(openPR) Zitat von Einstein:
„Es ist verrückt, die gleichen Dinge wieder und wieder zu tun und sich trotzdem andere Ergebnisse zu erwarten.“
Aber genau so verrückt (und noch viel verrückter) sind wir Menschen, wenn es um Verletzungen aus der Vergangenheit geht, ...und täglich - nämlich jeden Morgen um genau dieselbe Zeit - grüßt das Murmeltier. Vielleicht erinnern Sie sich an die Filmkomödie aus dem Jahre 1993, in dem sich jener eine verhängnisvolle Tag im Leben des arroganten, egozentrischen und zynischen TV-Wetteransagers (gespielt von Bill Murray) wiederholte und wiederholte, als ob seine Zeit in einer Rille der Schallplatte hängen geblieben sei...
Im Fachjargon des Konfliktmanagements nennt man das im Röhren- oder Tunnelblick feststecken: Sie wiederholen und wiederholen die Verletzung, wie Sie sie empfunden haben, immer und immer wieder in der Vorstellung Ihres Geistes, bis sich die Verletzung so tief und so fest ins Gehirn eingegraben hat, dass sie unter Garantie nicht mehr vergessen werden kann. Warum wir das so machen? Keine Ahnung. Vielleicht weil wir es nicht anders gelernt haben. Jedenfalls, mit dem Graben im Gehirn ergeht es uns so wie dem Betrunkenen mit der Litfasssäule:
Ein Betrunkener wankt nachts durch die dunklen Gassen. Auf einem leeren und ebenfalls sehr schummerigen Markplatz stolpert er auf krummen Wegen auf eine Litfasssäule und prallt schließlich frontal dagegen. Unfähig, in seiner Betrunkenheit Genaueres zu sehen, versucht er das Hindernis zu ertasten – erst einmal, dann zweimal tastet er sich rings um die Säule herum. Als er sie schließlich das dritte Mal tastend umrundet hat, schluchzt er laut auf, sinkt in die Knie und schreit: „Hilfe, sie haben mich eingemauert.“
Ja, so ist es. Im Tunnel- und Röhrenblick sind wir wie eingemauert. Unser Denken ist zugebrettert. Unsere Kreativität ist erstarrt. Wir sehen kein Licht am Ende des Tunnels. Was tun? SHIFT. Das Zauberwort lautet SHIFT, auf deutsch: Perspektivenwechsel.
Und wie kommen wir dahin? Ganz einfach, über das Wissen, was negative Emotionen sind (1) und über deren Transformation durch die Kraft der Hoffnung (2.1) und die Macht der Dankbarkeit (2.2).
1)
Negative Emotionen (Wut, Ärger, Neid, Hass, Eifersucht etc.) sind weitaus häufiger aufzufinden als positive Emotionen, - etwa im Verhältnis drei/vier zu eins. Dieses Ungleichgewicht zeigt sich auch darin, dass es weit mehr Wörter gibt, die negative Emotionen umschreiben als es Wörter zur Beschreibung positiver Emotionen gibt.
Positive Emotionen (Zufriedenheit, Glück, Freude, Liebe) erweitern unser Bewusstsein und regen neues, exploratives Denken und Handeln an, während negative Emotionen unser Denk- und Handlungsrepertoire verengen und einschränken (so genannter Tunnel- oder Röhrenblick); positive Emotionen haben demgegenüber keinen direkten Überlebensnutzen wie es die negative Emotionen haben, zum Beispiel die der Angst, die ein Kampf- oder Fluchtverhalten auslöst und so vor einem drohenden Schaden bewahrt.
Personen, die ein höheres Maß an positiven Emotionen aufweisen, verfügen über ein höheres Maß an Flexibilität und Konstruktivität in Bezug auf: Bewältigungsstrategien (a), abstraktes und vorausschauendes Denken (b) und Distanz zum Stress und zur Belastung (c).
Nur mal angenommen...
Sie befinden sich in einem dunklen Raum und entdecken neben sich eine Schachtel mit Streichhölzern. Was machen Sie? Sie zünden ein Streichholz an. Was passiert dann? Die Dunkelheit verschwindet.
Positive Emotionen sind mit negativen Emotionen unvereinbar. Sobald sie in Erscheinung treten, verschwinden die negativen Emotionen. Die positiven Emotionen haben eine Arte Löscheffekt auf negative Emotionen. Oder anders betrachtet: Negative Emotionen sind nur der Ausdruck fehlender positiver Emotionen.
2.1)
In seiner Rede vor der Psychiatrischen Gesellschaft im Jahre 1959 sprach der US-amerikanische Psychiater Karl Menninger von Hoffnung als der noch unerschlossenen Kraftquelle der Heilung.
High-hope Personen fällt es viel leichter als Low-hope Personen alternative Wege und Mittel ausfindig zu machen, sollten sich die ursprünglichen Wege und Mittel für die Zielerreichung als untauglich herausgestellt haben. High-hope Personen betrachten Schwierigkeiten als einen natürlichen Teil des Lebens und sind darum im Vergleich zu Low-hope Personen viel stressresistenter. Auch unterteilen sie große Ziele in kleinere, leicht erreichbare Unterziele.
Hoffnung kann als Reise aufgefasst werden, wozu dreierlei Elemente benötigt werden (vgl Praxis der lösungsfokussierten Mediation v. Bannink): Das Ziel (1), eine Landkarte mit den gangbaren Wegen (2) und das Transportmittel ieS die Mittel zu Erreichung des Zieles (3). Um also einen hohen Grad an Hoffnung zu haben müssen Ziele, Wege und Mittel hinreichend aktiv(iert) sein. Oder anders ausgedrückt: Hoffnung fällt nicht vom Himmel, sondern Hoffnung ist die Frucht eines Denkprozesses, der Ziele erreichbar macht, indem er Wege und Mittel dafür (er)findet.
2.2)
Mit der Dankbarkeit verhält es sich wie mit der Schatztruhe, die zur Hälfte mit Gold gefüllt ist: Die Einen sehen in der Schatztruhe, was (noch) fehlt. Die Anderen sehen in ihr, was (schon) da ist.
Es war ein simples Experiment, das Robert Emmons und Michael McCullough 2003 entwarfen: Sie teilten ihre Probanden in zwei Gruppen:
• Die einen ließen sie ein paar Minuten darüber nachsinnen, wofür sie in ihrem Leben dankbar sind.
• Die anderen sollten einfach an irgendetwas denken.
Diese kurzen Reflexionsübungen wiederholten die Forscher jede Woche, ganze zehn Wochen lang. Doch das Ergebnis des Versuchs überraschte selbst die Wissenschaftler: Im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigten die Dankbaren über den gesamten Zeitraum des Experiments mehr Motivation, mehr Optimismus und selbst ihre Gesundheitswerte und die Immunabwehr verbesserten sich. Im Klartext ausgedrückt: Die regelmäßigen, dankbaren Gedanken machen Menschen glücklicher und gesünder. Hier eine schöne Dankbarkeitsübung von der Psychologie Elsbeth Martindale:
Wenn Sie mal wieder unzufrieden sind oder einen kleinen Motivationskick brauchen, dann zählen Sie einfach Ihre Finger durch und erinnern Sie sich dabei an schöne, befriedigende und ermutigende Dinge in Ihrem Leben:
• Kleiner Finger: Nennen Sie eine Sache, für die Sie in Ihrem Leben zutiefst dankbar sind.
• Ringfinger: Erinnern Sie sich an eine Zeit und einen Menschen, den Sie aus tiefsten Herzen lieben oder geliebt haben sowie andere Menschen für die Sie innige Gefühle haben.
• Mittelfinger: Nennen Sie eine Sache, die Sie für einen anderen Menschen getan haben und wofür Sie sich gut fühlen. Überlegen Sie sich, bei wem Sie das wiederholen können. Etwa heute.
• Zeigefinger: Zeigen Sie auf etwas Schönes in der Natur. Entdecken Sie etwas in Ihrem Umfeld, das Sie inspiriert und begeistert.
• Daumen (hoch): Benennen Sie etwas, worauf Sie stolz sind. Machen Sie sich Ihr Stärken und Talente bewusst - und seien Sie stolz auf sich.
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