(openPR) Als vor einigen Jahren die Stadthalle im oberpfälzischen Erbendorf abbrannte, fehlte der Stadt „über Nacht“ der zentrale Veranstaltungsraum. Schnell kristallisierte es sich heraus, dass ein Wiederaufbau der zerstörten Halle nicht infrage kam. Somit wurde ein Neubau erstellt, der sich u.a. dadurch auszeichnet, dass er mehrere Verschattungssysteme in einem Objekt integriert.
Normalerweise entscheidet sich ein Bauherr für eine Verschattungslösung. Hier spielte allerdings die Signalwirkung eine wesentliche Rolle. Durch den Standort des Gebäudes auf einer leichten Anhöhe inmitten eines neoklassisch angelegten Parks besitzt die Fassade wichtige Fernwirkung. Auch die reine Fassadenfläche aus farbigen Wandflächen und Glasflächen knüpft daran an. Dementsprechend wurde die Heterogenität durch verschiedene Verschattungsarten nochmals betont.
Hier waren einige Herausforderungen zu bestehen. Die weitestgehende Synchronität zwischen breiten und schmalen Lamellen, zwischen 220V und 24V-Systemen, zwischen unterschiedlichen Fahrbefehlen musste realisiert werden. Da der ausführende Betrieb (Faltenbacher Jalousienbau, Erbendorf) alle Systeme selbst fertigt, konnten die entsprechenden Programmbausteine geliefert werden, die zu dieser Gesamtanwendung notwendig waren.
Eingebaut wurden Raffstores mit einer Gesamtfläche von 120m², bei den Jalousien waren es 75m² und beim Jalousien-Isolierglas 65m². Neben den gestalterischen Faktoren spielten auch funktionale Aspekte eine wichtige Rolle: So sind die Brandschutztüren mit Jalousien-Isolierglas ausgestattet, damit im Notfall eine schnelle und unbehinderte Flucht aus dem Gebäude möglich ist.
Bei der Gesamtbeurteilung dieses „Mix“ an Beschattungssystemen kann man nicht von einem „besser“ oder „schlechter“ sprechen, wie Mirco Röttger vom Beratungsbüro in Düsseldorf betont:
„Jedes System hat seine Schwerpunkte und Schwachpunkte. Generell bringen außenliegende Raffstores die besten g-Werte und Reflektionswerte, sowie durch die Größe der Lamellen und der etwas größeren Überlappung im geschlossenen Zustand auch den etwas dunkleren Raumeindruck.
Durch die zusätzliche Konstruktionsebene vor der Scheibe entsteht allerdings auch immer ein Reinigungs- und Wartungsaufwand sowie die Gefahr von Klimaeinfluss und Vandalismus. Diese Punkte fallen natürlich bei integrierten Systemen mit einer Jalousie im Scheibenzwischenraum weg, vorausgesetzt, man geht den Kompromiss mit minimal schlechteren g-Werten und einem etwas helleren Raumeindruck ein.“
Bautafel
Bauherr: Stadt Erbendorf
Architekt: Dipl.-Ing. (FH) Udo Graser, Erbendorf
Metallbau: Gösl Metallbau, Vohenstrauß
Sonnenschutzsysteme: Faltenbacher Jalousienbau, Erbendorf
Raffstores: 120m²
Jalousien-Isolierglas Isolette: 65m²
Jalousien: 75m²











