(openPR) In nur 14 Tagen haben mehr als 800 Menschen den Wunsch nach dem Erhalt der kassenärztlichen Praxis unterschrieben. Noch bis zum Schulbeginn am 11. September 2017 liegen die Unterschriftenlisten in 23 Geschäften, Hotels und Gaststätten des Dorfes aus. Die Unterstützer, Urlauber wie Ortsansässige, können sich dort eintragen.
Enzklösterle, Heidelbeerdorf und Luftkurort im idyllischen nördlichen Schwarzwald, hat rund 1.250 Einwohner und ca. 75.000 Übernachtungen - und seit März 2017 fehlt ein Hausarzt. Am Grünen Tisch der Kassenärztlichen Vereinigung sieht das unproblematisch, ja sogar überversorgt aus, denn es gibt im Bezirk Bad Wildbad (zu dem Enzklösterle gehört) rein rechnerisch genügend Praxen. Urlauber und Patienten aus Nachbarorten, die anderen Bezirken zugerechnet werden, bleiben bei dieser akademischen Rechnung außen vor.
Aber die Realität ist dramatisch anders, das zeigt sich bereits nach knapp einem halben Jahr: Die Ärzte in der Region können diese Versorgungslücke nicht schließen, die Praxen sind überlaufen, die Wartezeiten unzumutbar lang. Patienten werden vertröstet und wenden sich vielfach den Notaufnahmen der Krankenhäuser in Pforzheim, Neuenbürg oder Freudenstadt zu . Da viele der infragekommenden Allgemeinärzte in den nächsten Jahren möglicherweise den Ruhestand antreten werden, wird die Situation zukünftig weiterhin verschärft.
Der Arbeitskreis Soziales Enzklösterle startete diese Unterschriften-Aktion, um den Zuständigen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) die Dringlichkeit dieses Anliegens zu verdeutlichen. Gemeinde und Einwohnerschaft bemühen sich seit dem Tod des beliebten Hausarztes Dr. Hildebrand im Herbst 2016 um eine langfristige Lösung, aber nur eine Zwischenlösung bis zum Frühjahr 2017 gelang. Seither hat sich kein Nachfolger für die Praxis gefunden. Zahlreiche Hürden verhindern zurzeit alternative Lösungen. Möglich wäre auch eine Zweigpraxis eines niedergelassenen Arztes oder Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) durch Kliniken.
Auch Hans-Joachim Fuchtel (CDU), Mitglied des Bundestags mit Direktmandat aus dem Wahlkreis Calw/Freudenstadt und Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, nimmt sich dieses Themas an. Denn nicht nur die gesundheitliche Nahversorgung in Enzklösterle steht auf dem Spiel, sondern auch die Existenz der Apotheke sowie der beiden Praxen für Krankengymnastik, mittelbar sogar die Wirtschaftlichkeit der anderen Geschäfte und Bankfilialen vor Ort. Damit ist der Erhalt der Daseinsvorsorge im Ländlichen Raum, typisch für Fuchtels Wahlkreis, infrage gestellt.
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