(openPR) Der vergessene König des Ausdruckstanzes wurde er genannt, als bester Tänzer seit Nijinsky gefeiert; er war der berühmteste Schüler von Mary Wigman und wurde ein umjubelter Weltstar: Harald Kreutzberg.
Der deutsche Tänzer-Choreograf (1902 – 1968) übte wie nur wenige Ausdruckstänzer einen weitreichenden Einfluss auf die Tanzwelt aus, sein freier und selbstverständlicher Umgang mit Männer- wie Frauenrollen ermutigte andere – wie etwa Josè Limón – erst, diesen damals noch als „unmännlich“ geltenden Beruf zu ergreifen.
Harald Kreutzbergs Werk dient DanceLab Berlin in dieser Spielzeit als Inspirationsquelle für eine zeitgenössische Tanzarbeit und eine Auseinandersetzung mit der modernen deutschen Tanztradition. Wie entwickelt sich Identität zwischen Uniformität und Individualität? Was bedeuten 'maskulin' und 'feminin' auf dem Hintergrund der Gender-Debatte? Und was ist die Rolle des männlichen Tänzers heute?
DanceLab Berlin zeigt in der Choreographie von Norbert Servos / Jorge Morro seine Hommage an Harald Kreutzberg in zwei Teilen. Den Auftakt bildet das Duo El Circulo Eterno mit Silvia Ventura und Jorge Morro.
Nicht um die Rekonstruktion eines verloren gegangenen tänzerischen Erbes geht es dabei, sondern um das Aufspüren neuer Zugänge aus heutiger Lebenserfahrung. Das verlangt nach einer eigenen tänzerischen Sprache.
So lassen sich einzelne Gesten aus Kreutzbergs Tänzen herauslösen und mit zeitgenössischem Schrittmaterial kombinieren: verschiedene Arten zu gehen; schnelle Vierteldrehungen. Mit einer starken, emotionalen Musik verbunden, verwandelt sich die abstrakte Variation in einen neuen Inhalt. Bewegungsmuster entstehen, in denen die Vergangenheit aufscheint wie ein Schnappschuss. Flashbacks, Erinnerungsfetzen.
El Circulo Eterno ist eine strenge, rein choreographische Variation über das Thema Geschlechterrollen. Ein Mann, eine Frau in einem Raum: Sie warten. Sie wollen fort, aber etwas hält sie zurück, als würden sie überwacht. Sie wollen zueinander, aber treffen sich nicht wirklich. Sie teilen eine ähnliche Sehnsucht. Am Ende werden sie fortgerissen von den Ereignissen – die Welt um sie herum ist größer als die eigene.
Choreographie: Norbert Servos / Jorge Morro | mit: Jorge Morro und Silvia Ventura | Musik: Max Richter | Foto: Miguel Berrocal | Kommunikation: k3 berlin – Kontor für Kultur und Kommunikation
In Zusammenarbeit mit Centro de Danza Madrid und Mime Centrum Berlin.
DanceLab Berlin
ist ein deutsch-spanisches Kooperationsprojekt zweier international arbeitender Choreographen: Jorge Morro und Norbert Servos. Ursprünglich an der Berliner Akademie der Künste gegründet, hat DanceLab Berlin von Anfang die Produktion eigener Stücke mit der Präsentation anderer Choreographen und der Förderung junger Talente verbunden. Das Festival „a/skin'“ zeigte mit unterschiedlichen Länderschwerpunkten eine Vielzahl internationaler Choreographen; in den „Short Cuts“ zeigten junge Choreographen ihre ersten Arbeiten. Viele von ihnen starteten hier eine internationale Karriere.
DanceLab Berlin widmet sich dem internationalen tänzerischen Austausch zwischen verschiedenen Ländern und hat seine Projekte u.a. in Kuba, Griechenland, Luxemburg, den Niederlanden und Spanien präsentiert.
Deutschland-Premiere:
08. April 2016, 20.00h
Weitere Vorstellungen:
09.- 10. April 2016
jeweils 20.00 Uhr
Werkeinführung mit Filmbeispielen
07. April 2016, 20.00 Uhr
Eintritt 6 €
Ort:
Dock11
Kastanienallee 79
10435 Berlin
Tickets:
15 Euro
10 Euro ermäßigt
Reservierung:
„H.K. Quintett“ – ein TANZFONDS ERBE Projekt, der zweite Teil der Hommage an Harald Kreutzberg,
mit den Tänzern Javier Alemán, Chris Jäger, Lorena Justribó Manion, Jorge Morro und Silvia Ventura
vom 9.- 12. Juni,
im Dock 11.









