(openPR) Emden / Das Ostfriesische Landesmuseum Emden ist im Jahr 2017 einer der Protagonisten des Reformationsjubiläums in Ostfriesland. Dabei ist das Museum gemeinsam mit der Johannes a Lasco Bibliothek Ausrichter der Doppelausstellung ‚Reformation und Flucht‘.
„Im Zentrum des Sonderausstellungsprogramms des Jahres 2017 steht die Schau ‚Reformation und Flucht – Emden und die Glaubensflüchtlinge im 16. Jahrhundert‘“, erläutert der Direktor des Ostfriesischen Landesmuseums Emden Dr. Wolfgang Jahn. Die kultur- und kirchenhistorische Doppelausstellung führt die Besucher in die Welt des Reformationsjahrhunderts. „In Gemeinschaft mit der Johannes a Lasco Bibliothek zeigt das Landesmuseum, wie sich Emden als Ankerpunkt der deutsch-niederländischen Grenzregion zu jener Zeit sowohl in religiöser als auch weltlicher Hinsicht grundlegend verändert hat“, führt Jahn weiter aus. In der Sonderausstellung werden am Beispiel von zahlreichen Lebensgeschichten von Männern und Frauen, Erwachsenen und Kindern, Zugezogenen und Einheimischen die Umbrüche und Veränderungen der für die Region so wichtigen Epoche veranschaulicht.
„Darüber hinaus ist das Landesmuseum Partner in den unterschiedlichen Netzwerken in der Emden - Reformationsstadt Europas - und in der Region, die sich 500 Jahre nach der Thesenverkündung Martin Luthers mit der Reformation und ihrer Vorgeschichte wie ihren Folgen beschäftigen“, erklärt Jahn.
Nach der aktuellen Sonderausstellung ‚Geheimbünde? – Freimaurer in Ostfriesland‘ und der Ausstellung zur Reformationsgeschichte präsentiert das Landesmuseum aktuelle Kunst aus Ostfriesland. „Die Ausstellung ‚Herbert Müller. Werke 1977 – 2017‘ zeigt das Schaffen des Künstlers, nicht zuletzt mit Leihgaben aus Privatbesitz, in seiner ganzen thematischen und gestalterischen Breite“, verspricht der Museumsdirektor.
„Die Ausstellung mit den Werken Müllers legt einen zusätzlichen Fokus auf einen Schwerpunkt des Landesmuseums“, erläutert der stellvertretende Direktoriumsvorsitzende des Landesmuseums Dr. Reinhold Kolck. „Mithilfe der Stiftung für bildende Kunst und Kultur in der Ems Dollart Region und der durch sie in weiten Teilen mit Werken versehenen Neuen Galerie ist das Museum zu einem Referenzmuseum und Ankerpunkt für moderne Kunst der Region geworden“, schwärmt Kolck.
Der Direktoriumsvorsitzende des Ostfriesischen Landesmuseums Emden Gregor Strelow betont die aktuelle Rolle des Museums als Ausbildungsstätte im Kulturbetrieb: „Das Landesmuseum bietet seit nunmehr 20 Jahren in Kooperation mit den Arbeitsagenturen und dem Projekt Musealog arbeitssuchenden Akademikern eine Weiterbildung im Museumsbetrieb an.“ Die Absolventen qualifizieren sich zu Fachreferenten für Sammlungsmanagement und Qualitätsstandards in Museen. Neben Musealog bietet das Museum Stellen für Regialogen im Bereich Kulturmanagement, eine Volontariats-Stelle sowie die Möglichkeit, ein freiwilliges soziales Jahr im Bereich Kultur zu bestreiten. „Das Museum ist auch ein kulturelles Zentrum für die berufliche Orientierung und Qualifizierung“, so Strelow.
Der aktuelle Absolvent des Freiwilligen Sozialen Jahrs / Kultur Alexander Warnecke erarbeitet in einem Kooperationsprojekt mit der Grundschule am Wall und Radio Rudi eine besondere Form eines Audio-Guides für den Ausstellungsbereich der Moorleiche ‚Mann von Bernuthsfeld‘. Kinder einer vierten Schulklasse beschäftigen sich in einer AG mit der Lebenswelt des Mannes von Bernuthsfeld, entwickeln Texte zu selbst gewählten Objekten der Ausstellungsabteilung und sprechen diese bei Radio Rudi ein. Die Texte werden nicht nur für die Audio-Guides des Landesmuseums verwendet, sondern auch in einer Sendung bei Radio Rudi vorgestellt. „Eindrücke und Informationen über das Frühe Mittelalter aus Kindersicht und für Kinderohren konzipiert sind bestimmt auch für Erwachsene interessant.“, ist sich Strelow sicher.
„Aus dem großen Feld der Vermittlungs- und Ausstellungsarbeit des Landesmuseums ist mir auch das Heerlager im Rahmen des Jubiläums 400 Jahre Emder Wall und das Freilichtspiel ‚Mansfeld‘ noch stark vor Augen“, hebt der Direktoriumsvorsitzende zwei Höhepunkte aus den Kooperationsprojekten mit städtischen und weiteren Partnern aus der jüngeren Vergangenheit hervor. Europas Reformationsstadt Emden hat zuletzt stark im Zeichen ihrer frühneuzeitlichen Verteidigungsanlage, des Emder Walls gestanden. Während nun die Menschen, ihr Glaube und ihr direktes Lebensumfeld in den Mittelpunkt rücken.
So wird es in Kürze ein Projekt mit dem Berufsbildungsbereich der Ostfriesischen Beschäftigungs-und Wohnstätten GmbH zu Arbeitswelten früher und heute geben. „In einem Workshop begeben sich junge Auszubildende der obw im Ostfriesischen Landesmuseum Emden auf Spurensuche. Sie erfahren dabei Interessantes über die Emder und ostfriesische Geschichte, insbesondere über die Arbeitsbedingungen unterschiedlicher Epochen und setzen diese in Bezug zu ihrer heutigen Situation“, erklärt der Museumsdirektor.
Einzelveranstaltungen im Jahr 2017
Etabliert haben sich im Emder Kulturkalender die Passionsandachten, die ab dem 1.3 über sechs Wochen jeweils mittwochs im Rummel des Rathauses am Delft stattfinden. In Gemeinschaft mit den lutherischen Gemeinden Emdens und dem Sprengel Ostfriesland-Ems richtet das Landesmuseum diese Veranstaltungsreihe zum achten Mal aus. Während der Passionszeit werden Kunstwerke zu dem Thema ‚Menschen unter dem Kreuz‘ sowohl theologisch wie kunsthistorisch betrachtet.
Am 21.5. findet der 40. Internationale Museumstag unter dem Motto ‚Spurensuche – Mut zur Verantwortung‘ statt. Die Emder Museumsnacht ist am 5.8. und die Jubiläumsausgabe, nämlich die 25. des Emder Museumstags ist am 29.10. Teil der Reformationswoche.
In der Dauerausstellung, den zehn Sonderausstellungsprojekten und den verschiedenen Einzelveranstaltungen des Ostfriesischen Landesmuseums Emden sind im Jahr 2016 31.022 Besucherinnen und Besucher verzeichnet worden. Dies ist im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs von 8 %. „Diese Steigerung an Museumsbesuchen ist eine Bestätigung und zugleich ein Ansporn für das gesamte Museumsteam“, ist der Direktor überzeugt.











