(openPR) Warum ist es allein so schön?
Ferienhaus in Alleinlage! Auf viele Menschen übt diese Vorstellung eine bezwingende Macht aus. Weg von der großen, oft allzu großen Nähe zu anderen! Kein Großraumbüro, keine Leute über oder unter einem, die stören oder durch einen selbst gestört werden, sein Leben ganz allein entfalten: Mitten in Schweden im Wald, oder an einem Norwegischen Fjord, einem mecklenburgischen See oder einem italienischen Olivenhain, um ein paar beliebte Ziele zu nennen.
Nicht verschwiegen werden soll aber auch, dass es nicht wenige Menschen gibt, die dann in der Nacht das Gruseln packt. Da, ein unbekanntes Geräusch – ist es eine Maus, der Marder oder - schlimmstenfalls - der Mörder, der die Einsamkeit zu Ausübung seiner finsteren Tat nutzen wird? Prosaisch veranlagte Naturen verweisen darauf, dass gerade abgelegene Häuser auch für mögliche Tunichtgute schwer zu lokalisieren sind, und die Vorstellung, dass jemand, der in der Nacht an die Haustür klopft, etwas Böses will, entspricht auch nicht gerade der Empirie. Aber, wenn Gefühle im Spiel sind, lässt sich halt wenig machen.
Umso größer sind die Wonnen der Befürworter der einsamen Wohnlage. Keine Störung! Laut Musik hören können! Ganz still sein und nur die Naturgeräusche hören. Legere Kleidung (oder fast gar keine) anziehen. Unfrisiert und im Unterhemd auf der Terrasse frühstücken… Ja, die Zwänge fallen ab. Die Zivilisation, an sich ja etwas Gutes und Erstrebenswertes, hat eben auch sehr viel Einengendes. Zumal Menschen, die mit Empathie und einer feinen Gesinnung ausgestattet sind, unter einem beständigen, teils selbst auferlegtem Zwang, stehen, sich zurückzuhalten. Denn überall steht man ja unter Beobachtung, in gewünschtem oder unerwünschtem Kontakt und Kommunikation. Da könnte man durch das unbekümmerte Ausleben der ursprünglichsten Wesensart des Menschen andere Menschen in ihren Rechten beschneiden oder sonstwie auf die Nerven gehen. Davon abgesehen, dass es unter Umständen auch richtig Ärger geben könnte.
Rund 46 Wochen im Jahr geht das so. Immer sind Menschen in der Nähe, auf die man Rücksicht nehmen muss. Und die, das ist zwar eine geheimnisvolle, aber unzweifelhafte Tatsache, fast immer viel weniger Rücksicht auf ihre Mitmenschen nehmen, als jene, die ihnen entgegengebracht wird. Kein Wunder, dass sich in den sechs Wochen Urlaub, die ein normaler Arbeitgeber seinen Mitarbeitern zugesteht, der Drang allein zu sein ausleben möchte. Vielleicht zusammen mit Partnerin oder Partner bzw. als Familie.
Aber wohin? „Willst du dein Leben froh genießen, musst du halt Kompromisse schließen!“ sagt der Dichter. Reist man als Familie, gibt es neben den leicht zu beantwortenden Grundfragen („Urlaubsreise: Na klar!“) immer auch konflikthaltige Einzelheiten. Den Kindern z. B. ist die Alleinlage völlig schnurz: Sie wollen hin und wieder ans Meer und einen Urlaub voller Abenteuer. Und die mitreisenden erwachsenen Partner haben unter Umständen auch divergierende Interessen: Der/die eine, das Jahr über im Büro, der Fabrik oder einem sonstigen Gebäude eingesperrt, drängt es in die freie Natur. Der andere (oder natürlich wahlweise: die andere – solche Fragen stehen über der Genderproblematik!) ist wild darauf versessen, Kunst und Kultur zu besichtigen. Was tun?
In solchen Fällen engt sich die Auswahl der Reiseziele schon ziemlich ein. Aber, im Vertrauen gesagt, ich hätte hier einen Tipp: Fahrt in die Toskana! Mietet ein Ferienhaus in Küstennähe in Alleinlage! Und freut euch an Kultur, Meer, Wanderungen, Olivenhainen und südlichem Klima. Und das zu allen Jahreszeiten. Es lohnt sich!

