(openPR) Die kirgisische Hauptstadt Bischkek, ehemals Frunse, ist ein Paradebeispiel für die Entwicklung des eurasischen Stadttypus. Einst eine Karawanenstation an der Seidenstraße, wurde sie vom russischen Militär zur Garnison ausgebaut. Nach der Gründung der Sowjetunion erlebte der Außenposten des Zarenreichs einen Maßstabssprung von einer dorfähnlichen Siedlung zur Hauptstadt der Republik Kirgisistan. Bis heute dominiert im Stadtbild die sozialistische Architektur aus der Ära Stalins, Chruschtschows und ihrer Nachfolger.
Der Architekturführer Bischkek stellt Bauten und Projekte vom russischen Reich bis heute vor – nicht ohne einen Ausflug zur traditionellen Jurte zu unternehmen. Doch die meisten Spuren hat in der heute fast 900.000 Einwohner zählenden Stadt vor der imposanten Kulisse des Tianshan-Gebirges vor allem die Sowjetmoderne hinterlassen. Der sowjetische Wohnungsbau bildete in Kirgisien eigene Serientypen heraus, die das strenge Klima einerseits und die kirgisischen Traditionen andererseits berücksichtigten. Mit dem Zirkusbau, dem ehemaligen Lenin-Museum (heute: Nationalmuseum) und dem postmodernen Manas-Park weist die Stadt eine Architektur auf, die weit über die Landesgrenzen Bedeutung hat.
Hintergrundessays zur Stadtentwicklung und -geschichte, zu architektonischen Besonderheiten von Denkmälern bis zum Bewässerungssystem, Interviews sowie Portraits der wichtigsten Akteure ergänzen die über 130 vorgestellten Projekte. Den Herausgebern ist es so gelungen, ein architektonisches Bild des modernen Bischkek zwischen Orientierungssuche nach nationaler Identität und heutigem Turbokapitalismus zu skizzieren.
Weitere erhältliche Architekturführer zu den postsowjetischen Städten und Staaten: Riga, Vilnius, Kaunas, Kiew, Slawutytsch, Astana, Taschkent, Kasachstan, Moskau, St. Petersburg. In Vorbereitung sind derzeit Minsk, Charkiw, Duschanbe, Aschgabat, Baku, Eriwan, Tbilisi, Tallinn und Kaliningrad.













