(openPR) Die Deutsche Telekom bietet seit heute keinen unbegrenzten freien Datenzugriff auf Spotify in ihren neuen Mobilfunkverträgen mehr an. Einige Verbraucher mögen verärgert sein – immerhin 11% der Deutschen nutzen Spotify. Doch strategisch macht dieser Schritt Sinn. Eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts für Infrastruktur und Kommunikationsdienste und der Hochschule Fresenius zeigt: Deutsche Verbraucher sind bereit, mehr Geld für ihren Internetanschluss auszugeben, um Musik und Videos immer und überall ruckelfrei genießen zu können.
Die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung und 28 Einzelinterviews zeigen: Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen der Nutzungsintensität von Streaming-Diensten wie Spotifiy, Deezer, Netflix oder Amazon Instant Video und der Zahlungsbereitschaft für den Internetanschluss. Konsumenten, die diese Dienste besonders stark nutzen, haben sich in den letzten zwei Jahren nicht nur einen neuen Mobilfunkvertrag mit mehr High-Speed-Datenvolumen gekauft, sondern auch ihr Zuhause mit zusätzlicher Bandbreite aufgerüstet. Sie besitzen heute eher einen LTE-Vertrag als der durchschnittliche Verbraucher und haben einen weit überdurchschnittlich leistungsfähigen Internetanschluss zuhause. Für diese Premium-Internetzugänge zahlen sie selbstverständlich auch mehr als der Durchschnittsverbraucher.
„Telekommunikationsanbieter profitieren durchaus vom Trend zu Streaming-Diensten“, sagt Dr. René Arnold. „Der Schritt der Deutschen Telekom wird zeigen, dass die Kosten des Datentransports, allen Unkenrufen zum Trotz, gerade beim Mobilfunk durchsetzbar sind.“
Die Studie unterstreicht, dass durch Streaming-Dienste zahlreiche völlig neue Konsumsituationen entstehen: Knapp die Hälfte (46%) der Nutzer von Spotify und Co. gibt an, jetzt Musik in Situationen zu streamen, in denen sie früher gar keine Musik gehört hätten. Bei den Nutzern von Video-Streaming sind es immerhin 28%, die diese Dienste ausschließlich in neuen Konsumsituationen einsetzen.
„Besonders wichtig ist es Konsumenten, den Soundtrack des Lebens immer und überall dabei zu haben“, weiß Wirtschaftspsychologin Dr. Anna Schneider: „Doch Playlists von schlauen Algorithmen alleine machen nicht auf Dauer glücklich. Die Leidenschaft für die Musik geht so schnell verloren.“ Die Interviews der Studie machen deutlich, dass der „Mix der Woche“ zwar angenehm und bequem ist, aber die Leidenschaft für einzelne Künstler verloren geht. Deshalb müssen sowohl Streaming-Dienste als auch die Künstler neue Wege finden, um nicht zum Hintergrundrauschen zu verkommen.
Weitere Informationen zur Studie:
Die vollständige Studie ist im Juni 2016 erschienen als WIK Diskussionsbeitrag und kann bei Ute Schwab (
Für die Ergebnisse wurden insgesamt 1027 Personen vom 30.11. bis 07.12.2015 mittels Online-Befragung durch das internationale Marktforschungsinstitut YouGov befragt. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung (Alter 18+).








