(openPR) Im Ersten Weltkrieg (1914-18) war das Deutsche Reich von Importen ausländischer Heilpflanzen so gut wie abgeschnitten, zum Beispiel bei Chinarinde (Malaria), Aloe (Verstopfung), Opium (Schmerzen) oder Rhabarber (Verstopfung). Zu sehr hatte sich das Kaiserreich auf die großen Synthese-Erfolge der chemischen Industrie verlassen, zu wenig auf die Heilpflanzen-Ressourcen im eigenen Land. Vor diesem Hintergrund versuchte 1917 das Kaiserliche Gesundheitsamt in Berlin, „in den weitesten Kreisen des Volkes die Kenntnis der wichtigsten wild wachsenden Kräuter zu verbreiten, denen seit alters her heilkräftige Wirkungen zugeschrieben werden“. Und nicht nur das: Die Sammlung, Trocknung und Lagerung der gesammelten Pflanzen sollte die dramatisch verschlechterte Arzneimittel-Versorgung der Bevölkerung und vor allem der Soldaten an der Front verbessern helfen. Das damals weit beworbene Büchlein „Arzneipflanzen-Merkblätter des Kaiserlichen Gesundheitsamts“ kann nun - 100 Jahre später - auch online bei www.heilpflanzen-welt.de gelesen werden, dem ältesten deutschen Fachportal für Heilpflanzen.
Während alle in den Merkblättern beschriebenen Arzneikräuter vor 100 Jahren reichlich in Deutschland vorhanden waren, hat sich die Situation seither drastisch geändert. Viele Heilpflanzen finden sich heute auf der Liste der gefährdeten Pflanzen, bei zahlreichen verbietet die Bundesartenschutzverordnung sogar jede Nutzung. Hier bleibt Heilpflanzen-Interessierten nur die Option, geschützte Heilpflanzen wie Arnika montana (Bergwohlverleih) im eigenen Garten zu säen und wachsen zu lassen.
Weitere ausführliche Informationen : Arzneipflanzen-Merkblätter des Kaiserlichen Gesundheitsamtes (Volltext: http://www.heilpflanzen-welt.de/2016-3-Arzneipflanzen-Merkblaetter-des-Kaiserlichen-Gesundheitsamtes/
* Arzneipflanzen-Merkblätter des Kaiserlichen Gesundheitsamtes (bearbeitet in Gemeinschaft mit dem deutschen Arzneipflanzen-Ausschuß der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft, Berlin-Dahlem). Springer, Berlin, 1917.








