(openPR) Mit einem gemeinsamen Aktionsstand zum Motto „Einfach für alle- gemeinsam für eine barrierefreie Stadt“ haben sich die Ambulanten Dienste der Zieglerschen, die St. Gallus-Hilfe der Stiftung Liebenau und der Sozialverband VdK Ortsverband Markdorf anlässlich des Europäischen Protesttages für Menschen mit Behinderungen in Markdorf auf dem Dixiefest präsentiert.
Die 12-jährige Nathalie trägt trotz der Hitze eine Skibrille, Gehörschutz, Handschuhe und Bleimanschetten. Sie will die Wirkung eines Alterssimulationsanzuges testen und ist am Ende überrascht von dem Ergebnis. Neben ihr sitzt Christian, 29 Jahre alt. Er hat schon auf dem Rollstuhl Platz genommen, den ihm Fabienne Schnurr von dem Ambulanten Diensten der Zieglerschen anbietet. Direkt hinter Rolli-Fahrerin Michaela, die im Gegensatz zu Christian tagtäglich mit einem Rollstuhl unterwegs ist, will er den aufgebauten kleinen Parcours meistern. Mit ihrer jahrelangen Erfahrung ist Michaela heute eindeutig im Vorteil und genießt das auch. „Den musst du rückwärts anfahren“, erklärt sie ihrem unerfahrenen Mitfahrer bei einer erhöhten Gehwegkante und bewältigt das Hindernis- im Gegensatz zu Christian. „Ich hätte nicht gedacht, was so ein kleiner Absatz für einen Rollstuhlfahrer ausmachen kann und wie man sich in einer sitzenden Position fühlt, wenn alle anderen stehen“, resümiert Christian am Ende.
Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, sich am Aktionsstand zu informieren und viele von ihnen beteiligen sich auch an der von Aktion Mensch gestarteten Aktion, die Barrierefreiheit der eigenen Stadt mit Aufklebern auf großen Smileys zu bewerten. „Eher mittelmäßig“ war am Ende das Votum der Besucher zur Barrierefreiheit von Markdorf.
„Hier in Markdorf hat sich schon einiges getan in Sachen Barrierefreiheit, wie zum Beispiel abgesenkte Bordsteinkanten und Rampen. Auch ein barrierefreies Postamt gibt es mittlerweile in Markdorf. Aber es gibt auch noch einiges zu tun, “ erklärt Regine Franz, Vorsitzende des Sozialverbandes VdK BW, Ortsverband Markdorf. Gemeinsam mit ihren Vorstandskollegen hat sie 200 Unterschriften für die Aktion „Weg mit den Barrieren“ gesammelte.
„Ziel unserer Aktionen heute ist zum einen die Selbsterfahrung der Menschen. Zum anderen wollen wir eine Sensibilität dafür schaffen, was Barrierefreiheit bedeutet“, meint Michael Metzger, St. Gallus-Hilfe der Stiftung Liebenau. „Um Barrierefreiheit zu schaffen, braucht es die Gesellschaft und den Abbau der Barrieren in den Köpfen. Es sind nicht nur die abgesenkten Bordsteinkanten, die Menschen mit Behinderungen beeinträchtigen. Auch komplizierte Texte, zu wenige Gebärdensprachendolmetscher oder der sehr knappe Wohnraum für Menschen mit Behinderung sind Barrieren, die es abzubauen gilt. Zu Barrierefreiheit gehört auch die Möglichkeit, selbstverständlich am Freizeit- und Vereinsleben teilzunehmen und teilzuhaben,“ ergänzt Fabienne Schnurr.
http://www.zieglersche.de/meldungen/behindertenhilfe/gemeinsam-fuer-eine-barrierefreie-stadt.html













