(openPR) 60 Seiten gezeichneter Galgenhumor/schwarzer Humor
Adam Marody trat als Wachtraum auf einer Nachtfahrt im Schlafwagen von Berlin Richtung Westen, nach Köln oder Paris, in mein Leben. Durchwachte Nächte im Zug können eine ziemlich beunruhigende Kraft entwickeln, das metallische Schienengeratter, die Lichtblitze im Dunkel draußen vor den Fenstern bildeten den Rhythmus und die Farben, vor deren Hintergrund die Bilder aus Adams Leben anfingen, sich in meinen Gedanken einzunisten.
Diese Bilder waren natürlich noch nicht diejenigen, die Gabo dann zeichnete und die heute dem Buch seine unverwechselbare Gestalt geben - aber in meiner Erinnerung kann ich das nicht mehr voneinander trennen, ich sehe Gabos Zeichnungen vor mir, wenn ich an jene Zugfahrt zurückdenke.
Die Wirkung dieser Bilder war jedenfalls - und ist es noch immer - von unerbittlicher und eindringlicher Energie, sie fingen sofort an, ein Eigenleben zu entwickeln. Erlebnisse dieser Art lassen mich an der herkömmlichen Anschauung zweifeln, dass Ideen und Gedanken ausschließlich innerhalb unserer Köpfe entstehen, abgeschottet von der Außenwelt, nur indirekt von ihr beeinflusst. Ich bin ziemlich sicher, dass sie im Gegenteil wortwörtlich ‚in der Luft' liegen, und dass der individuelle Anteil einer kreativen Person an ihrer Manifestation in einer Art Verdichtung liegt, die im Kopf der Person stattfindet und ihnen eine individuelle Ausprägung gibt. Ein kreativer Mensch ist sozusagen ein Knotenpunkt universeller Energien, die sich in ihm bündeln.
In diesem Licht betrachtet besitzt die Figur Adam Marody einen weit höheren Realitätsgehalt als das düstere Hirngespinst einer schlaflosen nächtlichen Zugfahrt. Er war voller Willenskraft und Tatendrang, seine Geschichte zu erzählen, und Gabo und und E.U. Deuker hatten dem nichts entgegenzusetzen, und wollten es auch gar nicht.
Adam Marody schildert uns eine mögliche Zukunftsvision, bei der wir uns fragen, ob wir sie wollen.
Adam Marody tritt in seiner Geschichte nur indirekt in Erscheinung, weil er sich hässlich findet. Offensichjtlich ist bei ihm genetisch durch schädliche Umwelteinflüsse etwas schief gelaufen.
Gabo's Bilderwelt erzählt die Geschichte von Adam Marody, der für uns unsichtbar bleibt - verborgen in den nicht einsehbaren Bildwinkeln. Er versteckt sich vor uns, vor sich selbst. Sein Problem: er findet sich hässlich. Ein psychisches Problem?
Adam ist unser Nachkomme. 2028 geboren, lebt er in einer Zukunft, wie wir sie uns nicht wünschen ...
Pessimistisch? Nicht unbedingt! Zustände ändern sich manchmal schnell, wenn ein neues Bewusstsein für sie entsteht.
Und wenn Adams Geschichte zur Entstehung eines solchen neuen Bewusstseins beitragen kann, dann ist das Ziel erreicht
Ist Adam Marody - eine düstere Zukunftsvision?
Zweifellos. - Aber brauchen wir so etwas? Müssen wir uns denn unbedingt ausmalen, was wir uns gar nicht wünschen - im wahrsten Sinne des Wortes, wie hier geschehen?
Sollten wir nicht lieber positiven Zukunftsvisionen unsere geistige Energie zukommen lassen?
Ja, eindeutig, das sollten wir. Die Ideen des 'positiven Denkens' kommen immer mehr in Mode. Sogar in der Politik lässt sich das bereits beobachten, und das ist ohne Zweifel erfreulich und zukunftsweisend.
Aber wahrscheinlich haben sich alle, die sich in dieser Art des Denkens versuchen, auch schon öfter gefragt: Wie gehen wir mit den negativen Entwicklungen um, den realen und auch den denkbaren? Sollen wir sie einfach ignorieren, schönreden?
Bedeutet das nicht, sie zu verdrängen?
Tatsächlich gibt es neuere Untersuchungen, die zeigen, dass es nicht genügt, sich einfach nur geistig auf positive Lösungen zu konzentrieren, und schon 'macht das Universum die richtigen Schritte dorthin'. Dieses naïve, 'pure' positive Denken, so sagen diese Untersuchungen, führt zu einer gewissen Passivität des in froher Erwartung Schwelgenden, und die gewünschten positiven Energien kommen nicht so richtig in Fluss.
Die möglichen Hindernisse auf dem Weg zur angestrebten Wunscherfüllung, so die neuen Vorstellungen, sollen unbedingt mitbedacht werden, ebenso wie die möglichen Wege zu ihrer Überwindung. Erst dann wird ein Schuh aus dem Ganzen.
Und hier kommt Adam Marody ins Gedanken-Spiel: als gedankliches Hindernis.
Er ist ein Geschöpf von zu Ende gedachten Entwicklungen, wie sie sich überall um uns herum andeuten - wobei 'andeuten' eine sehr vorsichtige Formulierung ist für handfeste Tatsachen, deren Wirkung schon begonnen hat.
Wir freuen uns mit Ihnen, wenn Adam Marody 2028 nicht so zur Welt kommt wie hier beschrieben und ausgemalt.
Da er sich nun einmal unseren Gedanken aufgedrängt hat, laden wir Sie ein, sein Leben dort mit uns eine Weile, ein Buch lang, zu begleiten.
Adam Marody, die Hauptfigur, ist zwar selbst nie zu sehen, aber er scheint ganz sympatisch zu sein. Auf alle Fälle hat er Humor, ja, eine Art modernen Galgenhumor - was sicher seiner Situation angemessen ist.
Wer nun in Adam Marody Parallelen zu Kafkas Verwandlung sieht, Assoziationen sind erlaubt und erwünscht.













