(openPR) Neben Krankheiten und Medikamenten beeinflussen auch der Lebensstil und darunter vor allem die Ernährung das Mikrobiom bzw. die Bakterien im Darm.
Das Mikrobiom, d.h. die Zusammensetzung der Darmbakterien beeinflusst weitaus mehr Abläufe im Körper als nur die Darmgesundheit. Die Darmbakterien wirken u.a. auf das Immunsystem und sogar auf psychische Prozesse ein. Wie die Bakterien im Darm zusammengesetzt sind, das hängt von vielen Dingen ab, u.a. von Krankheiten, Medikation und nicht zuletzt von der Ernährung. Alles, was wir täglich essen und trinken, beeinflusst die Zusammensetzung der Bakterien im Darm. Wie vielfältig diese Prozesse sind, das zeigte jetzt ein Forscherteam der Universität Groningen in einer Studie.
Die Mediziner sammelten Stuhlproben von 1.135 Teilnehmern, die am LifeLines-Programm, einer großen niederländischen Gesundheitsstudie, teilnahmen. In den Proben wertete man die DNA-Spuren von Bakterien und anderen Organismen aus. Das ergab ein Bild von der Vielfalt der jeweils im Darm lebenden Bakterienarten, die bei jedem Menschen unterschiedlich sind, zum Teil aber auch Gemeinsamkeiten mit anderen haben. Mit den DNA-Analysen konnte geprüft werden, welche Faktoren die Vielfalt des Mikrobioms besonders beeinflussen. Die Teilnehmer wurden außerdem über ihre Ernährung befragt. Sie gaben auch an, welche Medikamente sie nutzten und wie sie ihren Gesundheitszustand empfanden.
Von den Antibiotika ist seit langem bekannt, dass sie im Darm nicht nur die schädlichen, sondern auch die gesunden Bakterien vernichten. Aber auch andere Medikamente wirken sich auf die Zusammensetzung des Mikrobioms aus, wie die Analysen zeigten. Dazu gehören vor allem die Antazida (Magensäurebinder) und Metformin, ein bei Diabetes häufig angewendetes Medikament. Die Forscher fanden insgesamt 19 Arzneimittel, die sich auf die Darmbakterien auswirkten. Da die meisten Medikamente jedoch nur zeitweise eingenommen werden, halten sie den Einfluss der Ernährung auf das Darmmilieu für noch wichtiger. Bestimmt wurden insgesamt 60 Ernährungsfaktoren, die den Darm mit seinen Bakterien beeinflussen.
Noch wissen die Forscher nicht genau, welche Funktionen die einzelnen Faktoren haben und wie sie sich auf den Darm und die Gesundheit auswirken können. Klar ist schon jetzt, ein breites Spektrum an gesunden Bakterienarten ist für die Darmgesundheit vorteilhafter. Wer beispielsweise regelmäßig Buttermilch trinkt und Joghurt isst, der fördert die gesunde Bakterien-Vielfalt im Darm. Auch Wein und Kaffee, in Maßen getrunken, haben gute Effekte auf die Bakterien. Dagegen bewirken offenbar viel Vollmilch und eine an Kalorien reiche Ernährung das Gegenteil, sie verringern die Bakterien-Vielfalt.
Unser Tipp: Zur Ergänzung von Darmbakterien stehen die verschiedensten gesunden Bakterienstämme in unterschiedlichen Dosierungen und Mischungen zur Verfügung. Zu empfehlen sind besonders die Laktobazillen und Bifidobakterien. Man sollte bei diesen Mikroorganismen immer auf die gute Qualität, z.B. bei der Dosierung und Haltbarkeit, achten.
Quelle: Population-based metagenomics analysis reveals markers for gut micro biome composition and diversity. In: Science Vol. 352, Nr. 6285, 2016, S. 565-569, doi: 10.1126/science.aad336












