(openPR) Luanda – Am 23. August wählt Angola einen neuen Präsidenten. Der schwerkranke Amtsinhaber José Eduardo Dos Santos führte das Land 37 Jahre lang und tritt nicht mehr an.
Die Nachfolge tritt aller Wahrscheinlichkeit nach Verteidigungsminister João Lourenço an, Kandidat und ehemaliger Generalsekretär der regierenden Partei MPLA. Seit 2014 ist er Vizepräsident der Nationalversammlung. Kritischen Stimmen zufolge sind von ihm keine weitreichenden Reformen zu erwarten.
Bislang stellt die Opposition nur knapp ein Fünftel der Stimmen im Parlament. Die größte Oppositionspartei UNITA beklagt zwar fehlende Transparenz im Wahlprozess, tritt aber
trotzdem bei den Wahlen an. Experten zufolge sind die Chancen jedoch eher gering. UNITA und die Jugendbewegung „Movimento Revolucionário“ rufen derzeit überall im Land zu
Demonstrationen auf.
Die hohe Abhängigkeit vom Ölpreis sorgte seit 2016 für eine weitgehende Stagnation der angolanischen Wirtschaft. Neunzig Prozent der Deviseneinnahmen und fünfzig Prozent
des Staatshaushaltes werden bislang über das Ölgeschäft finanziert. Eine der Hauptaufgaben für die neue Regierung wird daher in der Diversifizierung der Wirtschaft liegen.
Erste Schritte wurden bereits von der amtierenden Regierung gemacht. Mit einem 2015 verabschiedeten Investitionsförderungsrecht hat man versucht, Investitionen vor allen in den
Bereichen Bergbau, Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung voranzutreiben.
Potenzielle Investoren klagen aber nach wie vorüber bürokratische Hürden und mangelnde Transparenz.









