(openPR) Überraschend und innovativ:
Grenze zwischen Kunst und Mode überwunden!
„Auch wir beginnen mit dem Stoff, er macht die Kleidung“, erklärte Veronika Härdl. Die Designerin von Strellson lobte den innovativen Umgang mit Stoff und Material der Pforzheimer Modestudierenden. „Sie arbeiten mit dem Stoff und wandeln ihn!“ Zusammen mit den weiteren Jurymitgliedern des diesjährigen La Biosthétique Fashion Awards lobte Veronika Härdl das hohe Niveau des Pforzheimer Studien-gangs Mode bei der Bekanntgabe der diesjährigen La Biosthétique-Preisträger am Samstag, 16. Juli 2016. Die Kollektionen überzeugten die sieben Modeexperten ebenso wie die Jury-Vorsitzende Professorin Sibylle Klose und Almut Benkert. Die Leiterin des Pforzheimer EMMA-Kreativzentrums übergab im Rahmen einer Matinée die drei Förderpreise – Prix de Style, Prix d’Innovation und Prix de Concept Con-temporain.
„Es zeichnet sich eine neue Ära in der Kollektion ab“, urteilte Andrea Unterberger. Das Jurymitglied und Design Assistant bei Akris war verblüfft über das außerge-wöhnliche Konzept von Anja Demuth. Mit ihrer Kollektion CHIMERA nimmt sich die Pforzheimer Absolventin den Fabelwesen, den Mischwesen aus verschiedenen Or-ganismen, an. „Die Kollektion will auf die Faszination des Machbaren“ aufmerksam machen, ohne die Risiken aus dem Auge zu verlieren, stellte Anja Demuth fest. En-ge Schnitte weisen auf den schmalen Grat zwischen Chancen und Risiken hin. Die schwarzen Stoffe zeigen Bedrohung, schmale Kragen die Enge der Spielräume. Mit der schwarzen Grundfarbe kombiniert die Designerin fluoreszierende Töne, die auf die Eiweiße hinweisen – die Bausteine des Lebens. Anja Demuth arbeitet derzeit bei Hugo Boss im Bereich BOSS Orange Men und erhielt für ihre Bachelorthesis vom Februar 2016 den La Biosthétique Prix d’Innovation.
„Sie verfolgt in ihrer Kollektion ein mutiges Thema, das stringent umgesetzt wurde“, formulierte die Jury zu Gina Reimold. Die Pforzheimerin thematisiert das Scheitern und den nachträglichen Ruhm, der durch dieses Scheitern hervorgerufen wird. Aus-gangspunkt der Kollektion ist das Leben von Ed Wood. Die Arbeit des verstorbenen amerikanischen Regisseurs gelangte nur aus einem Grund in die Öffentlichkeit: Er wurde als „schlechtester“ Filmemacher tituliert und erreichte durch diese Klassifizie-rung eine hohe Publizität. In der Bachelorthesis „This ist the one I’ll be remembered for“ wandelt die Designerin das Leben von Ed Wood in Outfits um, die vom Sakko dominiert werden. Das Kleidungsstück wird aufgetrennt, neu zusammengesetzt und verändert. Sie arbeitet mit neuen sowie mit Second-Hand-Artikeln und kreiert sowohl Damen- wie auch Herrenoutfits. Für ihre Kollektion wurde sie mit dem La Biosthétique Prix de Style geehrt.
Die Grenzen zwischen Mode und Kunst lotet Sophia Spies aus. „O Maria!“ ist eine ungewöhnliche Auseinandersetzung mit der Mutter Gottes und dem ikonographi-schen Marienbild. Wie fühlt sich eine heutige 12-Jährige, die schwanger ist und den Vater des Kindes nicht benennt? Sophia Spies assoziiert in dieser Situation den sozialen Abstieg, Missbrauch, Lolita-Phantasien oder Kinderbräute. Die Designerin arbeitet mit Rot- und Blautönen, ohne das jungfräuliche Weiß oder das byzantini-sche Gold wegzulassen. Entstanden sind drei neue Madonnen-Konzepte, die eher an Kunstinstallationen erinnern als an Mode für den Laufsteg. „Trotzdem scheint immer wieder die Klamotte auf“, betonte Andrea Unterberg. „Mode ist Zeitgeist“, so die Jury und dieser werde in der Kollektion „O Maria!“ hervorragend interpretiert. Für ihre Umsetzung neuer Mutter-Gottesbilder erhielt Sophia Spies den La Biosthétique Prix de Concept Contemporain.
Die La Biosthétique Förderpreise werden einmal im Jahr verliehen. Vorgeschlagen werden Abschlussarbeiten aus dem Pforzheimer Studiengang Mode. Für den Preis 2016 waren insgesamt 13 Arbeiten aus dem Wintersemester 2015/16 und dem Sommersemester 2016 nominiert. „Eine unglaubliche Qualität und Kreativität! Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen“, stellte die Jury einhellig fest. „Ihr strahlt mit eurer eigenen Handschrift nach außen“, formulierte Almut Benkert in ihren Glückwünschen.
La Biosthétique Fashion Awards:
Die Kreation von Mode, die leicht, außergewöhnlich und originell ist, bedarf oft außergewöhnlicher persönlicher und finanzieller Kraftanstrengungen. Der La Biosthétique Förderpreis unterstützt ausge-zeichnete Studierende oder Alumni in ihrem Engagement und ermöglicht ihnen so, ihre Arbeit etwas unbeschwerter fortzuführen und eventuell auch ungewöhnliche Wege zu gehen.
Die Auszeichnung, mit der junge Talente gefördert werden, wird in drei Kategorien vergeben: Stil, Inno-vation und Visionäres Konzept. Der La Biosthétique Prix de Style steht für eine unverwechselbare Aus-drucksform, die frisch, modern und zeitgemäß ist. Der La Biosthétique Prix d’Innovation spielt mit an-spruchsvollen Materialien, schafft eine ironische Verbindung zwischen Funktionalität und Ästhetik, nutzt neuste Technik und blickt vorausschauend in die Zukunft. Der La Biosthétique Prix de Concept Con-temporain integriert fachfremde Trends, arbeitet fachübergreifend, reflektiert Umwelteinflüsse, interpre-tiert den Zeitgeist treffsicher und prämiert ein visionäres Konzept.
Jury-Mitglieder 2016
Veronika HÄRDL, Senior Design Specialist Strellson, STRELLSON AG
Sarah HEIN, Knitwear & Jersey Designer, MAX MARA, I-Torino, STRENESSE
Caroline HESS, Senior Designer Global Design Sport Performance, ADIDAS AG
Lasse-Holger MITTERHUSEN, Creative Director, BALDESSARINI
Jenny SWANK-KRASTEVA, Senior Head of Creative HUGO Woman, HUGO BOSS
Andrea UNTERBERGER, Design Assistant AKRIS













