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Der Weg ist das Ziel: Pilgerrouten in Hessen

16.11.201618:57 UhrTourismus, Auto & Verkehr
Bild: Der Weg ist das Ziel: Pilgerrouten in Hessen

(openPR) Im Hinblick auf die Feierlichkeiten zum Lutherjahr 2017 – 500 Jahre Reformation – wird mit dem Lutherweg ein Weg für Pilger und Wanderer geschaffen, der an das Leben und Werk des bedeutenden Reformators erinnert. Bis Ende 2016 soll der historische Lutherweg von 1521 vollständig markiert und ausgestaltet sein. Mit dem Überqueren des Rheins südwestlich von Groß-Gerau lässt sich dem Weg auf einer Länge von rund 375 Kilometern durch Hessen folgen. Neben dem Lutherweg wurden in den hessischen Regionen in den letzten Jahren viele weitere Wege ausgebaut und alte Pfade wieder entdeckt und beschildert. Unter hessen-tourismus.de stellt die HA Hessen Agentur GmbH einige Pilgerrouten in Hessen vor.



++ Lutherweg 1521 führt durch Hessen++

Im Jahr 2017 jährt sich zum 500. Mal der Anschlag der Thesen durch Martin Luther in Wittenberg. Anlässlich des Jubiläums der Reformation wurde durch den Verein „Lutherweg in Hessen e.V.“ ein Pilgerweg geschaffen, der den Weg Luthers im Jahr 1521 zum Reichstag nach Worms und als Geächteter zurück zur Wartburg nachbildet. Rechtzeitig zum Jubiläumsjahr 2017 wird der Lutherweg 1521 in Hessen fertiggestellt und am 14. Mai 2017 in Romrod im Vogelsberg offiziell eröffnet. Am 26. und 27. August 2017 findet darüber hinaus ein großes Lutherfest in Alsfeld statt.

Der Lutherweg1521 ist sowohl ein Angebot für Pilger und Wanderer, die an der Reformation und deren Auswirkungen interessiert sind, als auch für diejenigen, die Erholung und Entspannung vom Alltag suchen. Der mit einem grünen „L“ ausgeschilderte Weg folgt den Spuren Luthers und verbindet historische Orte und erlebnisreiche Landschaften – jahrhundertealte Glaubensgeschichte wird hier spannend und hautnah erlebbar. Start- und Zielportal des Lutherweges stellen die Wartburg bei Eisenach in Thüringen und die Lutherstadt Worms in Rheinland-Pfalz dar. Dazwischen verläuft der Lutherweg auf einer Strecke von rund 375 Kilometern durch die hessischen Regionen. Von Trebur geht es über Rüsselsheim durch das Hessische Ried. Anschließend führt der Weg vorbei an der Main-Metropole Frankfurt und den Ackerlandschaften der Wetterau, das Vulkangebiet des Vogelsbergs und ab Bad Hersfeld durch die nördliche Kuppenrhön. Bei Berka im Werratal wechselt der Weg nach Thüringen. Für Gruppen bieten ausgebildete Pilgerleiter kundige und spirituelle Führungen über ausgewählte Wegeabschnitte an. Den Kontakt zu den Pilgerleitern vermittelt die Geschäftsstelle des Vereins Lutherweg in Hessen e.V. in Romrod. Mit dem Pilgerpass können Gäste an einzelnen Stationen des Lutherwegs 1521 Stempel sammeln und so eine schöne Erinnerung an den Weg bewahren.

++ Von Dom zu Dom: Pilgern auf der Bonifatiusroute ++

Als einer der bedeutendsten Pilgerwege Deutschlands gilt die rund 180 Kilometer lange Bonifatius-Route, die anlässlich des 1.250 Todestages des Missionars Bonifatius im Jahr 2004 eröffnet wurde. Auf der Route wandern Pilger von Mainz nach Fulda und folgen den Spuren des Trauerzuges, der im Jahr 754 den Leichnam des Bonifatius zu seiner letzten Ruhestätte brachte. Der Wallfahrtsweg verbindet nicht nur die beiden bedeutenden Bischofsstädte Mainz und Fulda, sondern führt auch vorbei an zahlreichen beindruckenden Kirchenbauten und Klöstern, die Wanderern die Geschichte erlebbar machen. Nach der Überquerung des Rheins verläuft die Strecke durch die hessischen Regionen vorbei an den Weinbergen des Rheingaus und dem Regionalpark Rhein-Main – auf der einen Seite der Gebirgszug des Taunus, auf der anderen Seite die Skyline Frankfurts mit ihren imponierenden Hochhäusern. Die Route durch die Wetterau führt an weiten Acker- und Streuobstflächen vorbei, während Wanderer im Vogelsberg ein riesiges längst erloschenes Vulkangebiet durchwandern. Entlang der Route können Wanderer die kulturelle Vielfalt, in Form von beschaulichen Klöstern, alten Kapellen, Wegkreuzen oder auch Museen und Galerien erkunden. Die Wege sind durch das offizielle Logo zur Bonifatius-Route markiert, zudem verweisen an besonderen Stellen Informationstafeln auf historische, kulturelle sowie naturräumliche Sehenswürdigkeiten.

++ Trimm-dich-Pfad für die Seele: Wandern auf dem ökumenischen Pilgerweg St. Jost ++

Lange Zeit war St. Jost in Vergessenheit geraten, obwohl zahlreiche römisch-katholische, evangelisch-lutherische und anglikanische Kirchen in verschiedenen europäischen Ländern seinen Namen seit Jahrhunderten tragen. Im hessischen Odenwald ist in Erinnerung an den Patron der St. Jost-Kapelle der ökumenische Pilgerweg St. Jost um die ehemalige Waldkapelle angelegt t worden. Der ökumenische Pilger- und Meditationsweg, auch „Trimm- Dich-Pfad fur die Seele“ genannt, führt die Pilger und Wanderer in Erinnerung an den Heiligen durch das Fischbachtal: Drei Kirchen, weitere Gedenkstätten, Brunnen und Quellen, aber auch herrliche Aussichten und vielerlei Sehenswertes mit spirituellen Impulsen liegen auf dem Weg. Der 22 Kilometer lange Weg ist mit „J1“ gekennzeichnet und durchquert die Ortschaften Niedernhausen, Meßbach, Nonrod, Billings, Steinau, Neunkichen und Lichtenberg. In Niedernhausen lädt die St. Johannes-der-Täufer-Kirche zur stillen Einkehr ein. Nach Passieren des „Rimdidim“ und der Germannshöhe erreichen die Pilger den imposanten 34 Meter hohen Kaiserturm auf der Neunkircher Höhe und genießen hier eine herrliche Aussicht – Die Fernsicht reicht über Frankfurt am Main hinaus bis in den Taunus und in die Pfalz.

++ Laurentiuspilgerweg im Taunus ++

Laurentius war ein beliebter Heiliger im Taunus. Gleich drei Kirchen sind hier nach ihm benannt und der Laurentiuspilgerweg verbindet alle drei Gotteshäuser auf rund 22 Kilometern: Beginnend in Usingen an der evangelischen Laurentiuskirche führt der Weg vorbei an der katholischen Kirche St. Laurentius, weiter über Merzhausen, Brombach, Schmitten bis nach Arnoldshain, wo er an der dortigen Laurentiuskirche endet. Die Kirche steht unter Denkmalschmutz und ist eine der ältesten Kirchen im Taunus – Pilger können hier ihren Pilgerpass stempeln lassen. Als Wegmarkierung dienen orangefarbene Schilder mit einem weißen „L“ mit Heiligenschein. Entlang des Weges liegen einige historische Orte. Darauf hinweisen sollen 20 QR-Codes auf kleinen Tafeln. Mit dem entsprechenden QR-Code können die Pilger über ihr Smartphone Hintergründe zur Entstehungsgeschichte ihrer näheren Umgebung erfahren.

++ Wege entstehen beim Gehen: Bad Zwestener Pilgerwege ++

„Wege entstehen beim Gehen“, dieser Ausspruch Franz Kafkas ist das Motto der Bad Zwestener Pilgerwege. Der Jakobusweg, benannt nach dem Schutzpatron der Zwestener Kirche, verbindet auf zwei abwechslungsreichen Routen die vier Kirchen der Ortsteile von Bad Zwesten: Ober- und Niederurff sowie Wenzigerode und Betzigerode mit der Zwestener Kirche. Viele Schautafeln mit Sinnsprüchen über Wege und Wegerfahrungen laden zum Nachdenken über die eigene Motivation des Pilgerns und die Erlebnisse ein. Pilgern ist eine Kraftquelle, bei der sich die Natur auf besondere Weise erleben und genießen lässt. Ziel ist es, den Einklang von Natur und Seele zu erleben. Denn das Pilgern, als ein Aufbruch zu einem heiligen Ort, ist eine der schönsten Formen des Gehens. Die fünf Kirchen laden mit ihrer langen Geschichte und ihrer sakralen Atmosphäre zum Betrachten, Atemschöpfen und Beten ein.

++ Pilgern auf den eigenen Lebensspuren: Der Upländer Pilgerweg ++

Der nordhessische Upländer Besinnungsweg ist ein ausgeschilderter Pilgerweg, der zum Nachdenken über die eigenen Lebensspuren einlädt. Auf insgesamt 17,4 Kilometern verläuft der Pilgerweg auf schönen Spazier- und Wanderwegen von Willingen zur Pilgerkirche nach Schwalefeld, weiter nach Rattlar, Usseln und zurück nach Willingen. Da der Weg in vier Abschnitte gegliedert ist, lässt er sich ebenfalls in aller Ruhe auch in Teilstücken erlaufen. Die vier Streckenabschnitte haben auch vier unterschiedliche Themen, die zu besinnlichen Gedanken einladen und auf persönliche Lebensspuren führen. Ähnlich einem Trim-Dich-Pfad für den Körper, ist der Besinnungsweg „Lebensspuren“ ein Pilger-Pfad für die Seele.

++ Elisabethpfad: Pilgern auf den Spuren der Heiligen Elisabeth ++

Auf den mittelalterlichen Spuren der Heiligen Elisabeth können Wanderer in Deutschland auf insgesamt drei Elisabethpfaden von Köln, Eisenach und Frankfurt am Main nach Marburg pilgern. Alle Pfade haben ein Ziel: Die Elisabethenkirche in Marburg – denn hier befindet sich das Grab der Heiligen. Die 147 Kilometer lange Strecke von Frankfurt führt in insgesamt neun Etappen über den Taunus auch vorbei am Kloster Altenberg bei Wetzlar. Der Pfad von Eisenach aus durchquert auf knapp 100 Kilometern die GrimmHeimat NordHessen. Hinter der hessisch-thüringischen Grenze geht es zunächst hinein ins Werratal und dann weiter ins Rotkäppchenland. Sanfte, waldreiche Hügel, romantische Flusstäler und urige Fachwerkdörfer liegen am Wegesrand. Gekennzeichnet ist der Elisabethpfad mit einem violetten Zeichen, das das Konterfrei der Elisabeth und ein weißes „E“ zeigt. In Schwalmstadt-Trutzhain, kommt der Weg an der einzigen Wallfahrtskirche in der GrimmHeimat NordHessen vorbei. Pilger können an der Kirche Maria Hilf Station machen und im Elisabethzelt, das von Ostern bis Ende Oktober neben der Kirche steht, ist eine kostenlose Übernachtung für bis zu 20 Personen möglich.

++ 30.000 Schritte Besinnung: Der neue Rheingauer Klostersteig ++

Seit Jahrhunderten gibt es im Rheingau Klöster verschiedenster Ordensgemeinschaften. Die Klöster sind fester Bestandteil der Kulturlandschaft Rheingau und haben die Region entscheidend geprägt. Seit September 2016 finden Wanderer hier einen neuen Wanderweg, der die Klöster sowie Naturerlebnisse mit innerer Einkehr verbindet. Der Rheingauer Klostersteig führt über 30 Kilometer vom ehemaligen Kloster Eberbach über die Klöster Johannisberg (heute Schloss), Marienthal, Nothgottes und St. Hildegard bis nach Marienhausen, wo der Weg in der Marienkirche endet. Die Strecke ist einem kleinen Pilgerbuch beschrieben, das gratis erhältlich ist. Ein Pilgerpass mit Stempelseiten bescheinigt den Wanderern, dass sie den gesamten Weg gegangen sind. Wer alle sechs Stempel der Klöster vorweisen kann, erhält am Ende ein Eberbacher Kreuz. Wem der komplette Weg an einem Tag zu weit ist, der kann den Klostersteig in zwei Etappen unterteilen. Von Kloster Eberbach bis nach Johannisberg ist „Aussteigen“ angesagt. Der steile anstrengende Aufstieg zur Hallgartener Zange erinnert daran, dass Pilgern auch Buße bedeutet. Beim anschließenden Abstieg im idyllischen Pfingstbachtal erlebt der Wanderer Natur pur. Auf dem zweiten Abschnitt von Johannisberg zum Kloster Marienhausen liegen die „lebendigen“ Klöster Marienthal (Franziskaner), Nothgottes (Zisterzienser) und St. Hildegard (Benediktinerinnen). Der Klostersteig soll bald auch vom Deutschen Wanderverband zertifiziert werden. Dann fügt er sich in das Netz der Qualitätswege ein, mit dem sich der Rheingau als Wanderdestination noch stärker als bisher profilieren will.

++ Pilgern zur Wiege der Konfirmation ++

Im nordhessischen Ziegenhain, einem Stadtteil von Schwalmstadt, steht die Wiege der Konfirmation: Bei einer theologischen Versammlung in den Anfangsjahren der Reformation wurde mit der Ziegenhainer Kirchenzuchtordnung die Konfirmation eingeführt. Anlässlich der 475-Jahr-Feier, die 2014 stattfand, hat die evangelische Kirche rund um Ziegenhain einen Katechismuspfad eingerichtet. Der 22 Kilometer lange Pilgerweg, der mit einer Lutherrose als Symbol gekennzeichnet ist, verbindet fünf Schwälmer Kirchen miteinander. Die Kirchen bieten als Stationen auf dem Pilgerweg die Begegnung mit den Themen des Katechismus an: Zehn Gebote, Glaubensbekenntnis, Vater Unser, Taufe und Abendmahl. Der Katechismuspfad kann das ganze Jahr über abgewandert werden, allerdings schließen die Kirchen im Winterhalbjahr schon am Nachmittag.

Weitere Informationen und Tipps zu Pilgerrouten in Hessen finden Interessierte unter http://www.hessen-tourismus.de/natur-und-landerlebnis/der-weg-ist-das-ziel-pilgerrouten-in-hessen

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