(openPR) Die Münchner ‚framepool Aktiengesellschaft‘, einer der weltweit führenden Anbieter von Filmmaterial mit Tochtergesellschaften in Frankreich, Großbritannien und den USA steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Vorvergangene Woche stellte das Unternehmen Insolvenzantrag beim Amtsgericht München. „Diese Entscheidung erfolgte nach reiflicher Überlegung und sie ist uns nicht leicht gefallen" betont CEO Dr. Stephan Bleek. Das Insolvenzgericht hat den Münchner Rechtsanwalt Rolf G. Pohlmann zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt, der schon mehrere Insolvenzen im Film- und Medienbereich betreut hat. Unter seiner Aufsicht wird der Betrieb nun fortgeführt. Das Unternehmen soll auf Sanierungskurs gebracht werden. Hierfür sieht Pohlmann gute Chancen. Gemeinsam mit dem Vorstand sucht Pohlmann nun nach einem Investor.
Framepool ist neben den US-amerikanischen Unternehmen Getty Images oder Shutterstock einer der führenden Anbieter von ‚Stock Footage‘, der Archivierung und dem Vertrieb von ungeschnittenem Filmmaterial, das in Fernsehbeiträgen, Spielfilmen oder Werbefilmen zum Einsatz kommt. Der Vertrieb des Filmmaterials und auch von Fotos erfolgt vor allem über den Online-Shop unter ‚www.framepool.com‘, über den die Masterfilme in maximaler Qualität – HD, 4k, UltraHD; 6k, RM und RF – online lizenziert und heruntergeladen werden können.
„Framepool ist mit seinem Knowhow und dem innovativen Geschäftskonzept einer der führenden Anbieter in einem stetig expandieren Marktumfeld" sagt Pohlmann. „Allerdings hat die Marktdominanz vor allem eines Anbieters, verbunden mit einem starken Preis- und Verdrängungswettbewerb, es bislang verhindert, dass Framepool Renditen erwirtschaften konnte", so der vorläufige Insolvenzverwalter weiter. „Wir sind zwar nach wie vor auf Investorenkapital angewiesen, allerdings haben wir mit über 800 unter Vertrag stehenden Lizenzgebern und mehr als 6.000 Stunden Footage online nun eine Größe erreicht, in der die Gewinnschwelle bald überschritten werden könnte", sagt CEO Bleek. „Den Insolvenzantrag mussten wir jetzt aber stellen, weil uns zugesagte Investorengelder aus den USA plötzlich doch nicht ausbezahlt wurden." Von dem jetzt eingeleiteten Insolvenzantragsverfahren erhofft sich der Vorstand, dass das Unternehmen mit den dem Insolvenzverfahren vorbehaltenen günstigen Restrukturierungsmöglichketen schnell auf Sanierungskurs gebracht wird.
Gute Ausgangslage zur Rettung des Unternehmens
Um der Krisensituation zu begegnen, hatte der Vorstand früh reagiert und bereits Kostensenkungsmaßnahmen eingeleitet. Allerdings genügte das nicht, um eine hinreichende Entlastung zu erreichen. „Was in dieser Situation nötig ist", so der vorläufige Insolvenzverwalter Pohlmann, sei „neben insolvenzrechtlichen Sanierungsinstrumenten frisches Kapital, um das Geschäft dauerhaft in die Gewinnzone zu bringen". Dabei sei es „erfreulich", so Pohlmann, dass framepool frühzeitig Insolvenzantrag gestellt habe. So bleibe nun etwa Zeit, um alle Sanierungsmöglichkeiten auszuloten. Aufgrund des im Unternehmen vorhandenen Knowhows, der vorhandenen Kundenbeziehungen, hervorragender technischer Infrastruktur und der Marktstellung von framepool geht Pohlmann derzeit von guten Sanierungsaussichten aus. „In Betracht kommt eine Eigensanierung, aber auch eine übertragende Sanierung, etwa auf einen strategischen Investor", sagt Pohlmann. Je nach Aufstellung des Investors könnten dabei auch Synergien genutzt und die Gewinnschwelle schneller erreicht werden.
Geschäftsbetrieb geht weiter
Der Betrieb von framepool geht nach einem gemeinsamen Entschluss des Vorstands und des vorläufigen Insolvenzverwalters bis auf weiteres vollumfänglich und mit der vorhandenen Mannschaft weiter. „Unsere Kunden können weiterhin auf unseren Service und unsere gewohnt ausgezeichnete Leistungsfähigkeit zählen", bekräftigt CEO Bleek. Die Bundesagentur für Arbeit habe zudem die Vorfinanzierung des Insolvenzgelds bereits bis Ende Mai zugestimmt, so dass die Löhne und Gehälter der rund 20 Beschäftigten gesichert seien. „Anlässlich der Betriebsversammlung letzte Woche konnte ich mich davon überzeugen, dass die gesamte Belegschaft geschlossen hinter dem Vorstand und dem Betrieb steht", sagt Pohlmann. „Die Mitarbeiter haben die Nachricht von der Insolvenz natürlich mit großer Betroffenheit aufgenommen. Es hat mich zugleich aber sehr gefreut, dass uns alle die Treue halten wollen", ergänzt Bleek.
Jetzt gelte es neben der Aufrechterhaltung des Betriebs auch die Lizenzgeber davon zu überzeugen, framepool weiter die Treue zu halten. Denn wenn die Filmemacher und Videoproduzenten ihre Verträge mit framepool kündigen, kann framepool nur noch den vergleichsweise kleinen Eigenbestand an Clips und Filmen an Kunden weiter vertreiben. „Es gibt für die Lizenzgeber aber wirtschaftlich keinen Grund, die Verträge zu kündigen", sagt Pohlmann. Denn seit Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung sei nunmehr ohnehin sichergestellt, dass die Lizenzgeber für Neulizensierungen auch tatsächlich ihr Geld bekommen. Und wenn framepool saniert wird, was nur gelingen könne, wenn die Lizenzgeber „an Bord bleiben", dürften diese auch auf ihre Altforderungen eine deutlich bessere Quote erhalten. „Mit den meisten Filmemachern arbeiten wir schon seit vielen Jahren zusammen", so Bleek, „die wollen uns weiter unterstützen, ebenso wie unsere Kunden".









