(openPR) Was ist ERP und für welche Betriebsgrößen ist so ein System geeignet? „Das ist doch nur was für den Daimler!“ So oder ähnlich kennt wohl jeder die Aussage von Chefs kleiner und mittlerer Handwerksbetriebe. Woher kommt dieser Respekt vor ERP?
Auf der Suche nach einer Erklärung des Begriffs ERP gibt Wikipedia Auskunft: „Enterprise-Resource-Planning, die Einsatzplanung der in einem Unternehmen vorhandenen Ressourcen, meist ist die dafür eingesetzte Software gemeint“. Ressourcen lässt sich noch prima mit „Betriebsmitteln“ ersetzen. Unternehmens-Betriebsmittel-Planung. Also die Planung von Mitarbeitern, Material, Maschinen und Fahrzeugen. Schon ist der Begriff ERP entzaubert und verständlich. Jetzt wird manch einer sagen „Aha, ja aber das mache ich doch schon die ganze Zeit!“. Genau. Also keine Angst vor neuen Begriffen. ERP ist nichts anderes als ein Werkzeug, wie z.B. eine Bohrmaschine oder eine Handkreissäge.
ERP soll also Unternehmen bei der Planung unterstützen. Nicht nur bei der Planung, auch im alltäglichen Ablauf eines Handwerkbetriebes. Mit ERP verbindet man üblicherweise Systeme wie SAP oder Microsoft Dynamics NAV (ehemals Navision). Will man nun diese Systeme auf die Bedürfnisse eines Handwerkbetriebes anpassen, so ist das der sprichwörtliche „Schuss mir der Kanone auf den Spatzen“. Verhältnismäßigkeit ist angesagt. Kein geeigneter Weg für den Handwerker ist es, wenn für den Einsatz eines IT-Systems ein Administrator erforderlich ist und für die Anpassung der Lösung ein Programmierer Team. Das sprengt jeden finanziellen Rahmen. ERP für das Handwerk muss bezahlbar und einfach in der Bedienung und Wartung sein.
Neben den täglichen Aufgaben wie Angebote, Auftragsabwicklung, Einkauf und Lager sollte ein ERP System wichtige Fragen beantworten können: „Habe ich am letzten Auftrag Geld verdient?“, „Werde ich am nächsten Auftrag Geld verdienen?“, „Wie ist die Auftragslage in Zukunft?“. Dazu ist eine funktionierende, fachlich richtige Vorkalkulation nötig, die auch Stücklisten und Preislisten der Lieferanten handhaben kann. In der heutigen Zeit reicht es nicht mehr, wenn nach Monaten die Zahlen des vergangenen Jahres vom Steuerberater kommen. Das ist zu spät! Nichts ist so alt wie die Bilanz vom letzten Jahr – vielleicht noch die Tageszeitung von gestern!
Eine sehr wichtige Aufgabe, die ein ERP für Handwerker beherrschen muss: Datenaustausch. Der Import von Artikeln, Adressen, Kontakten usw. aus dem Vorgänger System erleichtert den Start. Vielleicht erlaubt das ERP System ja sogar eine Integration von Hersteller Konfiguratoren. Das sind Programme, die konstruktiv und eventuell kalkulatorisch Spezialaufgaben lösen. Das ist besonders wichtig, wenn der Handwerker fachlich komplexe Produkte wie Fenster, Türen, Treppen, Sonnenschutz und viele andere, einkauft und bei seinen Kunden montiert.
Fazit: ERP ist gut, richtig und sollte jeder Handwerker verwenden. Dabei liegt das Augenmerk auf den Bedürfnissen des Handwerkbetriebes. ERP darf auf keinen Fall zum Selbstzweck werden. Software ist widerspenstig und will gezähmt werden. Sie ist nichts weiter als ein Werkzeug und muss von jedem in der Firma ohne aufwendige Trainings bedient werden können. Dabei darf durchaus auch Handarbeit nötig sein. Denn mit dem Automatisierungsgrad von IT-Systemen, steigt der finanzielle Aufwand exponentiell.









