(openPR) Das Leistungssingen der Stufen I und II im Chorverband Rheinland-Pfalz, am 12. März 2016 in Offstein, war eine Klasse für sich. „Das hatte schon teilweise Meisterchorqualität“, freute sich Karl Wolff, der Präsident vom Chorverband Rheinland-Pfalz, am Ende eines langen, aber in qualitativer Hinsicht absolut hervorragenden Chortages.
Enges Bewertungsfeld.
Dicht an dicht lag das Feld der Bewerber in der Leistungsstufe eins mit Ziel „Leistungschor im Chorverband Rheinland-Pfalz.“ Allenfalls halbe Punkte trennten die Chöre am Ende des Vormittags voneinander. Acht Chöre stellten sich dem Leistungsvergleich in der Stufe eins, davon erreichten fünf das Leistungsziel mit zweimal „Sehr gut“. Mit einmal „Sehr gut“ und einem „Gut“ bewertete die Jury einen weiteren Chor, zwei Chöre erfüllten mit zweimal „Gut“ die Mindestanforderung.
Kopf an Kopf ging es in der Punktespitze zwischen Arion aus Nomborn und den Swinging Voices aus Rödersheim zu. Ein halber Punkt in jeder Disziplin fehlte Johannes Kalpers und den Swinging Voices (23,5/23) am Ende, um mit Arion (24/23,5), geleitet von Matthias Schmidt, gleichzuziehen.
Dieses Manko sollten die Rödersheimer jedoch in Stufe zwei mehr als wettmachen. Denn hier erreichten sie als einziger Chor im Leistungsvergleich einmal die volle Punktzahl: 25 Punkte in der Disziplin „Volkslied“. Der Chor überzeugte Jury und Publikum mit einem sehr intensiv gesungenen „Kein schöner Land“, nach einem Arrangement von Wolfram Buchenberg.
Frauenchor Melodia aus Asbach überraschte.
Um den Titel „Konzertchor im Chorverband Rheinland-Pfalz“, in der Leistungsstufe II bewarben sich neun Chöre, von denen zwei das Leistungsziel ganz knapp verfehlten. Für drei Chöre konnte die Jury dreimal „Sehr gut“ vergeben, drei weitere erhielten zweimal „Sehr gut“, einmal „Gut“ und ein Chor bestand mit zweimal „Gut“ und einem „Sehr gut“.
Der Frauenchor „Melodia“, geleitet von Ruslan Aliyev, bot einen — im wahrsten Wortsinn — starken „Auftritt“. Überraschten die Frauen aus Asbach doch gleich zu Beginn durch einen choreografierten „Onestep“, mit dem Chorleiter und Chor die Jury begrüßten. So aufmerksamkeitsstark wie der Start, war auch das musikalische Programm des Chores. Es war anspruchsvolle Chorliteratur, getragen von Disziplin und Konzentration. Dennoch reichten die Melodia-Damen (24/23/24) nicht ganz an die Swinging Voices im „MusikGesangVielfalt“ Rödersheim (23,5/24/25) heran.
Das zentrale Thema des Chorsingens.
„Singen und hören ist das Fundament für einen guten Chor, es ist das zentrale Thema des Chorsingens“, so Juror Michael Rinscheid, im Rahmen eines anschließenden öffentlichen Gutachtersingens, dem sich der Männerchor aus Worms-Hochheim stellte. Unter neuer Leitung wollte der bereits mehrfache Meisterchor einen Wertungsstand haben um auf dieser Basis seine erfolgreiche Chorarbeit fortsetzen zu können. „Ein Chor muss Spannung haben und Offensive zeigen, mit Dynamik überzeugen, effektvoll sein aber nicht effekthascherisch“, so Rinscheid weiter.
Die öffentlichen Ausführungen des Verbands-Chorleiters zu hören, war für die anwesenden Chorleiter, Sängerinnen und Sänger bestimmt eine sehr gute Erfahrung. Boten diese doch auch zugleich einen Einblick in Details, die ganz sicher ebenso bei der Punktebewertung eine Rolle spielten. Und nicht zuletzt zeigte sich hier die hohe Kompetenz der beiden Juroren des Tages: Michael Rinscheid und Gerd Sackenheim. Dem Männerchor Worms-Hochheim ist zu danken, dass er sich auf dieses öffentliche Gutachtervotum vorbereitet hat.
Ein großartiger Tag.
„Es war ein großartiger Tag für den Chorgesang. Der Chorgesang in Rheinland-Pfalz ist lebendig“, zeigte sich Karl Wolff bei der Urkundenvergabe euphorisch. „Wir haben heute teilweise Leistungen erlebt, die eines Meisterchorsingens zur Ehre gereicht hätten.“ „Ihr seid das Fundament des Chorgesangs!“, rief Michael Rinscheid bei der Urkundenverleihung in der vollen Engelsberghalle den Chören zu, die merklich in Hochstimmung waren. Im Namen des Chorverbandes ging der Dank des Präsidenten an den ausrichtenden Kreis-Chorverband Worms und den MGV Offstein, der die organisatorischen und gastronomischen Rahmenbedingungen für ein Leistungssingen schuf, dass man wohl in jeder Hinsicht als herausragend bezeichnen konnte.













