(openPR) Das ‚Klangnetz öffentliche Toilette’ geht in die Endrunde
Noch bis zum bis 19. Juli 2006 vernetzt das Kunst-Projekt ‚WC 2006’ von Tanja Hemm über 30 öffentliche Toiletten und Toilettenanlagen in künstlerischen Einrichtungen, Galerien, Kulturläden, Museen und Restaurants. Nach Nürnberg und Wien ist im letzten Drittel des Projekts jetzt auch Berlin hinzugekommen:
Nürnberg/Wien/Berlin, Juni 2006 - Die Benutzer der an ‚WC 2006’ beteiligten Toiletten hören jeweils eine Woche lang eine Klangkomposition. Die Nürnberger Klangkünstlerin Tanja Hemm hat dazu neun individuelle Kompositionseinheiten aus Naturgeräuschen, instrumentalen Klängen oder Stimme entworfen. Damit die Toiletten während der viermonatigen Projektdauer zu einer „angemessenen Ruhe“ kommen, liegt zwischen den jeweiligen Kompositionen jeweils eine Woche ohne Beschallung. „Die einzelnen Zyklen sind aus den akustischen und inhaltlichen Parametern der Örtlichkeit öffentliche Toilette heraus erarbeitet – die Kompositionen sind folglich ganz bewusst kurz und schlicht gehalten“, so Hemm. ‚WC 2006’ schafft ein „Netzwerk der Notdurft“ (Bayerischer Rundfunk), wobei die Künstlerin ihre „zufälligen Ausstellungsbesucher“ per Aushang darüber aufklärt, dass sie ihr aktuelles Hörerlebnis mit allen anderen zur gleichen Zeit in Netzwerk-Toiletten anwesenden Besuchern teilen.
Die einzelnen Kompositionen laufen in Endlosschleife, damit die Klänge
sowohl im Rahmen eines kleinen Geschäfts als auch einer längeren Sitzung
wahrgenommen werden können. „Die öffentliche Toilette ist ein Paradoxon in dem öffentlicher Raum und intime Handlung verschmelzen. Der Besucher begegnet unerwarteten und für diesen Ort ungewöhnlichen Klängen und findet sich in ein Netzwerk eingebunden. Damit wird der Automatismus und die Flüchtigkeit durch welche die Begegnung mit der Örtlichkeit öffentliche Toilette geprägt ist außer Kraft gesetzt“, so Tanja Hemm.
WC 2006 in Berlin: „Toiletten 27 – Kunst am Kanal“
Mit „Toiletten 27 – Kunst am Kanal“ lädt Neuköllns schönste Toilette an der Wildenbruchbrücke mit Terrassencafé und Schiffsanleger zum Kunstspektakel ein (www.48-stunden-neukoelln.de). Rauminstallationen, Objekte, Lesungen und Wasserspiele erwecken das stillgelegte WC aus seinem Dornröschenschlaf. In den Räumen der ehemaligen, teils unter der Straße verlaufenden Notdurft-Location reagieren Künstler auf den vorgefundenen Zustand der seit Jahren unbenutzten Anlage.
In diesem jüngst hinzu gekommenen „Spielort“ präsentiert Tanja Hemm alle bisher gehörten sieben Zyklen von ‚WC 2006’ reduziert auf ein reines Wechselspiel zwischen Raum und Klang. Daraus entstehende mögliche Assoziationen oder Erinnerungen dürfen ebenso wie die fehlenden Alltagshandlungen in der stillgelegten Toilette am Kanal in der Vorstellung der Besucher entstehen.
Noch immer kann sich jede öffentliche Toilette an ‚WC 2006 - Klangnetz öffentliche Toilette’ beteiligen, die Teilnahme ist unkompliziert und unaufwendig. Mehr zu ‚WC 2006’ unter www.tanjahemm.de.











