(openPR) Der 2. August 1906 ist ein außergewöhnlicher Tag in der Geschichte des Rügener Ostseebades Sellin. An diesem Morgen fiebern die Bürger einem historischen Moment entgegen: Der Geburtsstunde eines architektonischen Kleinods, das den Kurort entlang der Ostseeküste berühmt machen wird – die Einweihung der ersten Seebrücke. Ganze 508 Meter in die Ostsee hinaus haben Bauleute Holzpfähle in den Meeresboden gerammt und der Landungsbrücke mit einem der Bäderarchitektur nachempfundenen Brückenkopf ein bis heute unverwechselbares Gesicht gegeben. Ein Paradebeispiel für den Seebrückenbau, das seit der Einweihung täglich Dampfer aus den benachbarten Ostseebädern und Stettin ansteuern. An Bord wohlhabende Badelustige, die sich, in weißes vornehmes Leinen gehüllt, in Sellin Stunden der Erholung gönnen, über die vom Fürsten zu Putbus angelegte, mondäne Wilhelmstraße flanieren und in schwindelerregender Höhe, 30 Meter über dem Meeresboden, einen unvergesslichen Blick auf die Seebrücke genießen.
Doch bereits 18 Jahre nach der Einweihung macht eine Sturmflut alles Liebgewonnene zunichte. Zum Glück nur für wenige Monate. Denn noch im Sommer 1924, nach wenigen Monaten fieberhaften Arbeitens, wird die Seebrücke zum zweiten Mal in Betrieb genommen. Opulenter als je zuvor und durch den Anbau eines Musikpavillons ein Treffpunkt der Highsociety. Doch das Meer gibt keine Ruhe. Immer wieder bedrohen dicke Eisschollen das Holz der Brücke. Selbst die Eissprengungen können das Bauwerk nicht auf ewig retten. Zu stark rütteln die Ostseewellen an der Holzkonstruktion, bis die Brücke – schwer beschädigt - 1978 endgültig abgerissen wird.
Trotzdem sind die Erinnerungen an das Selliner Vorzeigeobjekt nie in Vergessenheit geraten. Nach der Wende wird die Seebrücke nach historischen Vorlagen wieder aufgebaut und strahlt seit dem April 1998 nicht nur weit auf die Ostsee hinaus, sondern von unzähligen Fotos in Magazinen und Katalogen. Die Selliner Seebrücke ist 100 Jahre nach ihrem Jungfernbau zwar um 114 Meter kürzer geraten, aber ansonsten wieder das, was sie einst war: Das architektonische Highlight der stillen Diva Sellin. Ein Wahrzeichen Rügens.
Anlässlich des 100. Geburtstages der Seebrücke richten die Selliner vom 29. Juli bis 6. August 2006 ein Seebrückenfest aus. Ein Grund mehr, sich auf den Weg in den Nordosten zu machen. Denn bis heute hat Sellin nichts von seinen Reizen verloren. Seit vielen Jahren locken der breite Ostseestrand, die intakte Natur und die liebevoll sanierten Gründerzeitvillen, die mit ihren verzierten Balkonen, filigranen Türmchen und Veranden weit über Rügens Grenzen hinaus für ihren Bäderstil berühmt sind, Millionen Touristen in das mondäne Ostseebad.
In Sellin können sich die Urlauber nicht nur auf die Spuren architektonischer Schönheiten begeben, sondern alle Vorzüge genießen, die ein Ostseebad auf Rügen zu bieten hat. Ein breiter Ostseestrand, an dem die Kinder nach Herzenslust Sandburgen bauen und die Großen beim Sonnenbaden entspannen können. Modern ausgestattete Hotels und Pensionen, in denen es sich wohnt wie zu Kaiser Zeiten. Verwöhnkuren mit Rügens Heilkreide in den attraktiven Wellness-Oasen. Und manchmal reicht auch ein Strandspaziergang auf der Suche nach Donnerkeilen und Hühnergöttern oder eine kuschelige Stranddecke, um für ein paar Stunden dem Rauschen der Ostseewellen zu lauschen. Das ist Urlaub in Sellin.
Kontakt: Tourismuszentrale Rügen GmbH, 01805 / 334433 (24h / 12 ct./min.) oder Kurverwaltung Sellin, Warmbadstraße 4, 18586 Ostseebad Sellin, Tel. 038303 / 87305, Fax 038303 / 86075,
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