(openPR) "bilder und filmbilder" ist die erste Ausstellung mit der Künstlerin Maja Nagel und dem Filmemacher Julius Günzel im Kunstverein Meißen. Beide arbeiten seit mehreren Jahren an gemeinsamen Filmprojekten, von denen, neben den grafischen und malerischen Bildern von Maja Nagel, eine Auswahl in der Ausstellung zu sehen ist.
Ihr verbindendes Thema ist der Verlust von Heimat, das Verschwinden von Traditionen und kollektivem Gedächtnis, insbesondere bei der sorbischen Volksgemeinschaft, hervorgerufen durch die fortschreitende Ausweitung des Braukohletagebaus in der Lausitz.
Die gemeinsame Filmarbeit ist oft geprägt durch einen dokumentarischen Charakter. So erzählt der Film cerne jagody mit poetischen Bildern vom Blaubeersammeln und über das Leben der Menschen, im Einklang mit der Natur und ihren sorbischen Gewohnheiten und Bräuchen. Doch nach und nach verschwinden die Orte, die Wälder, die Landschaften und mit Ihnen gehen auch die Traditionen und das Erinnerungsvermögen verloren.
Die grafischen und malerischen Arbeiten von Maja Nagel greifen Einzelheiten, Details und Ausschnitte aus diesen kaum aufzuhaltenden Prozessen auf. Geografische Veränderungen, Bruchstücke und Momentaufnahmen des Lebens werden in Karten markiert, bildnerisch skizziert, übermalt und weiterverarbeitet oder dienen als Vorlagen für malerische Auseinandersetzungen. All diese Arbeiten, die in ihrer Einzigartigkeit für Vertiefung in einem Gegenwertigen Moment stehen, bilden darüberhinaus Versatzstücke und Puzzleteile, die sich, auch in Verbindung mit den gezeigten Filmen, in der Ausstellung zu einem Gesamtbild fügen.
Ausblick
Mit dieser Ausstellung wird das Ausstellungsprogramm des Kunstvereins Meißen e.V. von 2017 eröffnet, dessen Programmatik die Präsentation von mindestens zwei oder mehr Künstler-innen pro Ausstellung vorsieht, welche inhaltlich oder in Ihrer Arbeitsweise Verknüpfungspunkte aufweisen. Indem diese gemeinsam eine Ausstellungssituation entwickeln, sich aneinander reiben, miteinander Dinge und Sachverhalte hinterfragen, anstoßen und bearbeiten, entsteht eine Intensität in der Auseinandersetzung die auch für den Besucher der Ausstellungen erkennbar sein wird.
Darüber hinaus soll wieder mehr an die Traditionen des Kunstvereines in seinen Anfängen angeknüpft werden, der vor genau 100 Jahren 1917 in Meißen gegründet wurde und in den Folgejahren einen regen Austausch und enge Verbindungen zur Dresdener Kunstszene und Kunsthochschule hatte. Im Zuge dessen wird die diesjährige Sommerausstellung von Meisterschülern der HfBK Dresden entwickelt, die mit Ihrer Präsentation über die Räumlichkeiten des Kunstvereins hinaus, auch im Meißner Stadtraum künstlerisch arbeiten und präsent sein werden.












