(openPR) Mit dem „Verzicht auf Rückabwicklung“ können Autorinnen und Autoren ihre Verlage unterstützen
20% bis 25% der Verlage sind laut Kulturstaatsministerin Prof. Dr. Monika Grütters in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht, wenn sie die VG Wort-Verlagsanteile der Jahre 2012 bis 2015 vollständig zurückzahlen müssen. Die Mitgliederversammlung der VG Wort hatte sich dafür ausgesprochen, dass AutorInnen auf die Rückabwicklung verzichten können, sodass die Verlage die insgesamt rund 100 Millionen Euro nicht aufbringen müssen. Unter der Überschrift „Verlage der Wissenschaft“ informieren Wissenschaftsverlage über die Situation und das Vorgehen zur Unterstützung der Verlage.
Im April 2016 urteilte der Bundesgerichtshof, dass die Verlagsbeteiligung an den Ausschüttungen der VG Wort – seit 1958 gängige Praxis – keine Rechtsgrundlage habe. Damit entfiel für die Verlage die Entschädigung, die die VG Wort jährlich ausgeschüttet hatte – im Wissenschaftsbereich zu je 50% an AutorInnen und Verlage. Diese Entschädigung für Zweitverwertungen urheberrechtlich geschützten Materials steht nun allein den AutorInnen zu.
Die Verlage müssen zudem die Entschädigungszahlungen, die sie in den Jahren 2012 bis 2015 von der VG Wort erhalten hatten, zurückzahlen. Für viele, insbesondere kleinere bzw. unabhängige Verlage hat dieses Urteil gravierende Auswirkungen. Die Politik hat auf europäischer wie auf deutscher Ebene angekündigt, die Wiederherstellung der früheren Ausschüttungspraxis zum Erhalt der Vielfalt der Verlagslandschaft zu ermöglichen. In Deutschland haben Bundestag und Bundesrat im Dezember 2016 für die Zukunft bereits gesetzliche Korrekturregelungen verabschiedet.
Die Initiative „Verlage der Wissenschaft“ setzt auf partnerschaftliches Miteinander von AutorInnen und Verlagen. Auf der Internetseite www.verlage-der-wissenschaft.de wird die komplexe Sachlage so kurz und einfach wie möglich erläutert. Und um Unterstützung seitens der Autorinnen und Autoren sowie der Politik geworben.
Initiiert hat diese Plattform die Verlegerin Barbara Budrich. „Wir sind selbst in einer komfortablen Katastrophenlage: Die Rückzahlung, die wir zu leisten haben, liegt bei über 100% unseres durchschnittlichen Jahresgewinns. So ist es gut, dass wir neben Rücklagen auch Unterstützer haben, um diese schwierige Situation meistern zu können. Ich weiß aber, dass andere Häuser akut in ihrer Existenz bedroht sind. Und das ohne eigene Schuld! Es muss entsprechende Hilfsfonds geben, um der Branche das Überleben zu ermöglichen!“













