(openPR) Grundschulstudie bestaetigt rot-grüne Bildungsreformpolitik
Zu den Ergebnissen der Internationalen Grundschul-Lese- Untersuchung IGLU erklaeren der bildungs- und forschungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Joerg Tauss und der stellvertretende bildungspolitische Sprecher Dr. Ernst Dieter Rossmann:
Das deutsche Bildungssystem ist besser als sein Ruf, jedenfalls solange es Schuelerinnen und Schueler nicht nach vermeintlichen Leistungskriterien selektiert. Das ist die zentrale Botschaft der Internationalen Grundschul-Lese- Untersuchung (IGLU), deren Ergebnisse heute der Oeffentlichkeit vorgestellt wurden.
Die IGLU-Studie gibt keine Entwarnung, was den Reformbedarf im deutschen Bildungssystem angeht. Aber sie gibt eindeutige Hinweise, in welche Richtung die Reformen gehen muessen:
Schuelerinnen und Schueler deutscher Grundschulen belegten im internationalen Leistungstest einen Platz im oberen Mittelfeld und schnitten damit deutlich besser ab, als die von der PISA-Studie erfassten 15-Jaehrigen. Grundschueler in Deutschland verfuegen ueber eine gute Grundbildung. Die Leistungsunterschiede zwischen den Besten und den Schwaechsten sind bei weitem nicht so gravierend wie bei den von PISA erfassten Jahrgaengen. Migrationshintergrund und soziale Herkunft spielen fuer die Leistungen der Grundschueler laengst nicht eine so grosse Rolle wie bei den Schuelerinnen und Schuelern in der Sekundarstufe. Kurz gesagt: In der Grundschule, die als einzige von Schuelerinnen und Schuelern ohne Ansehen ihrer Herkunft, ihres sozialen Status und ihrer schulischen Vorleistungen besucht wird, sind die von der PISA-Studie aufgedeckten Defizite des deutschen Bildungssystems nicht oder nur in sehr abgeschwaechter Form zu finden.
Dieser Befund bringt die konservativen Bildungspolitiker, die auf eine fruehe Leistungsauslese setzen, in erhebliche Erklaerungsnot. Denn es ist offensichtlich, dass die von PISA aufgezeigten Schwaechen des Bildungssystems erst einsetzen, nachdem Schuelerinnen und Schueler in unterschiedliche Schultypen sortiert wurden. Dass bei der Auslese oft nicht die Leistung, sondern eher soziale Vorurteile eine Rolle spielen - auch dies ein Befund der neuen Studie - unterstreicht nur die Zweifelhaftigkeit selektiver Systeme à la Bayern oder Niedersachsen.









