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Partizipative Hilfekulturen gestalten und fordern - Eine Werkstatt-Tagung

18.09.201715:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Partizipative Hilfekulturen gestalten und fordern - Eine Werkstatt-Tagung
Auf der Tagung erarbeiteten die Teilnehmer gemeinsame Möglichkeiten der Weiterentwicklung von Hilfekulturen. (IGfH / Hermann Hops)
Auf der Tagung erarbeiteten die Teilnehmer gemeinsame Möglichkeiten der Weiterentwicklung von Hilfekulturen. (IGfH / Hermann Hops)

(openPR) Partizipative Hilfekulturen gestalteten rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf einer Werkstatt-Tagung vom 13. bis 15. September an der Fachhochschule Dortmund (FH). Veranstaltet wurde sie von der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGfH) und der FH Dortmund in Kooperation mit der Stadt Dortmund. Zum Abschluss forderten die Teilnehmer: Gerade wenn Menschen Hilfe suchen und brauchen, müssen ihre Mitbestimmungs- und Bürgerrechte gestärkt werden. Zur Entwicklung einer partizipativen Hilfekultur braucht es deshalb das Zusammenspiel von gesellschaftlicher Akzeptanz, beteiligungsfreundlichen Organisationen und individuellen Haltungen.



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Hilfen zur Erziehung sind in Deutschland gesetzlich verankerte Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe für Familien mit Kindern und junge Menschen. Im Jahr 2015 wurden in Deutschland bundesweit 1.052.305 Kinder, Jugendliche und junge Volljährige gezählt, die eine Hilfe zur Erziehung in Anspruch genommen haben. Damit wurde ein neuer Höchststand erreicht.

Mittlerweile wissen die Praktiker in Jugendämtern, Einrichtungen und auch die Forschung, dass die Beteiligung von Kindern, Jugendlichen und ihrer Eltern ein entscheidender Faktor für die Wirksamkeit dieser Hilfen zur Erziehung darstellt. Dennoch lassen sich in der Praxis immer wieder erhebliche Defizite bei der Verankerung und Umsetzung von Beteiligungskonzepten beobachten.

Im Vordergrund der Tagung stand daher die Frage, wie Hilfekulturen geschaffen werden können, die Selbstbestimmung und ein zufriedenes Aufwachsen fördern. Wie können Kulturen entstehen, die ein gemeinsames Gestalten der Unterstützungsangebote von allen Beteiligten ermöglichen? Welche Voraussetzungen und Bedingungen sind hierfür erforderlich und einzufordern? In einem Großplenum, in zahlreichen Werkstätten und Praxis-Exkursionen erarbeiteten dazu Fachkräfte gemeinsam mit Kindern aus Heimen und Pflegefamilien, jungen Flüchtlingen und Eltern aus der Jugendhilfe die gemeinsame Möglichkeiten der Weiterentwicklung von Hilfekulturen. Ergänzt wurden die Diskussionsergebnisse durch Vorträge von Fachleuten aus dem In- und Ausland.

Aufgerüttelt wurden die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer von den zahlreichen Beiträgen der hilfesuchenden jungen Menschen und Familien, die von äußerst unterschiedlichen Erfahrungen in Einrichtungen und Diensten der Erziehungshilfen berichteten. So wurde auf der einen Seite z.B. von strengen Vorgaben zur Freizeitgestaltung, fehlender Beteiligung bei Hilfeplangesprächen oder Zeitmangel von Vormündern verwiesen. Auf der anderen Seite wurden aber auch innovative Ideen z.B. in Bezug auf neue Konzepte der Elternpartizipation oder bei der Gestaltung von partizipativen Bildungskonzepten diskutiert.

Letztlich, so das Fazit von Prof. Dr. Nicole Knuth von der FH Dortmund, muss es darum gehen, dass diese Disparitäten abgebaut und „alle Erziehungshilfen als ‘lohnende Lebensorte‘ gestaltet werden, die auf Verlässlichkeit und Hilfekontinuität setzen. Solche Hilfen müssen den Hilfeadressatinnen und Hilfsadressaten, wenn gewünscht, auch langfristig zur Verfügung stehen.“

Dies wird allerdings nur gelingen, wenn alle Beteiligten eine beteiligungsorientierte Haltung vertreten: „Eine partizipative Hilfekultur braucht Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nicht nur adäquates Fachwissen besitzen, sondern auch eine offene und interessierte Haltung an ihrem Gegenüber haben,“ so Karin Herrmann, Jugendamt Dortmund.

Beteiligung kann nur gelingen kann, wenn ein organisatorischer, fachlicher und finanzieller Rahmen gestaltet wird, der Kindern, Jugendlichen und ihren Familien tatsächlich ermöglicht, mitzureden, mitzugestalten und mitzuentscheiden. Vor diesem Hintergrund forderte Dr. Hans-Ulrich Krause, Vorsitzender der IGfH: „Auf allen gesellschaftlichen Ebenen gilt es – entgegen dem Trend, sogenannte Sachzwänge in den Vordergrund zu stellen – mehr Demokratie zu wagen und neue Mitbestimmungsmöglichkeiten zu entwickeln.“

Weitere Informationen:
www.igfh-jahrestagung.de

Zahlen, Daten, Fakten:
„Monitor Hilfen zur Erziehung 2017“
www.hzemonitor.akjstat.tu-dortmund.de/

Ansprechpartnerin für Rückfragen
Prof. Dr. Nicole Knuth, FH Dortmund, Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften, Tel.: 0160 99 12 10 89, Mail: E-Mail

Quelle: idw

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