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Was ist der Maximum Drawdown beim Trading?

Bild: Was ist der Maximum Drawdown beim Trading?

(openPR) Drawdown ist eine allgemeine Bezeichnung für eine Verlustphase in einer bestimmten Zeitperiode. Der sogenannte Maximum Drawdown ist dabei insbesondere beim Börsenhandel eine wichtige und oft betrachtete Kennziffer. Was man alles an ihm ablesen kann, wird dieser Artikel genauer erklären.



Klassischer Drawdownbegriff
In jedem Fall handelt es sich beim Drawdown um eine Kennziffer, die in der Bewertung von Basiswerten und/oder Händlern eine grosse Beachtung findet. Mit dieser Kennziffer kann man, zusammen mit der Auswertung weiterer Zahlen, das Risikomass eines Investments auslesen. Es handelt sich dabei um eine von vielen Zahlen, die sich auf einen bestimmten Zeitraum berechnen lassen und angeben, wie hoch die Wertschwankungen eines Investments über diese Periode waren. Es gibt verschiedene Bedeutungen hinsichtlich der verschiedenen Arten des Wertpaierhandels, die man unbedingt richtig voneinander unterscheiden muss. Eigentlich kommt der Begriff Maximum Drawdown aus dem Aktienhandel und hat auch hier eine etwas andere Bedeutung als beim Forex- und CFD-Handel.

Der ursprüngliche Begriff Maximum Drawdown bedeutet die relative Verlustphase eines Basiswertes anhand seiner historischen Kursentwicklung. Als Beispiel nehmen wir den DAX mit einem Höchststand von 12.000 Punkten im Jahr 2015. Bezogen auf Anfang 2016 beträgt der Rückgang vom Stand 12.000 aus auf ca. 8.700 Punkte. Dies bedeutet einen temporären Rückgang um 3.300 Punkte oder 27,5%. Dabei ist folgendes zu beachten: Je kürzer die Periode, desto aussagekräftiger ist der Wert. Bei einer Betrachtung über 20 Jahre ist in einem grossen Aktienindex ein Maximum Drawdown von 27,5% ein extrem positiver Wert. Jedoch über einen Betrachtungszeitraum von nur einer Woche sollten hier die Alarmglocken schrillen. Die Umstände der Betrachtung geben also beim Prozentwert das eigentliche Risiko des Investments an. Die Berechnung des Drawdown muss nicht unbedingt heissen, dass das Investment im Gesamten gefallen ist und zu Ende der Periode unter dem Anfangswert steht. Der Maximum Drawdown gibt lediglich an, wie hoch prozentual die höchste Verlustperiode von einem bestimmten Kurs aus war.

Interpretationen beim Daytrading
Im Bereich des Daytrading existieren mehrere Drawdownbegriffe, die es voneinander abzugrenzen gilt. Sie müssen als Trader die Kennzahlen, die Sie mit in Ihre Bewertung Ihres eigenen Handels oder des Handels anderer Trader, insbesondere beim Social Trading, richtig interpretieren. Besonders die Kennzahlen, die sich mit der Bewertung des Handelsrisikos befassen, sind eminent wichtig und können einen Aufschluss über die Risikotoleranz anderer Trader geben sowie über Ihren eigenen Handelserfolg. Unter Umständen können Sie aus Ihren eigenen Zahlen ablesen, ob Sie potentiell zu viel oder zu wenig Risiko am Markt eingehen und wie Sie Ihre Strategie dahingehend optimieren können. Im Bereich des Leveragehandels kommen drei Drawdownbegriffe vor, die Sie kennen sollten:

Der Absolute Drawdown, der Relative Drawdown und der Maximum Drawdown. Sie alle sind in Bezug auf das Tradingkapital zu sehen, geben also an, wie sich das eingesetzte Kapital des Traders anhand seiner Positionen verändert und entwickelt hat. Beim Daytrading haben die angesprochenen Werte nichts mit einem bestimmten Basiswert zu tun sondern beziehen sich immer auf das Handelskonto des Traders, unabhängig davon, welche Positionen im Einzelnen gehandelt wurden.

Der Relative Drawdown
Der Relative Drawdown gibt an, wie sich das Tradingkapital in Abhängigkeit eines momentanen Höchstwertes verändert hat. Nehmen wir als einfaches Beispiel, dass ein Trader 10.000 Euro auf sein Handelskonto einzahlt und damit verschiedene Trades erfolgreich abschliesst, bis er sein Kapital irgendwann auf 20.000 Euro verdoppelt hat. Die 20.000 stellen einen Höchstwert seines Kapitals dar, auch Peak genannt. Nehmen wir nun an, dass ein nächster Trade weniger erfolgreich verläuft und er einen Verlust von 5.000 Euro realisiert. Nun beträgt der Relative Drawdown immer den grössten Abstand nach unten vom damaligen Höchstwert, im jetzigen Fall 5.000. Der Zeitwert 15.000 Euro wird in diesem Zusammenhang als Valley bezeichnet. Sie sehen, dass der Trader einen verhältnismäßig hohen Drawdown erreicht hat, auch wenn sein Handelskonto nie seine ursprüngliche Einlage von 10.000 Euro unterschritten hat. Daran ist zu erkennen, dass die Kennziffer sehr wichtig ist, denn sie gibt das Risikoverhalten des Traders an. Auch wenn die ersten Trades sehr erfolgreich verlaufen sind und das Kapital verdoppelt haben, hat der Trader schnell einen hohen Drawdown erreicht. Dieser gilt solange vom Peak aus, bis ein neues Peak erreicht ist. Dies ist deshalb so wichtig, da einige unerfahrene Trader schnell große Gewinne einfahren, diese aber nicht dauerhaft halten können, weil sie beispielsweise zum Erwirtschaften des Gewinne viel zu hohe Risiken eingegangen sind. Ein möglichst niedriger Relative Drawdown spricht für ein grosses Risikobewusstsein des Traders und eine gute Absicherung der Positionen.

Der Maximum Drawdown
Dieser gibt, wie der Name schon vermuten lässt, über die gesamte Tradinghistorie den höchsten Drawdown im Kapital des Traders an. Auch hier lässt sich die Risikotoleranz eines Traders messen. Für die gesamte Trading-Strategie ist dieser Wert zwar weniger aussagekräftig, jedoch kann man an einem sehr hohen Maximum Drawdown erkennen, dass der Trader vermutlich mit einem sehr weit entfernten Stop-Loss oder sogar gänzlich ohne handelt.

Beachten Sie jedoch folgendes: Ein Drawdown ist nicht gleich ein Verlust!

Eine Position verzeichnet und speichert in der Historie des Traders den Drawdown auch dann, wenn die Position schliesslich wieder in den Gewinnbereich gelaufen und vielleicht sogar erfolgreich beendet wurde. Der Drawdown stellt sozusagen nur eine Momentaufnahme inmitten des Verlaufs einer Position dar und speichert diese. Ein hoher Maximum Drawdown kann also zweierlei bedeuten: entweder ist eine einzelne Position des Traders sehr weit ins Minus gelaufen oder der Trader hat eine länger andauernde Verlustperiode gehabt und viele einzelne Trades sind schiefgelaufen.

Der Absolute Drawdown
Dieser ist eine Kennzahl, die die Erfolgswahrscheinlichkeit einer Strategie oder auch eines Traders angibt. Der Absolute Drawdown bezieht sich nicht auf Peak und Valley sondern immer auf das Einlagekapital. Besonders wichtig ist er bei der Bewertung einer bestimmten Strategie mittels eines Backtests und bei der Evaluierung einzelner Trader und ihrer Konten. Wer beispielsweise darüber nachdenkt, Follower eines Traders beim Social Trading zu werden, sollte unbedingt nachsehen, wie lange dieser bereits sein Konto hat und wie hoch der Absolute Drawdown ist. Dieser berechnet sich immer in Bezug auf das Einlagekapital. Er beschreibt also den grössten Abstand nach unten zwischen dem jemals erreichten Tiefstwert des Kapitals und der ursprünglichen Einlage. Zwei Dinge sind hier wichtig: Auch hier bedeutet der Absolute Drawdown nicht einen realisierten Verlust auf das Einlagekapital, nur einen potentiellen Verlust, wenn die Position zum ungünstigsten Zeitpunkt verkauft worden wäre. Der Unterschied zum Maximum Drawdown besteht hier: Während der Maximum Drawdown theoretisch hoch sein kann, kann der Absolute Drawdown immer noch bei 0% liegen. Da sich der Maximum Drawdown immer auf das gesamte Konto bezieht, also die grösste Differenz einer oder mehrerer Positionen zu einem bestimmten Wert, bezieht sich der Absolute Drawdown immer auf den Anfangswert des eingezahlten Kapitals. Wenn der Trader also theoretisch niemals seinen Anfangswert unterschreitet, macht er keinen negativen absoluten Drawdown, aber möglicherweise trotzdem einen hohen maximalen. Es ist deswegen wichtig, alle dieser drei Kennziffern zu betrachten und auch richtig zu verstehen.

Drawdownbewertung im Verhältnis zur Equitykurve
Grundsätzlich spielt es keine Rolle, ob Sie einen fremden Trader oder eine eigene Strategie mittels eines Backtests beurteilen wollen, Sie sollten immer auf die selben Kriterien achten. Die drei oben angesprochenen Drawdownarten sind neben der Equitykurve die wichtigsten Bewertungskriterien, vor allem, weil die meisten Informationen über eine Strategie beim Social Trading nicht öffentlich gemacht werden. Sie wissen nun, wie Sie die entsprechenden Drawdownarten zu bewerten haben und was diese aussagen. Der letzte und wahrscheinlich wichtigste Blick sollte nun zur Equitykurve gehen. Diese gibt an, wie sich das Kapital des Traders von Anfang an in absoluten Zahlen entwickelt hat. Sie spiegelt also einfach den Saldo des Traders mit allen Hochs und Tiefs wieder, lässt also erkennen, ob er grundsätzlich stetig Erfolg hat oder nicht. Sollte die Equitykurve bei der Bewertung einer Strategie stark nach oben oder unten schwanken, ist dies ein schlechtes Zeichen und ein Signal dafür, dass viele Gewinne mehr oder minder zufällig waren. Die Equitykurve sollte immer von links unten nach rechts oben wandern und zwar nicht steil, sondern stetig. Dies ist ein Signal für wachsendes Kapital und konstante Gewinne.

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