(openPR) Winsen (Luhe), den 09.02.2017: So wie man das A & O kennt, gilt für Fahrzeuge und ihre Bereifung das O & O. Wechselhaft, wie Witterungsverhältnisse nun mal sind, sollte man sein Auto im Winter auch nur entprechend ausgerüstet fahren. Die gängige Faustregel ist hier: von O (Oktober) bis O (Ostern).
Grundlage für diese Faustregel sind die durchschnittlichen Erfahrungswerte auf unser Klima bezogen. So gibt es zwar eine Winterreifenpflicht nicht direkt, aber die Straßenverkehrsordnung regelt, dass man bei Eis- und Reifglätte, Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch usw. mit sogenannten M+S-Reifen (steht für Matsch und Schnee) unterwegs sein müssen. In unseren Breitengraden sind es nun mal nicht nur die Wintermonate, die mit Schnee und Tiefsttemperaturen aufwarten können. Auch Anfang Oktober, manchmal sogar schon davor, kann uns der gefährliche Frost oder entsprechender Niederschlag überraschen.
Warum sind nun M+S-Reifen für die Zeit zwischen O und O die richtige Wahl? Von Sommerreifen unterscheiden sie sich in der Gummimischung sowie Profil und Profiltiefe. Sie sollen den richtigen "Grip" gewährleisten, das Fahrzeug soll auch auf glatter bzw. schneebedeckter Fahrbahndecke lenkbar bleiben und nicht ausbrechen oder wegrutschen. Dafür soll ein lamellen- oder pfeilartiges Profil sorgen, wohingegen Sommerreifen durch gröberes Profil eher für die Verdrängung größerer Wassermassen z.B. bei Starkregenschauern geeignet sind. Die bei Winterreifen vorliegende deutlich weichere Gummimischung sorgt für die nötige Haftung. Mit sinkenden Temperaturen wird auch das Reifenmaterial fester; Winterreifen erreichen so die optimale Elastizität, wohingegen der Sommerreifen viel zu hart würde, um eine nötige Kraftübertragung auf die Straße zu gewährleisten. Dies hat aber erhebliche Auswirkungen auf Straßenlage und Bremswege. Kurz gesagt: Mit Sommerreifen ist ihr Bremsweg unter Umständen doppelt so lang wie mit Winterreifen.
Man sollten also nicht an der falschen Stelle sparen, um sich und andere Verkehrsteilnehmer nicht unnötig zu gefährden. Ein Unfall mit falscher Bereifung kann einen da doch wesentlich teurer zu stehen kommen. Zwar trägt die Versicherung den Schaden, den man ggf. am Fahrzeug des Unfallgegners angerichtet hat, auch bei Sommerbereifung, aber im Fall eines Schadens am eigenen Fahrzeug müsste man der Versicherung plausibel erklären können, dass bei Fahrantritt nicht erkennbar war, dass eine Sommerbereifung völlig ungeeignet ist. Ansonsten kommt es zu Kürzungen in der Schadensbegleichung genau wie zu einem Bußgeld seitens der Polizei. Mögliche Personenschäden könnte man wohl mit seinem Gewissen überhaupt nicht vereinbaren.
Umgekehrt ist der richtige Sommerreifen natürlich genauso wichtig. Die härtere Gummimischung trotzt auch hohen Temperaturen und hält das Fahrzeug in der Spur, wohingegen der für niedrige Temperaturen konzipierte Winterreifen sich im Sommer verformen kann, an Profiltiefe verliert und einen hohen Abrieb hat.










