(openPR) Global faire Produktion – funktioniert das?
Eine Frage, die mit jedem globalen Skandal innerhalb der textilen Wertschöpfungskette zunehmend in den Fokus rückt und die sowohl in der Öffentlichkeit, vor allem aber innerhalb der Unternehmen mit oft konträren Aussagen lebhaft geführt wird.
Umweltbelastende Anbaumethoden textiler Rohstoffe, gesundheitsbelastende Chemikalien in Textilien und unmenschliche Arbeitsbedingungen in den global verstreuten Produktionsbetrieben treffen auf zunehmend sensibilisierte Verbraucher und Produzenten. Die Forderung nach Transparenz und Glaubwürdigkeit der textilen Wertschöpfungskette wird immer lauter, aber der Dschungel aus Qualitätssiegeln, Zertifizierung und irreführendem Greenwashing ist selbst für Insider nicht zu durchschauen.
Die Wirtschaftsförderung Mönchengladbach hat sich gemeinsam mit den Partnern des EthNa Institut der Hochschule Niederrhein, des FATM der Universität Münster und der ZiTex – Textil & Mode NRW als Vertreter der NRW-Textilverbände und der IG Metall NRW im Rahmen des EFRE. NRW 2014-2020 am Projektaufrufes des Landes NRW zur Einrichtung regionaler CSR- Kompetenzzentren beworben. Nach positivem Juryentscheid konnte zu Beginn des Jahres mit dem Aufbau eines der neu gegründeten fünf CSR-Kompetenzzentren in NRW an den Start gehen.
Ziel des CSR-Kompetenzzentrum Niederrhein Textil + Bekleidung ist es, kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) der Textil- und Bekleidungsindustrie über die CSR-relevanten Themen zu informieren, den interdisziplinären Austausch zu fördern und Fachkompetenzen miteinander zu verbinden. Gemeinsam mit Fachexperten und Unternehmen, die Erfahrung in der Umsetzung von CSR-relevanten Aspekten in der Textil- und Bekleidungsindustrie aufweisen, werden Lösungsvorschläge für die Einführung und/oder Weiterentwicklung von CSR-Maßnahmen entwickelt. Hierbei werden sowohl die ökonomischen, sozialen und ökologischen Aspekte als auch die spezifischen Bedürfnisse nach Textil- und Bekleidungsbereich differenziert berücksichtigt. Ebenfalls berücksichtigt werden rechtliche Vorgaben, die Ergebnisse aus dem „Bündnis für nachhaltige Textilien“ und Anforderungen von Multistakeholder-Organisationen, um Maßnahmen - praxisnah und ökonomisch sinnvoll - auf ihre Umsetzbarkeit in KMU prüfen zu können.
Der erste Workshop im Juni wird das Thema der gesetzlich verpflichteten
Nachhaltigkeitsberichterstattung und die Auswirkungen auf die Lieferkette der KMU behandeln. Hier wird sehr schnell deutlich, dass das Thema der Nachhaltigkeit den Status der Freiwilligkeit bereits verlassen hat.
Als Grundlage aller Aktivitäten sollen anhand von wissenschaftlich fundierter Befragungen und Studien Business Cases erarbeitet und vorgestellt werden, die aufzeigen, dass die Implementierung eines CSR-Managements ökonomisch sinnvoll ist. Die Mitwirkung der Unternehmen ist hier ausdrücklich gewünscht und gefordert. Die Befragung sollte von den Unternehmen als Möglichkeit gesehen werden, durch aktive Mitwirkung konkrete Bedürfnisse und Fragen gezielt zu platzieren, sodass diese Punkte bei den weiteren
Veranstaltungen entsprechend Berücksichtigung finden können.
Zur Auftaktveranstaltung am 14. April 2016 ab 15:00 Uhr wird Dr. Gert Fischer als Beigeordneter der Stadt Mönchengladbach Gäste und Referenten begrüßen.
(Für Interessenten besteht um 14:30 Uhr die Möglichkeit zur Führung durch die Sammlung des historischen Textiltechnikum mit Dr. Wiegmann, Leiter des Museums Schloß Rheydt.)
Dr. Günther Horzetky, Staatssekretär des Ministeriums für Wirtschaft. Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk NRW und weitere Vertreter des Ministeriums werden erwartet. Er wird aus der Sicht des Landes die Bedeutung von CSR für die innovative Entwicklung der Wirtschaft in der Region sprechen.
Die beiden Unternehmer Roger Brands (Fynch Hatton) und Daniel A.Hopp (Hopp AG) werden vorstellen, welche Bedeutung das Thema CSR für ihre Unternehmen hat und welche Erfahrungen bei der Umsetzung in den Unternehmen gemacht wurden.
Zum Themenkomplex der Nachhaltigkeitsberichterstattung im Rahmen der EU-Richtlinie und dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz wird Herr Prof. Dr. Rudolf Voller von der Hochschule Niederrhein referieren und über die zunehmende Notwendigkeit aufklären, sich mit diesem Themenkomplex auseinandersetzen zu müssen.
Claudia Kersten, Geschäftsführerin des Global Organic Textile Standard wir aus der Sicht eines global angewendeten Standards für die Verarbeitung von Textilien das Thema CSR beleuchten.
Zwischen den einzelnen Vorträgen wird es Gelegenheit zu Diskussionen und Stellungnahmen geben.
Für die Presse besteht um 15 Uhr die Möglichkeit zu einem Fototermin u.a. mit Herrn Staatssekretär Dr. Horzetzky. Nach der Veranstaltung besteht ausreichend Gelegenheit für Stellungnahmen aller Beteiligten.
14. April 2016 ab 14:30 Uhr
Direktorenhaus des Textiltechnikums im Monforts Quartier 1,
Schwalmstr.301; 41238 Mönchengladbach










