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Prothesenregister: Deutschland steht im internationalen Vergleich schlecht da

01.12.201614:58 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Mehr Sicherheit und Qualität - die Vorteile des deutschen Prothesenregisters sind enorm. Doch in Deutschland machen derzeit nur rund die Hälfte aller Kliniken mit. In anderen Ländern sieht das anders aus: Dort werden fast 100 Prozent der eingesetzten Prothesen erfasst. Dr. Roland Sellckau, Hüft- und Knieexperte der Klinik Fleetinsel Hamburg rät Patienten, möglichst in Kliniken zu gehen, die sich an der freiwilligen Kontrolle beteiligen.




Rund 400.000 Menschen erhalten jedes Jahr in Deutschland ein künstliches Knie- oder Hüftgelenk. Zugleich gibt es jährlich 37.000 Wechseloperationen, bei denen die Prothesen wieder ausgetauscht werden. Um die Zahl der Revisionseingriffe zu reduzieren und die Versorgung der Patienten zu verbessern, wurde im Jahr 2010 das Endoprothesen-Register Deutschland (EPRD) geschaffen.

Im Prothesenregister wird genau erfasst, welchen Gelenkersatz ein Patient erhält und warum. Auch die Art und Länge der Operation sowie Alter und Gewicht des Patienten werden dokumentiert. Mit erfasst werden natürlich auch der Name der Klinik und des operierenden Arztes. Alle Daten werden in pseudonymisierter Form weitergeleitet.

„Ziel des Prothesenregisters ist, mehr Transparenz und mehr Qualität zu schaffen“, erläutert Dr. Roland Sellckau, Hüft- und Knieexperte der Klinik Fleetinsel Hamburg, die sich von Anfang an am Register beteiligt. Denn eigentlich sollen Endoprothesen 15 Jahre und länger halten. Das tun sie aber oft nicht und müssen vorzeitig entfernt werden. Bisher sind die Ursachen nur teilweise bekannt. Häufig handelt es sich um ein Implantatversagen. Langzeitdaten fehlen in Deutschland.

Die Vorteile des deutschen Prothesenregisters für den Patienten sind enorm: Da genau dokumentiert wird, welche Prothesen gut und welche schlecht sind, können eventuelle Mängel einer bestimmten Prothese schneller erkannt, fehlerhafte Produkte gegebenenfalls vom Markt genommen werden. Dr. Sellckau: „Viele Revisionseingriffe können in Zukunft verhindert werden, weil der Patient von vornherein eine bewährte Prothese bekommt.“

Doch das Problem in Deutschland ist: Die Teilnahme der Kliniken am Prothesenregister ist freiwillig! Weniger gute Kliniken wollen sich offenbar nicht in die Karten schauen lassen. „Wer mitmacht, zeigt: Wir haben nichts zu verbergen, wir wollen das Beste für die Patienten“, sagt Dr. Sellckau.

Die Zahlen sprechen für sich: Wenn man von einer Gesamtzahl von 400.000 endoprothetischen Eingriffen an Hüfte oder Knie in Deutschland pro Jahr ausgeht, wurden dem EPRD für 2012 etwa 0,2 Prozent, für 2013 etwa 4,7 Prozent, für 2014 etwa 14,2 Prozent und für 2015 etwa 36,7 Prozent durchgeführte Eingriffe übermittelt. Immerhin sieht es in diesem Jahr etwas besser aus: Nach Schätzungen von Sebastian Müller vom EPRD wird das EPRD für 2016 voraussichtlich 240.000 übermittelte Dokumentationen erreichen. Müller: „Damit erzielt das EPRD eine Erfassungsquote von 60 Prozent.“

Dennoch ist man damit von den Zahlen ausländischer Prothesenregister weit entfernt. Einige Beispiele:

? Schweden. Alle schwedischen Krankenhäuser, die endoprothetische Eingriffe an Hüfte oder Knie durchführen, nehmen am Register teil und sorgen für Erfassungsquoten von etwa 98 Prozent. Die schwedischen Register fürs Knie und die Hüfte sind übrigens weltweit mit Abstand die ältesten. Das Knieimplantateregister wurde 1975 ins Leben gerufen, das Hüftimplantateregister 1979.

? Australien. Das australische Register wurde 1998 gegründet. Nach eigenen Angaben liegt die Erfassungsquote bei etwa 98 Prozent und damit nahe an einer Vollerhebung. In 2014 wurden 97.500 Hüft- und Knieeingriffe im Register dokumentiert.

? England. Mit über 200.000 dokumentierten Operationen pro Jahr und Erfassungsquoten von über 90 Prozent handelt es sich um das weltweit größte bestehende Register. Seit seinem Start 2003 hat es insgesamt über 1,6 Millionen Dokumentations-Datensätze zu Hüft- und Knieversorgungen gesammelt.

? Niederlande. Das niederländische Register startete seinen Betrieb 2007 und erreicht mittlerweile jährliche Dokumentationszahlen von etwa 60.000 Hüft- und Knieendoprothesen, was einer Erfassungsquote von 96 Prozent entsprechen soll.

? Schweiz. Die Schweizer erheben seit dem Jahr 2012 Daten über prothetische Eingriffe an Knie und Hüfte. Mit 36.000 dokumentierten Operationen pro Jahr erzielt das Schweizer Register eine Erfassungsquote von 97 Prozent.

Dr. Roland Sellckau hofft, dass es bald auch in Deutschland für alle endoprothetisch tätigen Kliniken Pflicht wird, sich am Endoprothesenregister zu beteiligen – im Interesse aller Patienten. „Je mehr Daten man hat, desto sicherer werden Prothesen. Die Transparenz ist sehr wichtig“, sagt der Hamburger Chirurg.

Solange aber noch nicht alle Kliniken mitmachen, rät Dr. Sellckau allen Patienten, die eine Prothese benötigen: „Suchen Sie sich eine Klinik, die am Endoprothesen-Register teilnimmt. Sprechen Sie den Arzt darauf an, welche Implantate er verwendet und warum. Fragen Sie ihn auch, ob es Langzeitergebnisse für das Modell gibt, das er Ihnen empfiehlt. Das neueste Modell ist nicht immer das Beste.“

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