausen. Hier die Geschichte zum Jubiläum: Ein durch die Fa. Schambach Fördertechnik aus Worms langjährig betreuter Kunde orderte im Herbst letzten Jahres mehrere Groß Teleskope für die Nordumgehung der A 30 in Bad Oeynhausen. Der nächst gelegene PartnerLIFT Betrieb, der diese Großgeräte liefern konnte, war schnell gefunden. Es handelt sich …
Bild: Schutz gegen SpäneBild: Schutz gegen Späne
Schutz gegen Späne
… Faltenbälge [HALLTECH – The Bellows Company]. Aber der sollte es ja wissen. Aus diesem Grunde wurde das Programm für diesen Einsatzbereich mit sogenannten Teleskop-Federn erweitert. Teleskop-Federn – auch Spiralfedern genannt – bestehen aus einem spiralförmig gewundenem, hochwertigen Federstahlband mit arondierten Kanten. Sie dienen nicht nur dem Unfallschutz, …
Bild: Neues Teleskop in der Sternwarte GaisbergBild: Neues Teleskop in der Sternwarte Gaisberg
Neues Teleskop in der Sternwarte Gaisberg
Nach einer 15monatigen Planungs, Bau und Inbetriebnahmephase ist es nun endlich einsatzbereit. Das neue 700 mm Newtonteleskop. Nachdem das 600mm Teleskop bei einigen Beobachtungen an seine technischen und optischen Grenzen stieß, wurde vor ca. 1 ½ Jahren der Entschluss gefasst, ein neues, grösseres Instrument zu konzeptionieren und auszuführen. Dabei …
Sie lesen gerade: Mit einem fliegenden Teleskop ferne Welten aufspüren