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In Haithabu kam Lofoten-Dorsch auf den Tisch

07.08.201722:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Getrockneter Kabeljau von den Lofoten gehörte nachweislich seit dem 13. Jahrhundert zu den Handelsgütern, die Hansekaufleute mit guten Gewinnen bis nach Südeuropa lieferten. Doch wie alt der Fischhandel mit Nordnorwegen tatsächlich war, ist in der Wissenschaft umstritten. Eine neue Studie, die ein internationales Wissenschaftsteam mit Beteiligung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel jetzt in den Proceedings of the National Acadamy of Science (PNAS) veröffentlicht, belegt, dass schon die wikingerzeitlichen Menschen in Haithabu Kabeljau von den Lofoten speisten.



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Ananas aus Brasilien, Kiwis aus Neuseeland und Kaffee aus Kenia: Heutige Supermarktauslagen vermitteln eine Vorstellung vom globalen Netz des Lebensmittelhandels. Doch der Fernhandel mit Nahrung ist kein neues Phänomen. Ein bekanntes historisches Beispiel ist Trocken- oder Stockfisch. Auf den Lofoten vor Nordnorwegen aus Kabeljau (arktischem Dorsch) hergestellt, lieferten die Kaufleuten der Hanse ihn bis nach Südeuropa und erzielten damit zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert satte Gewinne. Umstritten ist aber bisher, wie lange es diesen Trockenfischhandel mit Nordnorwegen vorher schon gab.

Ein internationales Wissenschaftsteam unter Leitung der Universität Oslo hat jetzt mit Beteiligung des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel und des Schleswiger Zentrums für Baltische und skandinavische Archäologie Belege dafür gefunden, dass bereits in der Wikingerzeit zwischen 800 und 1100 n. Chr. Dorsch aus Nordnorwegen und der Arktis auf dem Speiseplan der Menschen in Mitteleuropa stand. „Der Dorsch, der beispielsweise in Haithabu gegessen und gehandelt wurde, stammte zumindest teilweise von den Lofoten“, sagt Koautor Jan Dierking, Biologe am GEOMAR.

Für ihre die Studie nutzen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler neue Methoden zur Gewinnung alter DNA aus archäologischen Knochenproben, sowie neueste genetische Analyseverfahren. So konnten sie das Genom von Dorschen rekonstruieren, die an verschiedenen wikingerzeitlichen und mittelalterlichen Siedlungsplätzen gefunden worden waren, darunter Haithabu bei Schleswig. Diese Proben wurden mit dem Genom von Dorschen aus heutigen Beständen in der östlichen Ostsee, im Öresund, in der Nordsee, vor den Lofoten und in der nordöstlichen Arktis verglichen.

Schon die ersten Analysen zeigten: Die in Haithabu gefundenen Fischknochen stammten nicht aus den nächstgelegenen Fischgründen in der Ostsee. Doch erst genauere Untersuchungen zeigten eindeutig: Es handelte sich um Dorsche aus der nordöstlichen Arktis, die jedes Jahr im Winter zum Laichen vor die Lofoten ziehen und bis heute Grundlage der dortigen Fischerei sind. „Ähnliche Studien hat man schon früher versucht. Aber erst die Rekonstruktion ganzer Genome aus archäologischen Fischknochen, wie sie in dieser Studie gelungen ist, hat so eindeutige Ergebnisse geliefert“, sagt Dr. Dierking.

Damit zeigt sich, dass der Handel mit Dorsch von den Lofoten bis nach Mitteleuropa schon vor mehr als 1200 Jahren begonnen haben muss und somit deutlich älter ist, als bisher bewiesen werden konnte. Für die Kieler Biologen war die Mitwirkung an der Studie eine interessante Erfahrung. „Wir nehmen regelmäßig Gewebeproben von den heutigen Ostseedorschbeständen. Eigentlich wollen wir damit herausfinden, ob sich diese Bestände miteinander vermischen und wie sie sich an wandelnde Umweltbedingungen anpassen“, erklärt Dr. Dierking. „Dass unsere Proben uns jetzt eine Zeitreise in die Wikingerzeit beschert haben, war wissenschaftlich, aber auch als Schleswig-Holsteiner eine schöne Erfahrung, sagt Dr. Christoph Petereit vom GEOMAR, ebenfalls Koautor der Studie.

Originalarbeit:
Star, B., S. Boessenkool, A. T. Gondek, E. A. Nikulina, A. K. Hufthammer, C. Pampoulie, H. Knutsen, C. André, H. M. Nistelberger, J. Dierking, C. Petereit, D. Heinrich, K. S. Jakobsen, N. C.. Stenseth, S. Jentoft, J. H. Barrett (2017): Ancient DNA reveals the Arctic origin of Viking Age cod from Haithabu, Germany. PNAS, http://dx.doi.org/10.1073/pnas.1710186114

Weitere Informationen:
- http://www.geomar.de Das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
- http://www.zbsa.eu/ Das Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie

Quelle: idw

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