(openPR) Royals gehen nicht shoppen. Natürlich kauft auch der König von Malaysia nicht selbst ein. Er weiß, was er wünscht – teilt das seinem Einkäufer mit. Der recherchiert mit einem erfahrenen Agenten nach den Vorstellungen des Souveräns. Diesmal sollte es ein ganz bestimmtes Besteck sein. Der Agent wiederum hat einen Ansprechpartner in bergischen Land, dem die Tafelkultur von Monarchen nicht unbekannt ist. Und nach der Lieferung von Musterbestecken nach Kuala Lumpur ist König Tuanku Syed Sirajuddin sehr „amazed“. „Bayreuth“ soll es sein, ein klassisches Rokoko-Besteck, das zwar in der Designgeschichte des Solinger Unternehmens Carl Mertens nicht zur Gegenwart zählt, aber immer wieder mal gefragt ist. Und weil der König nicht gerne allein isst, werden es vermutlich ein paar Teile mehr werden.
Insgesamt sind es dann 12.000 Teile, die nach zwei Monaten vom Krahenhöher Weg ins südchinesische Meer verschifft werden. Und der Auftrag aus dem Königshaus war weder der erste noch der letzte: Die malaiische Monarchie funktioniert nach dem Rotationsprinzip und das repräsentative Oberhaupt wird alle fünf Jahre aus den Herrschern der neun Sultanate ausgewählt.
Die Dimension dieses besonderen Auftrags wird noch klarer, wenn man den Aufwand betrachtet, den jedes Besteckteil in den Werkhallen von Carl Mertens durchläuft. Riesige Musterbündel im Eingang zur Stanzerei lassen ahnen, wie viele Menschen und Bearbeitungsschritte nötig sind, um unscheinbare Stahlplatten zu Bestandteilen der Esskultur zu formen. Wie an einem Schlüsselbrett hängen hier die Formen jedes Besteckteils, wie sie sich nach jedem einzelnen Arbeitsgang zeigen. Von der Gabel bis zum Saucenlöffel, jedes Muster ein Werkzeug, jedes Werkzeug ein Bereich der logischen Abfolge in den Hallen. Insgesamt braucht es für ein komplettes Besteckservice rund 60 Werkzeuge und viele Berufsbilder, die es so nur in Solingen gibt.
Zum Beispiel Reider, die den Schmiedestahl der Klinge mit dem Hohlheft eines Messers verbinden. Das ist – gut gemacht – nicht nur unsichtbar, sondern auch über Generationen dicht. Oder „Ausmacher“, im Solinger Dialekt „Utmaker“, deren Part es ist, auch die allerletzten Unregelmäßigkeiten am Werkstück zu beseitigen. Schließlich sitzt ganz am Ende der Produktion von Carl Mertens eine Mitarbeiterin, deren scharfes Auge allseits gefürchtet ist.
Mit einem hohen Anspruch an Sorgfalt, der Geduld für viele Arbeitsgänge und der Bereitschaft, auch neue Wege zu gehen, behauptet Carl Mertens seine Positionierung in der Oberklasse der Tafelkultur. Dazu gehört ein erlesenes Netz von Händlern, zu dem auch der New Yorker MoMa-Store zählt, ein starker Fokus auf Produktdesign. Der eigene Auftritt, dessen Zurückgenommenheit mit Konsequenz fortgeschrieben wird, brachte dem Unternehmen den Ehrenpreis für Corporate Design ein. Nach vielen Red Dot- und IF-Awards für die Produkte des Unternehmens wurde damit die Kontinuität der Markenführung prämiert.
Wenn Carl Mertens seine Kompetenz in edlen Metallen als „verlängerte Werkbank“ auch für andere Projekte zur Verfügung stellt, entstehen dabei so sehenswerte Objekte wie die Caipirinha-Maschine des Berliner „Bundespressestrandes“, eine Sonderanfertigung aus gebürstetem Edelstahl, die - mit den richtigen Zutaten bestückt -fünf Arbeitsgänge für den perfekten Cocktail braucht.
Vom 30.August bis zum 3. September zeigt das Unternehmen im Themenpark der „Bergischen Expo die ästhetische Seite der „Technik, die dahinter steckt“. Im großen Ausstellungszelt neben dem Stadion Zoo wird Carl Mertens als Aussteller zu sehen sein, der die Funktion seiner Werkzeuge nutzt, um Form und Funktion seiner Produkte zu einer homogenen Einheit zu führen.
Regionale 2006 Agentur GmbH
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