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Längeres Leben, gesünderes Leben?

05.09.201711:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Längeres Leben, gesünderes Leben?
Marc Luy (Institut für Demographie)
Marc Luy (Institut für Demographie)

(openPR) Die „gesunden Lebensjahre“ gewinnen als Maßzahl sowohl in der Wissenschaft als auch in der Gesundheitspolitik zunehmend an Bedeutung. Bei genauer Betrachtung zeigt dieser Indikator jedoch große methodische Empfindlichkeiten, die bei seiner Anwendung meist unberücksichtigt bleiben. Diese potenziellen Unschärfen sollen in einem nun am Vienna Institute of Demography (VID) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) beginnenden ERC-Projekt erstmals systematisch erforscht werden.



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Das Forschungsprojekt „Levels and Trends of Health Expectancy: Understanding its Measurement and Estimation Sensitivity“ (LETHE) wird vom Demographen Marc Luy geleitet, der dafür einen mit 1,7 Millionen Euro verbundenen Consolidator Grant des Europäischen Forschungsrates (ERC) erhielt. In ihren Untersuchungen werden sich Luy und sein Team der Frage widmen, welchen Einfluss die methodischen Empfindlichkeiten des demographischen Indikators „Gesunde Lebenserwartung“ auf dessen Werte haben und wie dadurch die abgebildeten Entwicklungen und Unterschiede beeinflusst werden.

„Das allgemeine Verständnis dieses Parameters ist, dass er die durchschnittliche Lebenserwartung lediglich um eine Dimension erweitert“ erklärt Luy. Technisch betrachtet sei dies zwar korrekt, weil die Gesamtzahl der Lebensjahre letztlich in zwei Qualitätsdimensionen unterteilt wird: die in guter und die mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen verbrachten Lebensjahre. „Allerdings macht die Verknüpfung der in der Regel aus verschiedenen Quellen stammenden Sterblichkeits- und Gesundheitsdaten den Indikator extrem empfindlich bezüglich verschiedener methodischer Aspekte. Und hierbei geht es nicht um Schwankungen im Dezimalstellen-Bereich. Die Effekte können mehrere Jahre Unterschied im Wert dieses Parameters verursachen, was in den praktischen Anwendungen kaum beachtet bzw. übersehen wird. Ich vermute, dass die existierenden Inkonsistenzen und Widersprüche in den empirischen Daten zum Großteil auf diese Effekte zurückzuführen sind“, erläutert der Demograph zum Hintergrund dieses ERC-Projekts.

Ein genaues Verständnis der technischen Eigenschaften des Parameters „Gesunde Lebenserwartung“ ist von großer praktischer Bedeutung, da dieser nicht nur in der Forschung immer häufiger verwendet wird, sondern auch als struktureller Indikator in der Gesundheitspolitik dient. So startete zum Beispiel die Europäische Kommission im Jahr 2011 die große „Active and Healthy Ageing“-Initiative mit dem Ziel, die durchschnittliche Lebenszeit in guter Gesundheit in der EU bis zum Jahr 2020 um zwei Jahre zu erhöhen. Die Fortschritte in Richtung dieses Ziels werden anhand der „Gesunden Lebenserwartung“ evaluiert. „Die bisherige Forschung konzentriert sich vor allem auf die Schwierigkeiten bei Definition und Erfassung des Gesundheitszustands als Basis für diese Maßzahl. Dass der Parameter aber ebenfalls bezüglich vieler weiterer methodisch-technischer Aspekte außerordentlich empfindlich ist, wurde klar, als wir uns im Rahmen meines vorherigen ERC Starting Grant-Projekts intensiv mit der Schätzung von in guter bzw. beeinträchtigter Gesundheit verbrachter Lebenszeit befasst haben“, erzählt der Wissenschaftler.

Um die Anwender dieses Indikators stärker für seine technischen Empfindlichkeiten zu sensibilisieren plant der Gesundheitsforscher, die methodisch-technischen Effekte durch direkte empirische Anwendung auf die wichtigsten aktuellen Forschungsthemen darzustellen. Am bedeutendsten ist dabei für ihn die Frage, in welchem Gesundheitszustand die zusätzlichen Lebensjahre verbracht werden, die im Zuge der kontinuierlich steigenden Lebenserwartung gewonnen werden. Daneben untersuchen die Wissenschaftler im LETHE-Projekt auch die entsprechenden Auswirkungen der Schätzmethoden für die „Gesunde Lebenserwartung“ auf die Differenzen zwischen sozioökonomischen Statusgruppen, Frauen und Männer, sowie auf die regionalen Unterschiede in Europa. Das Projekt mit einer Laufzeit von fünf Jahren wurde Anfang September 2017 gestartet.

Wissenschaftlicher Kontakt:
Dr. Marc Luy
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Vienna Institute of Demography
Forschungsgruppe Health & Longevity
Welthandelsplatz 2 / Ebene 2
1020 Wien
Tel.: +43 (0)1 31336-7734
E-Mail: E-Mail

Weitere Informationen:
- https://www.oeaw.ac.at/vid
- http://www.wittgensteincentre.org
- http://www.delag.eu
- http://www.marcluy.eu

Quelle: idw

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