(openPR) Top-Manager und Haft-Entlassene leben zwar in völlig verschiedenen Schichten. Doch in der persönlichen Isolation und den Wunschträumen sind sie einander ähnlich, fanden Prof. Dr. Elisabeth Ardelt und Kollegen in einer psychologischen Vergleichsstudie.
Für den Manager bietet häufig die Familie den einzigen persönlichen Rückhalt; doch ihm bleibt nicht genügend Zeit und emotionale Kraft, sich bei den Angehörigen einzubringen; die Beziehung bleibt letztlich problematisch bzw. distanziert. Haftentlassenen fehlt die Familie meist ganz; und sie versuchen, sich auf wirkliche oder vermeintliche "Freunde" zu stützen.
Die Mehrheit der Top-Manager wie der Haft-Entlassenen träumt - außerhalb oder innerhalb der Legalität - vom "großen Coup", von einem "riesigen Geschäft", von einem weiteren Aufstieg in die oberste Machtposition; Genuß-Aspekte spielen keine wesentliche Rolle. Anders die Haftentlassenen: Sie denken v.a. an Lebensunterhalt und Lebensgenuß, meist wollen sie unmittelbare Bedürfnisse befriedigen.
E. Ardelt u.a.: "Die Moral von Top-Managern und von benachteiligten Haftentlassenen"
in: Erich H. Witte (Hrsg.) Soziale Kognition und empirische Ethikforschung, S. 121-138
Pabst, ISBN 3-928057-72-3, 15,- Euro











