openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Sprühanwendungen gegen Eichenprozessionsspinner bewerten

21.09.201710:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Exposition von Beschäftigten und unbeteiligten Dritten ermittelt

---
Die Raupe des Eichenprozessionsspinners produziert in ihren Brennhaaren ein starkes Nesselgift. Daher müssen die Larven dieses Schmetterlings oft bekämpft werden, wenn sie Eichen in Wohngebieten oder öffentlich zugänglichen Bereichen befallen. Dies kann durch das Versprühen entsprechender Mittel erfolgen. Jedoch standen bislang keine Daten für diese biozide Anwendung zur Verfügung, um Risiken für die Beschäftigten und unbeteiligte Dritte abschätzen zu können. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) schloss diese Lücke. In Feldstudien untersuchte sie, wie stark Beschäftigte oder unbeteiligte Dritte bei Sprühanwendungen den verwendeten Wirkstoffen ausgesetzt sind. Der Bericht „Vergleichende Untersuchung zur Exposition von Arbeitnehmern und Dritten bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners mittels Sprühanwendungen“ ist jetzt erschienen. Während unbeteiligte Dritte bei ausreichendem Abstand vergleichsweise gering exponiert sind, sind die Anwender besonders dann stärker belastet, wenn sie das Mittel handgeführt statt mit einer Sprühkanone versprühen. Anhand der Daten wurde ein zuverlässiges Modell entwickelt, das bei der Zulassung von Biozidprodukten eingesetzt wird.



Der Eichenprozessionsspinner befällt Eichen, die sich auch in der Nähe von Wohngebieten und öffentlichen Bereichen wie Parks oder Alleen befinden können. Ab dem dritten Larvenstadium entwickeln seine Raupen Brennhaare, die das starke Nesselgift Thaumetopoein enthalten. Der Kontakt mit den Brennhaaren führt zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Hautirritationen, Atembeschwerden oder pseudoallergischen Reaktionen. Vor dem dritten Larvenstadium können die Raupen per Sprühanwendung mit Insektiziden bekämpft werden.

Erfolgt die Bekämpfung des Spinners mit Insektiziden zum Schutz des Menschen, greift die europäische Biozidverordnung. Dabei dürfen in der Europäischen Union zum Schutz von Mensch, Tier und Umwelt nur Biozidprodukte verwendet werden, wenn ihre sichere Verwendung geprüft und sie zugelassen wurden. Im Zulassungsverfahren für Biozidprodukte erfolgt deshalb eine Risikobewertung, die auf einer Expositionsabschätzung beruht. Das BAuA-Projekt schloss eine Datenlücke, da Expositionsdaten im Bereich der bioziden Anwendung bislang fehlten. Dazu begleitete die BAuA drei schädlingsbekämpfende Firmen und führte Messungen bei der Ausbringung der Mittel durch. Die Sprühanwendung erfolgte dabei mit handgeführten Motorsprühgeräten oder mit Sprühkanonen. Die Messungen erfassten, wie stark die Beschäftigten dem Wirkstoff über die Haut und die Atemwege ausgesetzt waren. Sie berücksichtigten alle mit den Anwendungen zusammenhängenden Tätigkeiten, die von der Zubereitung der Sprühbrühe über die Anwendung bis hin zur Reinigung der Geräte reichen.

Die Auswertung der Daten zeigt, dass die Beschäftigten bei der Arbeit mit einem Motorsprühgerät stärker dem Sprühnebel ausgesetzt sind als bei der Arbeit mit einer Sprühkanone, bei der sie sich während der Ausbringung in der Fahrerkabine befinden. Bei beiden Anwendungsverfahren kommen die Anwender jedoch schon während des Ansetzens der Sprühbrühe und dem Befüllen des Tanks mit dem Wirkstoff in Berührung. Unbeteiligte Dritte sind im Vergleich zu Anwendern deutlich niedriger belastet, wenn sie sich in einem Abstand von mehr als fünf Metern zum Sprühnebel befinden.

Durch systematische Auswertung der Messergebnisse wurde eine Datenbasis geschaffen, mit der die Risiken von Beschäftigten und unbeteiligten Dritten bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners durch Sprühanwendungen bewertet werden können. Dies ist eine wichtige Voraussetzung sowohl für die Zulassung von Biozidprodukten als auch für die Festlegung passgerechter Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten und unbeteiligter Dritter.

"Vergleichende Untersuchung zur Exposition von Arbeitnehmern und Dritten bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners mittels Sprühanwendungen"; Anja Schäferhenrich, Anja Baumgärtel, Michael Roitzsch, Frank Burgmann, Katrin Ludwig-Fischer, Claudia Großkopf, Thomas Göen, Ralf Hebisch, Urs Schlüter; 1. Auflage; Dortmund; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2017; 176 Seiten; DOI: 10.21934/baua:bericht2017071. Den Bericht gibt es im PDF-Format im Internetangebot der BAuA unter . Aufgrund seiner Bedeutung für die Risikobewertung im europäischen Biozidverfahren wurde auch eine englische Fassung veröffentlicht.

Forschung für Arbeit und Gesundheit
Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen stehen für sozialen Fortschritt und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) forscht und entwickelt im Themenfeld Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, fördert den Wissenstransfer in die Praxis, berät die Politik und erfüllt hoheitliche Aufgaben – im Gefahrstoffrecht, bei der Produktsicherheit und mit dem Gesundheitsdatenarchiv. Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Über 700 Beschäftigte arbeiten an den Standorten in Dortmund, Berlin und Dresden sowie in der Außenstelle Chemnitz.


Weitere Informationen:
- Direkter Link zum Bericht "Vergleichende Untersuchung zur Exposition von Arbeitnehmern und Dritten bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners mittels Sprühanwendungen"
- Direkter Link zur englischen Fassung "Comparative study on exposure of workers and bystanders during pest control of the Oak Processionary Moth by spray application"

Quelle: idw

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 969950
 401

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Sprühanwendungen gegen Eichenprozessionsspinner bewerten“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Bild: SuGA 2016: Deutlich mehr Berufskrankheiten anerkanntBild: SuGA 2016: Deutlich mehr Berufskrankheiten anerkannt
SuGA 2016: Deutlich mehr Berufskrankheiten anerkannt
Bericht „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – Berichtsjahr 2016“ veröffentlicht --- Mit 22.320 Fällen stieg die Zahl der anerkannten Berufskrankheiten im Jahr 2016 um fast ein Viertel (23,7 %) an. Hingegen sanken die Anzeigen auf eine Berufskrankheit um 1,9 Prozent. Zwar stieg die Zahl der Arbeitsunfälle auf knapp 960.000, aufgrund der steigenden Beschäftigung sank jedoch die Unfallquote pro 1.000 Vollarbeiter leicht und liegt bei rund 23 Unfällen (23,2; Vorjahr 23,3). Nach Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmed…
BAuA-Bericht: Fachkräfte für Arbeitssicherheit benötigen viele Kompetenzen
BAuA-Bericht: Fachkräfte für Arbeitssicherheit benötigen viele Kompetenzen
In einem Forschungsprojekt hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) untersucht, ob sowohl gegenwärtig als auch künftig ausreichend Fachkräfte für Arbeitssicherheit zur Verfügung stehen. Zudem ging das Projekt der Frage nach, inwieweit die Fachkräfte über die erforderlichen Kompetenzen verfügen, um ihre Aufgabe zu erfüllen. Der Bericht „Bedarf an Fachkräften für Arbeitssicherheit in Deutschland“ fasst die Ergebnisse zusammen. Dabei zeigt sich, dass die Fachkräfte den zeitlichen Betreuungsbedarf mit hoher Wahrscheinlich…

Das könnte Sie auch interessieren:

Dipel ES Luftanwendung
Dipel ES Luftanwendung
… Forst und auf öffentlichen und privaten Grünflächen gegen Schadraupen eingesetzt. Nach Aufnahme des Wirkstoffs durch die Raupen erfolgt ein sofortiger Fraßstopp. Der Eichenprozessionsspinner breitet sich seit Anfang der 1990er Jahre in Deutschland vermehrt und massenhaft aus. Die Raupen des Schmetterlings befallen Eichenbäume und verursachen Fraßschäden …
Eichenprozessionsspinner-Bekämpfung von SeilVent
Eichenprozessionsspinner-Bekämpfung von SeilVent
Bekämpfung von Eichenprozessionsspinner(EPS) EPS-Dekonteam von SeilVent Mit steigenden Temperaturen und längeren Trockenperioden, kommt auch der Eichenprozessionsspinner wieder vermehrt an den Eichenbäumen vor und wird zunehmends immer mehr ein Problem für die Menschen dar. Nicht nur neue Nester sind gefährlich für den Menschen, sondern auch die alten …
Bild: Der Eichenprozessionsspinner schlüpft wieder – So kann er präventiv bekämpft werdenBild: Der Eichenprozessionsspinner schlüpft wieder – So kann er präventiv bekämpft werden
Der Eichenprozessionsspinner schlüpft wieder – So kann er präventiv bekämpft werden
Köln, 22.04.2020. Die Raupen des Eichenprozessionsspinners (EPS) haben begonnen zu schlüpfen. Voraussichtlich Ende Mai bis Anfang Juni werden sie dann im dritten Larvenstadium die typischen, toxischen Brennhaare ausbilden, welche bei Kontakt mit Haut oder Schleimhäuten beim Menschen diverse Krankheitsbilder auslösen können. Mithilfe eines speziellen …
Bild: ZanderInventions’ Biozid ZZ-20 beseitigt zuverlässig Stechmücken, Zecken und andere schädigende InsektenBild: ZanderInventions’ Biozid ZZ-20 beseitigt zuverlässig Stechmücken, Zecken und andere schädigende Insekten
ZanderInventions’ Biozid ZZ-20 beseitigt zuverlässig Stechmücken, Zecken und andere schädigende Insekten
… dem bekannten Chemiker Sven Reichwagen, das neuartige Biozid ZZ-20 (BAuA Reg.: N-94932) entwickelt. Mit ZZ-20 sagt ZanderInventions den bundesweiten, aktuellen Insektenplagen Eichenprozessionsspinner, Stechmücken und Zecken den Kampf an. ZZ-20 eliminiert zuverlässig alle Insekten und neutralisiert ebenfalls die langlebigen, giftigen Brennhärchen der …
Bild: PRÄVENTIVE BAUMKRONENBEHANDLUNG ERWEIßT SICH ALS WIRKUNGSVOLLE METHODE DER EICHENPROZESSIONSSPINNER BEKÄMPFUNGBild: PRÄVENTIVE BAUMKRONENBEHANDLUNG ERWEIßT SICH ALS WIRKUNGSVOLLE METHODE DER EICHENPROZESSIONSSPINNER BEKÄMPFUNG
PRÄVENTIVE BAUMKRONENBEHANDLUNG ERWEIßT SICH ALS WIRKUNGSVOLLE METHODE DER EICHENPROZESSIONSSPINNER BEKÄMPFUNG
Wegschauen und Abwarten hilft nicht. In diesen Tagen schlüpfen die ersten Larven des Eichenprozessionsspinners. Mit dem 3.Larvenstadium ab Ende Mai werden die für Mensch und Haustier gefährlichen Gifthärchen ausgebildet. Da auch die Verbreitung der schädlichen Raupen in Berlin und Brandenburg in den letzten Jahren drastisch zugenommen hat, kommt der …
Bild: Eichenprozessionsspinner: Raupe kann Allergie auslösenBild: Eichenprozessionsspinner: Raupe kann Allergie auslösen
Eichenprozessionsspinner: Raupe kann Allergie auslösen
Der Sommer steht vor der Tür: Die sonnigen Wochenenden verbringen Familien gern in Gärten und Parks. Im Juni und Juli treiben dort jedoch die Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ihr Unwesen. Die feinen Brennhaare der Raupen können bei Menschen schwere Allergien und Asthmaanfälle auslösen. Daher gilt: Den Kontakt mit Bäumen meiden und …
Eichenprozessionsspinner: Frühwarnsystem jetzt online
Eichenprozessionsspinner: Frühwarnsystem jetzt online
Zur tagesaktuellen Abschätzung und Prognose der Gefahren durch den Eichenprozessionsspinner (EPS, Thaumetopoea processionea L.) sowohl für die Eichenvitalität als auch für die Gesundheit von Mensch und Tier steht das Frühwarnsystem PHENTHAUproc ab sofort bundesweit zur Verfügung. Die kostenfreie, öffentlich zugängliche Web-Applikation liefert flächendeckend …
Volker Schnurrbusch (AfD): Wir brauchen einen Notfallplan zur Bekämpfung der gefährlichen Raupe – sofort
Volker Schnurrbusch (AfD): Wir brauchen einen Notfallplan zur Bekämpfung der gefährlichen Raupe – sofort
Der Eichenprozessionsspinner ist in Schleswig-Holstein angekommen. Er ist nicht nur eine Gefahr für den Baumbestand, sondern kann auch für Menschen gefährlich sein, insbesondere für Kinder. Dazu erklärt Volker Schnurrbusch, umweltpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Kieler Landtag: „Die Schmetterlingsraupe breitet sich konstant aus und hat nun auch …
SeilVent mit neuem Internetauftritt
SeilVent mit neuem Internetauftritt
… sehr gut im Geschäft im Bereich der Kletterwald-Instandhaltung, ging mitte des Jahres ein partnerschaftliches Arrangement mit der Fa. Wetrax Schädlingsbekämpfung (Eichenprozessionsspinner-Bekämpfung) ein. Roland Pletsch: "Wir mußten uns einen starken und vertrauensvollen Partner suchen, da wir alleine die anfallenden Aufträge personalmäßig ableisten …
Bild: Sauger gegen EichenprozessionsspinnerBild: Sauger gegen Eichenprozessionsspinner
Sauger gegen Eichenprozessionsspinner
Neue Maschine um Eichenprozessionsspinner schnell abzusaugen  Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, der sich in den letzten Jahren in Deutschland stark ausgebreitet hat. Befallen sind nicht nur Eichen wie man denken könnte, sondern auch andere heimische Bäume in unseren Wäldern. Bei Kontakt mit den Raupen des Eichenprozessionsspinners können …
Sie lesen gerade: Sprühanwendungen gegen Eichenprozessionsspinner bewerten