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Bühne frei für Martin Luther

17.05.201714:32 UhrKunst & Kultur
Bild: Bühne frei für Martin Luther

(openPR) Eine bedeutende Figur steht ab 5. Juni auf der Bühne des Bad Endorfer Volkstheaters: Martin Luther brachte mit seinen 95 Thesen die mittelalterliche Machtelite ins Wanken, reformierte die Kirche und auch die deutsche Sprache und führte die Gesellschaft vom Mittelalter in die Neuzeit.



Erster Vorstand Markus Mädler verkörpert den Kirchenmann, der all die Dinge, die er ins Rollen gebracht hat eigentlich gar nicht wollte.

Als Student wird er fast vom Blitz getroffen. Von mittelalterlichem Aberglauben geprägt, wertet er das Ereignis als Zeichen Gottes und gelobt Mönch zu werden. Er beginnt die Bibel intensiv zu studieren und findet vor allem am Neuen Testament Gefallen. Außerdem fällt ihm auf, dass die Botschaft von Jesus Christus nicht in den Gottesdiensten verkündet oder anderweitig gelehrt wird. Die mittelalterliche Kirche verfolgt komplett andere Ziele. Sie stellt Gott als rachsüchtigen Herrscher dar, der keinen Widerspruch duldet und Sünder mit barbarischer Folter bestraft. Auf diese Weise erzeugt sie ein Klima der Angst und nötigt die Bürger dazu teure Ablassbriefe zu kaufen, mit denen sie der Hölle entkommen können.

Mit dem eingenommenen Geld finanzieren sich Bischöfe und Päpste einen opulenten Lebensstil, der Vatikan verkommt zu einem riesigen Bordell. Luther reist nach Rom und erlebt den Sündenfall der Kirche mit eigenen Augen. Er beschließt etwas dagegen zu tun und schickt seine berühmten 95 Thesen an den Erzbischof von Mainz. Außerdem nagelt er seinen populistischen Aufschrei gegen die „Huren- und Hermaphroditenkirche“, die dringend reformiert werden muss, weil der Papst und andere Machtinhaber in seinen Augen „des Teufels Grundsuppe“ sind, an das Portal der Wittenberger Schlosskirche, um auch dem Volk seine Meinung kund zu tun. Weil er dabei kein Blatt vor den Mund nimmt, macht sich Luther schnell einen Namen als Schmähschreiber, seine Thesen verbreiten sich rasend schnell im ganzen Land.

Die Kirche reagiert - wie immer in solchen Fällen - mit einer Demonstration ihrer Macht. Rom erklärt die Thesen für ketzerisch und verlangt von Luther in einem Verhör, dass er seine Thesen widerruft. Andernfalls droht ihm der Scheiterhaufen.

Doch Luther sammelt mit seinen Thesen nicht nur neue Feinde. Vor allem im weltlichen Adel findet er jede Menge Verbündete, denen das kirchliche Machtgehabe schon lange zuwider ist. Kurfürst Friedrich der Weise lehnt eine Auslieferung Luthers an Papst Leo X. ab und mischt sich dadurch aktiv in den Streit ein.

Geschützt von seinen Verbündeten provoziert Luther das korrupte Imperium in Rom erneut und bestreitet das göttliche Recht des Papsttums. Eine zugestellte päpstliche Bannbulle verbrennt er in der Öffentlichkeit und bezeichnet sie als Furz.

Außer sich vor Wut exkommuniziert der Papst seinen Widersacher und verhängt die Reichsacht über ihn. Luther taucht auf der Wartburg unter und übersetzt das Neue Testament in deutsche Sprache. Ihm ist klar, dass die Machtelite in Rom dem Volk absichtlich den Zugriff auf das in der Bibel vermittelte Wissen verweigert. Die Bürger dürfen nicht erfahren, was wirklich in diesem Buch steht. Mit Hilfe des inzwischen etablierten Buchdrucks verbreitet sich Luthers übersetzte Bibel noch schneller als seine Thesen.

Glücklich über seinen Sieg war Martin Luther allerdings nie. Seine radikale Aufklärung über die wahren Absichten der mitteltalterlichen katholischen Kirche sorgte für blutige Aufstände im ganzen Land und wenig später zu einer Spaltung der Kirche, die er nie beabsichtigte. In vielen Dingen bewirkte er das Gegenteil von dem, was er eigentlich wollte. Hatte er die Folgen seines Handelns nicht bedacht? Oder war es ab einem gewissen Zeitpunkt ohnehin zu spät zur Umkehr? Historiker nehmen an, dass die meisten Ereignisse nach Veröffentlichung der übersetzten Bibel so oder so stattgefunden hätten. Selbst wenn Luther hingerichtet worden wäre. Die Neuzeit hatte bereits begonnen.

Martin Luther lebte in einer Welt des Umbruchs, die der unseren frappierend ähnelt. Zu seiner Zeit, vor 500 Jahren, erfand Johannes Gutenberg den industriellen Buchdruck und löste damit eine Medienrevolution aus. Luther wusste die Chance zu nutzen, die ihm das neue Medium bot. Der schnellen Verbreitung des übersetzten Neuen Testaments konnten die Machthaber nichts entgegensetzen.

Menschen wie Edward Snowden und Julian Assange machen heute genau das Gleiche. Sie decken schonungslos die Verbrechen der Machtelite auf und veröffentlichen belastendes Material im Internet. Auch sie nutzen ein neues Medium, das gerade die ganze Gesellschaft beeinflusst und umkrempelt.

Noch ein Ereignis, das uns heute beschäftigt, war zur Zeit Luthers in aller Munde: Die Globalisierung. Christoph Kolumbus setzte mit der Entdeckung Amerikas einen globalen Handel in Gang, der vielen Menschen unheimlich war. Andere sahen darin eine neue Chance und gelangten zu unvorstellbarem Reichtum.

Sowohl die Medienrevolution als auch die Globalisierung sorgten für soziale Umwälzungen, denen das mittelalterliche gesellschaftliche Machtgefüge nicht standhalten konnte.

Diese Umwälzungen erleben wir gerade wieder. Menschen organisieren sich im Internet und lösen politische Großereignisse wie den arabischen Frühling aus. Andere bauen sich im Internet eine berufliche Karriere auf und befreien sich damit aus der Abhängigkeit von Schulabschlüssen und Arbeitgebern.

Die Sorgen und Nöte Martin Luthers sind auch die des deutschen Bürgers im Jahr 2017. Das Gleiche gilt für seine Lösungsansätze. Grund genug, die Aufführung im Bad Endorfer Volkstheater zu besuchen. Sie bietet zahlreiche Denkansätze, die Ihnen dabei helfen in unserer verrückten Zeit zurechtzukommen.

Karten für das Stück „Martin Luther“ erhalten Sie über die Webseite des Theatervereins, www.theater-endorf.de oder an der Theaterkasse, Tel.: 08053-3743.

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