(openPR) Winsen (Luhe), den 03.07.2017: Moderne und mit allerlei elektronischem "Schnickschnack" versehene Autos zeigen ihn seinem Fahrer an: den Druckverlust des Reifens. Wer diese Anzeige nicht hat, wird vielleicht irgendwann von außen den platteren Reifen sehen oder während der Fahrt bemerken, dass irgendetwas unrund läuft. Gar nicht so selten fährt man sich einen Nagel oder anderen Gegenstand in die Pneus. Ist jeder kaputte Reifen ein Fall für den Müll?
Diese Frage kann natürlich nur ein Fachmann beantworten, denn es gibt ganz genaue Vorschriften für eine Reifenreparatur. In der Richtlinie zu § 36 der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO), der sich mit Bereifung und Laufflächen befasst, heißt es unter anderem: "An Kraftradreifen sind Reparaturen von Stichverletzungen bis höchstens 6 mm Schadensausdehnung im Laufflächenbereich mittels Kombireparaturkörper zulässig. Andere Reifenreparaturen außerhalb des Laufflächenbereichs sind an Kraftradreifen unzulässig." Ein geschultes Auge kann dies vielleicht erkennen, Otto Normalverbraucher in der Regel nicht. Auch, wie ein Reifen zu reparieren ist, ist genauestens vorgegeben. Wer also den Schaden hat, sollte ihn lieber begutachten lassen als selbst Hand anzulegen.
Vorsicht geboten ist insbesondere bei der Selbsthilfe mittels eines eventuell vorhandenen Pannenhilfesets, wenn kein Ersatzreifen zur Hand ist: Wer einmal das mitgeführte Reifendichtmittel für die notdürftige Reparatur eingesetzt hat, kann den Pneu hinterher getrost zur Deponie bringen. Die Fachwerkstatt darf dann nämlich aus verschiedenen technischen Gründen keine fachgerechte Reparatur mehr vornehmen, der Reifen muss entsorgt werden. Dabei ließen sich in vielen Fällen die Pneus durchaus retten; sowohl für den Geldbeutel als auch für die Umwelt viel schonender als eine Neuanschaffung. Denn oftmals reicht es nicht aus, nur den einen betroffenen Reifen auszutauschen. Schon kleine Unterschiede in der Profiltiefe, die sich vom ersetzen Reifen zum 2. Reifen auf der anderen Seite der Achse ergeben, können es erfordern, dass der zweite (bei manchen allradbetriebenen Fahrzeugen sogar alle 4!) Reifen ebenfalls ersetzt werden muss.
Das ist dann schon ein durchaus teures Vergnügen. Stellt man also einen Druckverlust eines Reifens fest, findet vielleicht sogar den Übeltäter in Form von hineingefahrener Schraube, Nagel der anderem spitzen Gegenstand, entfernt man diesen bitte nicht, sondern sucht lieber eine Fachwerkstatt auf, bevor der Reifen einen irreparablen Plattrollschaden erleidet. Das Portemonnaie wird es danken - die Umwelt auch!












