(openPR) Nach zwei Jahren intensiver Begutachtung liegt jetzt der Abschlussbericht zur MSC-Zertifizierung der deutschen, niederländischen und dänischen Krabbenfischerei vor. Die Gutachter sprechen sich in ihrem Bericht dafür aus, die Krabbenfischerei der drei Länder mit dem weltweit führenden Siegel für nachhaltige Fischerei auszuzeichnen. Dies ist ein bemerkenswerter Erfolg, denn mit mehr als 400 Fischereibetrieben aus drei Ländern stellt die Krabbenfischerei in der Nordsee eine der größten Fischereien dar, die sich bisher dem MSC-Zertifizierungsprozess gestellt haben.
Vor 10 Jahren begann in den Niederlanden der erste Zertifizierungsprozess, zwei Jahre später folgte Deutschland mit einem eigenen Verfahren. Aber die Einzelversuche blieben erfolglos. Der Empfehlung des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) folgend, entschieden sich vor zwei Jahren deutsche, niederländische und dänische Krabbenfischer, einen gemeinsamen Zertifizierungsprozess auf den Weg zu bringen. Die größte Aufgabe war die Schaffung eines trilateralen Managementplanes, der alle nationalen Regularien der drei Länder berücksichtigt, den Anforderungen des MSC gerecht wird und Akzeptanz bei den beteiligten Fischern findet. Seit dem 1. Januar 2016 ist dieser trilaterale Managementplan in Kraft und mehr als 400 Fischereibetriebe wirtschaften seitdem freiwillig gemäß seinen Vorgaben. Diese umfassen unter anderem ein Bestandsmanagement, technische Maßnahmen und ein unabhängiges Kontrollsystem.
Mit der Empfehlung zur Zertifizierung ist die erste große Hürde eines anspruchsvollen Verfahrens genommen. Aber auch nach Verleihung des MSC-Zertifikates warten weitere Herausforderungen auf die Krabbenfischer der drei Nationen, denn die Zertifizierung ist an eine Reihe von Bedingungen geknüpft, die im Laufe der nächsten fünf Jahre erfüllt werden müssen. Eine unabhängige MSC-Projektmanagementgruppe wird sicherstellen, dass die Anforderungen des MSC sowie der Managementplan konsequent umgesetzt werden. Darüber hinaus wird sich die Gruppe mit allen Interessenvertretern rund um die Krabbenfischerei an einen Tisch setzen, um den Managementplan in konstruktiven Diskussionen weiterzuentwickeln.
Im Laufe des bisherigen Zertifizierungsprozesses hat sich die Krabbenfischerei in der Nordsee von einer weitgehend ungeregelten zu einer gut kontrollierten und organisierten Fischerei entwickelt. Zum jetzigen Zeitpunkt beteiligen sich etwa 90 % der Fischereibetriebe an der Zertifizierung. Das erklärte Ziel ist es, die wenigen bisher nicht beteiligten Fischer aus den drei Ländern sowie die Krabbenfischereibetriebe aus Belgien und Frankreich zur Mitarbeit zu bewegen. Zukunftsperspektive ist eine nachhaltige europäische Krabbenfischerei unter dem Dach eines gemeinsamen Managementplanes.
Hinweis: Der Abschlussbericht steht auf der Internetseite des Marine Stewardship Council (www.MSC.org) zum Herunterladen bereit.












