(openPR) Winsen (Luhe), den 05.07.2017: Ein Neuwagen ist natürlich eine schöne Sache - aber teuer und der Wertverlust in den ersten Monaten im Verhältnis zum möglichen Wiederverkaufspreis enorm. Glück hat, wer einen Firmenwagen bereitgestellt bekommt. Viele Autofahrer schauen sich daher auf dem Gebrauchtwagenmarkt um, der für jeden Geldbeutel etwas bereit hält.
Die überwiegende Anzahl der Händler arbeitet seriös. Wie erkennt man aber, ob mit dem zum Kauf ausgewählten Fahrzeug etwas nicht stimmt?
Ein auffälliges Merkmal ist, wenn Dinge, die ein Händler im Gespräch angepriesen oder Mängel, die man selbst bemerkt hat, die aber nicht genannt wurden, im Verkaufsvertrag nicht auftauchen. Erst recht, wenn der Händler diese auch nachträglich nicht aufnehmen will.
Der Blick bleibt weiterhin auf den Vertrag gerichtet: Tauchen Merkmale oder als Verkaufsargument genannte Anpreisungen nur in einer Verkaufsanzeige, aber nicht im Vertrag auf? Dann stimmt oft etwas nicht.
Die Gewährleistung ausschließen möchte ein Händler, wenn ein auf den ersten Blick gut in Schuss gehaltenes Fahrzeug als Bastlerauto verkauft werden soll. Auch, wenn man aufgefordert wird, als gewerblicher Kunde einen Kaufvertrag zu schließen, soll die volle Gewährleistung umgangen werden.
Skeptisch sollte man sein, wenn angeblich kein Scheckheft vorhanden ist. Das Auto ist doch in der Regel des Deutschen liebstes Kind, es wird normalerweise regelmäßig einer Wartung unterzogen. Wenn der frühere Autobesitzer es damit nicht genau genommen hat, wird er im täglichen Umgang vielleicht auch nicht pfleglich mit dem Vehikel umgesprungen sein. Vorsicht auch, wenn das Scheckheft zwar dabei ist, sich Stempel, Farbe des Stiftes, mit dem die Eintragungen gemacht wurden und Unterschriften zu oft gleichen. Normalerweise liegt ein größerer Zeitraum zwischen den Wartungs-Intervallen, und da sollten doch jeweils einige Unterschiede zu erkennen sein.
Spricht der Verkäufer von etwaigen Mängeln? Diese sollte man genau benennen und in den Kaufvertrag aufnehmen lassen.
Nun zum größten, nämlich dem Tacho-Problem. Sicher hat jeder schon davon gehört, dass am Kilometerstand manipuliert werden kann und die tatsächlich gefahrene Kilometerzahl nicht mit der auf dem Tacho ausgewiesenen übereinstimmt, was für die Lebensdauer eines Motors nicht unerheblich ist. Wurde eine eventuelle Manipulation früher mit Mechanik und Geschick vorgenommen, braucht es dafür heute einen Computer und entsprechendes Know How. Je weniger gefahrene Kilometer, desto höher der Preis eines Fahrzeugs, da können einige Tausend Kilometer weniger doch deutlich die Gewinnspanne erhöhen. Auch hier kann der Blick ins Scheckheft -sofern vorhanden- den größtmöglichen Aufschluss geben: Regelmäßige Wartungen werden eingetragen, und es sollte bei jeder Wartung auch der zu diesem Zeitpunkt gefahrene Kilometerstand notiert sein. Eine gewisse Regelmäßigkeit lässt sich da durchaus erkennen. Wenn z.B. zwischen 10.000 gefahrenen Kilometern meist 6 Monate liegen, die letzte eingetragene Wartung vor Verkauf des Vorbesitzers wieder ungefähr 6 Monate her war, dann sollte der Kilometerstand auch entsprechend aussehen. Uups, plötzlich nur 750 km mehr im gleichen Zeitraum? Dann lieber Finger weg oder deutlich am Preis verhandeln.
Grundsätzlich sind Manipulationen am Tacho erst strafbar, wenn diese bei Verkauf eines Autos NICHT erwähnt werden. Das Manipulieren und der Besitz der dafür notwendigen Materialien allein stellen noch keinen Straftatbestand dar.
Auch der Unterschied zwischen Diesel und Benzinern ist für den Kilometerstand nicht unerheblich. Die Wirtschaftlichkeit von Diesel-Fahrzeugen ist unter Betrachtung und Zusammenwirkung des Kraftstoffpreises, der Versicherungsprämie sowie der KfZ-Steuer erst ab einer Laufleistung von 15.000 gefahrenen Kilometern pro Jahr gegeben, was in den meisten Fällen auch die Grundlage für den Kauf eines solchen Fahrzeugs ist. Weicht die durchschnittliche offizielle Kilometerleistung davon nach unten ab, sollte man misstrauisch werden.
Ein weiterer Hinweis sind Aufkleber oder Zettel, die z.B. bei fälligen Ölwechseln an der A-Säule des Fahrzeugs oder im Motorraum angebracht werden. Fehlen diese oder stimmen wieder nicht mit dem überein, was man jetzt auf dem Tacho liest - dann sollte man den Kauf überdenken.
Allzeit ein gutes Händchen beim Autokauf!













