(openPR) Max Leonhard las bei Radio Fips aus seinem Debütroman:“Bielers Dilemma.“
Göppingen: Recht oder Gerechtigkeit, das ist das Grundthema des Romans, aus dem der Schriftsteller Max Leonhard, bei seinem Auftritt in der Lesebühne, am Samstagnachmittag einige Passagen zum Besten gab. Der Autor, geboren in Südtirol, ist freischaffender Künstler, Maler, Bildhauer und Schriftsteller, war aber, vor über zwanzig Jahren, für einige Zeit auch als Herzchirurg tätig und so verwundert es wenig, wenn sein Roman im Ärztemilieu spielt. Wovon er schreibt? Na, von einem Mord an einem Chefchirurgen, und die Geschichte hat es in sich. Die Welt der Kliniken kennt Leonhard von innen, und so ist er in der Lage, dem Leser eine Welt zu erschließen, die dem „Normalsterblichen“ stets verborgen bleibt. Was er zu erzählen hat, ist an manchen Stellen durchaus dramatisch, ja haarsträubend, besonders dann, wenn er auf die Absprachen zwischen der Ärzteschaft und der Justiz zu sprechen kommt, die der Autor ungeheuerlich und moralisch verwerflich nennt. Bei diesem doch sehr ernsten Thema, hätte man vielleicht eher schwere Kost erwartet, doch entpuppte sich der gelesene Text in seiner Gesamtheit als zutiefst literarisch und facettenreich. Die Sprache, kräftig und ausdrucksstark, die Wortwahl präzise und plastisch, zeugt von nicht geringer Meisterschaft und der Aufbau der Geschichte lässt eine Ahnung aufkommen, was den Leser bei der Lektüre des Romans erwartet. Es sei ein literarischer Roman der besonderen Art, sagt der Künstler, vielleicht auch ein Krimi, einer, bei dem aber die Mordgeschichte nicht immer und ausschließlich im Vordergrund steht. Es ginge nicht selten mehr um psychologische Studien an den einzelnen Romanfiguren und um philosophische Gedanken über das Leben im Allgemeinen und Gedanken zum Wesen der Gerechtigkeit im Besonderen. Dabei verliert der Roman an keiner Stelle seine sprachliche Leichtigkeit, die den Text auch dann noch dominiert, wenn die Geschichte an Spannung gewinnt und einem Höhepunkt zusteuert. Die Geschichte selbst ist facettenreich, doppelbödig und sie lässt dem Leser jede Menge Raum für eigene Gedanken, ja er fordert sie geradezu heraus. Die Geschichte nötigt ihn dazu, Stellung zu beziehen und sich der Grundproblematik zu stellen, Eine Problematik, die darin besteht, dass das juristische Recht und Gerechtigkeit nicht immer deckungsgleich sein müssen. Letztendlich mündet die Geschichte in eine veritable Anklage an die „Gute Gesellschaft“ und die Justiz, die sich, so der Autor, willfährig für jede Schandtat missbrauchen lassen.
Abschließend kann man sagen: Es ist ein außergewöhnlicher Roman, der hier vorgestellt wurde, halb Krimi, halb psychologische Studie mit philosophischen Exkursen, eine Geschichte, die manchmal spannend ist und an einigen Stellen ausgesprochen humorvoll. Eine intelligente Mischung mit einigermaßen explosivem Inhalt und eine Geschichte, die überraschend endet und deren Ende moralisch nicht unanfechtbar ist, obwohl die meisten Leser, da bin ich mir ziemlich sicher, dieses Ende begrüßen werden.











