(openPR) Prien, 6. April 2017. Kein Monat im Jahr wirkt so belastend auf Menschen mit Depressionen wie der Mai. Das belegen zahlreiche Studien. Die Gründe für den traurigen Wonnemonat sind dabei nicht geklärt. „Die Wissenschaft diskutiert verschiedene Ursachen“, erklärt Univ.-Doz. Dr. Gernot Langs, Chefarzt der Schön Klinik Bad Bramstedt. „Vermutlich ist es eine Mischung aus biochemischen, psychosozialen, genetischen und sonstigen Faktoren. Im Mai kommt offenbar vieles zusammen, was in der Summe zu einem deutlichen Anstieg der depressiven Symptomatik führen kann und oft auch führt.“
Mit welchen Symptomen eine Depression bemerkbar macht, kann sehr unterschiedlich sein, denn sie reichen über Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Lustlosigkeit und Antriebsminderung weit hinaus (siehe auch www.schoen-kliniken.de/depression). Wie sich depressive Menschen wirklich fühlen, können Außenstehende nicht nachempfinden. Umso hilfreicher können nachfolgende Tipps für Betroffene und Angehörige sein, gerade auch, um sich auf potenziell belastende Situationen vorzubereiten - wie den nahenden Frühling.
Als Betroffener:
1. Seien Sie achtsam mit sich. Versuchen Sie, sich daran zu orientieren, was Ihnen gut tun würde.
2. Bleiben Sie realistisch. Nur, weil die Sonne scheint, lösen sich Probleme und Herausforderungen nicht in Luft auf. Auch Ortswechsel helfen nicht: Man nimmt sich selbst überall hin mit!
3. Nehmen Sie sich Zeit. Die Umstellung der Jahreszeiten bedeutet Stress für den Körper. Erleben Sie den Wechsel bewusst und gönnen Sie sich Ruhe, denn auch Ihr Schlafbedürfnis kann erhöht sein.
4. Aktivieren Sie sich körperlich und geistig, ohne sich zu überfordern. Vielleicht sind es die Laufschuhe, die Sie reizen, das Fahrrad für den Arbeitsweg, ein Yogakurs oder eine Abokarte für Museen in Ihrer Region: Frischer Input bringt willkommene Anreize.
5. Halten Sie sich täglich ca. 30 Minuten unter freiem Himmel auf. So kann Ihr Körper wieder Vitamin D tanken.
6. Planen Sie in Ihrer Freizeit immer mal wieder gezielt angenehme Aktivitäten ein und versuchen Sie, diese Termine wahrzunehmen. Besonders soziale Kontakte können ein starker Halt in kritischen Zeiten sein.
7. Wenn sich Ihre Stimmungslage weiter verschlechtert oder länger als zwei Wochen anhält, suchen Sie Ihren Arzt oder eine therapeutische Beratungsstelle auf.
Als Angehöriger:
8. Verhalten Sie sich (ganzjährig) vollkommen „normal“. Sätze wie „Wie kannst du bei dem Wetter nur traurig sein?“ oder „Wenn erst einmal die Sonne scheint, geht es dir besser.“ üben nur unnötig Druck auf Menschen mit Depressionen aus und sind überdies unrealistisch.
9. Vermeiden Sie gut gemeinte Ratschläge. Erkundigen Sie sich stattdessen direkt, was ihm oder ihr gut tun würde.
10. Bieten Sie gemeinsame Freizeitaktivitäten an oder bitten Sie selbst um Hilfe. Vielleicht gibt es Tätigkeiten, bei denen Ihnen die Kompetenzen Ihres Angehörigen willkommen wären. Depressive Menschen müssen im Alltag nicht über die Maße „geschont“ werden.
11. Drängen Sie sich nicht auf, sondern seien Sie da. Manchmal kann ein Gespräch, manchmal eine regelmäßig verschickte Postkarte unterstützend sein.
12. Machen Sie die Depression Ihres Angehörigen nicht zu Ihrer eigenen Krankheit und genießen Sie ohne Schuldgefühle. Nehmen Sie z. B. auch allein eine Einladung von Freunden wahr, wenn Ihre Partnerin / Ihr Partner (mal wieder) absagt. Das fällt schwer, ist aber für Ihr eigenes Seelenheil unerlässlich. Denn um dauerhaft Kraft zu spenden, müssen auch Sie auftanken. Und es nimmt auch Schuldgefühle von Ihrem depressiven Angehörigen, weil er sich dadurch nicht als „Hemmschuh“ sieht.
Weitere Informationen:
Online-Selbsttest Depressionen: www.schoen-kliniken.de/depression-test













