(openPR) Im Rahmen des 7. Forschungsrahmenprogramms der EU hat die dkd Internet Service GmbH als Partner eines Konsortiums das Projekt „ForgetIT“ durchgeführt, das sich mit dem Digitalen Vergessen beschäftigt. Das Konsortium bestand aus europäischen Universitäten, Bildungseinrichtungen und Unternehmen, darunter die dkd Internet Service GmbH. Das Projekt ist jetzt abgeschlossen und wurde nach einer Präsentation vor einem Experten- Gremium der EU mit der Bestnote „Excellent“ bewertet.
Was versteht man unter „Digitalem Vergessen“?
Durch fortschreitende Digitalisierung wächst die Menge der Daten in jedem modernen Unternehmen und sogar im persönlichen Datenbestand der Anwender sprunghaft an. So wird es nicht nur für den Benutzer, sondern auch für leistungsfähige Systeme immer herausfordernder, Informationen in einer unaufhaltsam wachsenden Fülle von Daten wiederzufinden.
Die Zielsetzung der Projekts „ForgetIT“ ist, die Produktivität der Datenverarbeitung und Datenspeicherung bei Privatpersonen und Organisationen zu steigern. Ineffektive doppelte Eingabe von Daten soll verhindert, intelligente Informationsverarbeitung erleichtert werden. Darüber hinaus wurden neue Technologien zur Erschaffung und Bewertung von Inhalten entwickelt und Anwendungen zur Datenspeicherung unter ForgetIT geschaffen. Das heute gängige „Alles Speichern“ wird so durch intelligentes Vergessen ersetzt.
ForgetIT verbindet Inhalte mit Zusatzinformationen (Metadaten), durch die sie besser bewertet werden können. Diese Metadaten beinhalten auch Werte, mit deren Hilfe ForgetIT entscheidet, ob Inhalte abgespeichert oder wann sie wieder „vergessen“ werden. Diese Art der Bewertung von Daten öffnet die Tür zu weiteren Anwendungen, vom Austausch von Informationen zwischen Organisationen und Firmen, internen Abteilungen und Privatpersonen bis zur Digitalisierung der Arbeitsabläufe in Firmen jeglicher Größe.
Synergetic Preservation („Übergreifende Datenerhaltung“) ist ein weiterer Fokus des Projekts auf dem Gebiet des Digitalen Vergessens und der Verarbeitung von Inhalten. Sie schließt die Lücke zwischen täglich anfallenden Informationen und intelligent geregelter Speicherung der Daten. Auch hier werden Metadaten zur Bewertung der Informationen angewendet. Die Erhaltung und Löschung der Daten kann auf Werte zwischen „dauerhaft behalten“ und „sofort löschen“ eingestellt werden.
Ein drittes Feld, das sich mit Daten befasst, ist die „Erinnerung in einem Umfeld“ (Contextualized Remembering). Das Umfeld von Informationen gibt Daten speziellen Sinn und bestimmt, wie sie verarbeitet und wie lange sie bewahrt werden sollen. Zum Beispiel kann die Information „40 Grad Celsius“ je nach Umfeld (Wetter, Mechanik, Medizin) verschiedene Bedeutung (Lufttemperatur, Betriebstemperatur, Körpertemperatur) haben. Das Umfeld in Verbindung mit weiteren Metadaten bestimmt, wie wichtig eine Information ist und damit, wie lange sie bewahrt oder wie schnell sie vergessen werden soll (Preserve or Forget).
Die dkd Internet Service GmbH hat im Rahmen des Projekts Anwendungen und TYPO3 Extensions entwickelt, die sich aus den Forschungsergebnissen rund um ForgetIT ergaben. In unserem Beispiel „Fish Shop“ verdeutlichen wir Vorteile und die Anwendung (fur Mensch und Maschine) von TYPO3 auf einer kommerziellen Webseite in Verbindung mit ForgetIT. Weitere Pilotprojekte dienen der Erforschung, wie Inhalte erschaffen und bearbeitet werden.
Die folgenden Tools und Technologien wurden von der dkd Internet Service GmbH fur die Anwendung in TYPO3 angepasst:
Annotate (Anmerkungen hinzufügen)
Der Rich Text Editor (Editor zur Bearbeitung formatierter Texte), die zentrale Text Eingabestelle im TYPO3-Backend, wurde um die Möglichkeit erweitert, Elemente zu analysieren und relevante Inhalte automatisch zu kennzeichnen (Stichwort: Semantisches Web, siehe auch unten „Ontoaut“).
CMIS Manager
Der CMIS-Manager (Content Management Interoperability Services: Dienste für das Zusammenwirken von Inhalten) ist eine Erweiterung zur Statusüberwachung aller an CMIS übergebenen Aufgaben und ermöglicht administrative Eingriffe.
Mimir
Mit Mimir (Multiparadigm Indexing and Retrieval: Indizieren und Abfragen unter der Berücksichtigung mehrerer Herangehensweisen) wurde eine semantische Suchengine integriert, die über die reine Textinformation hinaus fündig wird. Mimir kann sozusagen auch zwischen den Zeilen lesen und Ontologien (Themen) und Metadaten (Zusatzinformationen) berücksichtigen.
Zeed
Zeed (Zero Example Event Detection) ist eine Erweiterung zur Erkennung von Bildkonzepten. Zeed kann einen Text oder eine Wortanfrage semantisch auswerten und schlägt dazu passende Bilder vor. Die Bilder werden in verschiedenen Kategorien (Schärfe, Helligkeit, etc.) zudem qualitativ bewertet.
Ontoaut
Die Ontoaut-Erweiterung analysiert Inhalte und erzeugt aus >diesen automatisch Ontologien [Themenbereiche], welche dann von Annotate (siehe oben) genutzt werden.
Content-Dashboard
Basierend auf den Nutzer- und Maschinenaktivitäten im Frontend und Backend wird vom ForgetIT-Framework Seite 2/3 die Erhaltens- bzw. Vergessenswürdigkeit eines jeden Elements ermittelt. Diese Wertigkeit wird im Content Dashboard Backend-Nutzern sichtbar gemacht.
Die Partner in diesem EU-Projekt kommen aus mehreren Disziplinen, unter anderem Daten Management, Speicherung, Neurobiologie und Psychologie. Sie sind beheimatet in verschieden europäischen Universitäten (Edinburgh, Sheffield, Hannover), einem Unternehmen der Telekommunikation und Forschungszentren in Griechenland und Deutschland.
Das ForgetIT-Projekt wurde von der EU innerhalb des “7th Framework Programme” im Bereich „Digital Preservation“ gefördert (GA 600826).
Übersicht über das Projekt:
www.forgetit-project.eu
Projekt Video:
http://www.forgetit-project.eu/en/about-forgetit/project-introduction-video/










