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Schuppentier-Populationen unter Druck

01.08.201711:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung
Bild: Schuppentier-Populationen unter Druck
Privatdozent Dr. Matthias Waltert (Foto: Universität Göttingen)
Privatdozent Dr. Matthias Waltert (Foto: Universität Göttingen)

(openPR) Die Jagd auf Schuppentiere, die derzeit am häufigsten illegal gehandelten Säugetiere der Welt, ist in Zentralafrika zwischen 1970 und 2014 um 150 Prozent gestiegen. Das hat ein internationales Wissenschaftlerteam unter der Leitung der Universität Sussex und unter Beteiligung der Universität Göttingen herausgefunden. Die auch von Naturschutzorganisationen gesammelten empirischen Daten zeigen, dass bis zu 2,7 Millionen Schuppentiere jährlich aus den Wäldern Kameruns, der Zentralafrikanischen Republik, Äquatorial-Guineas, Gabuns, der Demokratischen Republik Kongo und der Republik Kongo verschwinden. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Conservation Letters erschienen.

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Pressemitteilung
Nr. 150/2017

Schuppentier-Populationen unter Druck
Internationales Forscherteam diagnostiziert dramatischen Anstieg der Jagd in Zentralafrika

Die Jagd auf Schuppentiere, die derzeit am häufigsten illegal gehandelten Säugetiere der Welt, ist in Zentralafrika zwischen 1970 und 2014 um 150 Prozent gestiegen. Das hat ein internationales Wissenschaftlerteam unter der Leitung der Universität Sussex und unter Beteiligung der Universität Göttingen herausgefunden. Die auch von Naturschutzorganisationen gesammelten empirischen Daten zeigen, dass bis zu 2,7 Millionen Schuppentiere jährlich aus den Wäldern Kameruns, der Zentralafrikanischen Republik, Äquatorial-Guineas, Gabuns, der Demokratischen Republik Kongo und der Republik Kongo verschwinden. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Conservation Letters erschienen.

Das Wissenschaftlerteam nutzte Daten von 113 Regionen in 14 afrikanischen Ländern, um jährliche Jagdstrecken lokal ansässiger Jäger zu schätzen. „Besorgniserregend ist, dass die sich langsam reproduzierenden und stärker als Elfenbein nachgefragten Schuppentiere einen immer stärkeren Anteil an allen in Zentralafrika bejagten Arten ausmachen“, so Privatdozent Dr. Matthias Waltert, Naturschutzbiologe an der Universität Göttingen und Co-Autor der Studie. Die Forscherinnen und Forscher stellen zudem fest, dass Schlingen immer noch zum Fang genutzt werden, obwohl diese Jagdmethode in den meisten zentralafrikanischen Ländern illegal ist.

Afrikanische Schuppentiere werden in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet sowohl zur Nahrungsversorgung als auch im Rahmen traditioneller Medizin genutzt. „Neueste Studien zeigen auch, dass es einen zunehmenden Handel afrikanischer Schuppentiere in einige asiatische Staaten gibt“, so Waltert. Laut der Studie stieg der Preis für Schuppentiere in städtischen Märkten seit den 1990er-Jahren an. „Für die am stärksten nachgefragte Art, das Riesenschuppentier, stieg der Preis trotz hohem Schutzstatus sogar um das 5,8-fache an.“

Die Wissenschaftler fordern die Regierungen des afrikanischen Kontinents dazu auf, die Kapazitäten zur Durchsetzung der internationalen Handelsbeschränkungen zu erhöhen, entsprechende Naturschutzerziehung und Öffentlichkeitsarbeit zu forcieren sowie den Zustand von Schuppentierpopulationen regelmäßig zu erfassen. „Afrikanische Schuppentiere sind bedroht und könnten ähnlich drastische Rückgänge erfahren wie ihre asiatischen Verwandten, wenn nicht bald sowohl auf Ebene der Regierungen als auch lokal gehandelt wird“, so die Forscher. „Dringend notwendig ist zudem Freilandforschung zum Bestand gefährdeter Arten, um zum Schutz speziell der vom Wildfleischhandel betroffenen Regenwaldarten beizutragen. Ihre Populationen können nur durch Geländearbeit erfasst und ihre Gefährdung durch Befragungen von Jägern abgeschätzt werden“, so Waltert.

Originalveröffentlichung: Daniel J. Ingram et al. Assessing Africa-Wide Pangolin Exploitation by Scaling Local Data. Conservation Letters, online

Kontakt:
PD Dr. Matthias Waltert
Georg-August-Universität Göttingen
Johann-Friedrich-Blumenbach-Institut für Zoologie und Anthropologie
Abteilung Naturschutzbiologie
Bürgerstraße 50, 37073 Göttingen
Telefon (0551) 39-5638, E-Mail: E-Mail
Internet:

Weitere Informationen:
- http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/conl.12389/epdf

Quelle: idw

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