(openPR) Die Art Brut der Aboriginal Art aus Westaustralien vom 15.04.-05.06.2016 in München
DEMENZ ENTHEMMT!
Wie Krankheit kreativ macht. Kann man mit Alzheimer Künstler sein? Wann Spätwerke berühmt machen und kunsthistorisch Einfluss nehmen. Geistige / seelische Störungen und künstlerische Genialität…
Mit solchen und verwandten Themen werden Besucher in der kommenden Aboriginal Art Ausstellung von ARTKELCH konfrontiert.
"Die wenigsten Menschen wissen, welche berühmten Künstler trotz psychischer Einschränkungen – oder vielleicht gerade deswegen – auch weiterhin künstlerisch reüssierten." so Robyn Kelch, Inhaberin der Galerie ARTKELCH in Freiburg:
Willem de Kooning war seit mehr als einem Jahrzehnt an Alzheimer erkrankt und trotzdem bis zu seinem Lebensende künstlerisch tätig. Von Dürer, Caspar David Friedrich, van Gogh, Holbein d. J., Kandinsky, Edvard Munch, Picasso oder Rembrandt beispielsweise wissen wir heute, dass sie Krankheiten aus dem affektiven Formenkreis hatten. Jörg Immendorf litt in seinen letzten zwei Lebensjahren an einer Nervenkrankheit. Otto Dix hat auch noch nach seinem Schlagfall gemalt.
Hierzulande scheint das Thema noch stigmatisiert, in der Alterseinrichtung von Wanarn in den Ngaanyatjarra Lands in Westaustralien hingegen entsteht gerade ein gänzlich neues Genre der Wüstenkunst mit indigenen Künstlern in allen Pflegestufen, die bis kurz vor ihrem Tod malen und von der Kunstwelt Australiens gefeiert werden.
Auch wenn Detailtreue, Perspektive, Farbabstimmung und Tiefe bei bestimmten Krankheitsbildern abnehmen, ist eine Zunahme von Symbolik und Kraft beobachtbar. Umformungen, Verzerrungen, bizarre gar skurrile Kompositionen und ungewöhnliche Farbspiele bergen eine besondere Spannung und hinterfragen unsere Sehgewohnheiten. Dies hat in der westlichen Kunst gleichermaßen bei der Art Brut bzw. Outsider Art ("Außenseiter-Kunst") Gültigkeit.
Von 15. April - 5. Juni 2016 stellt die Freiburger Galerie ARTKELCH im Museum Fünf Kontinente einen repräsentativen Querschnitt aktueller Arbeiten von fünf kleinen indigenen Kunstzentren aus den Ngaanyatjarra Lands vor. Die Ausstellung gehört zur Ausstellungsreihe Pro Community, die jährlich Kunst aus einem oder mehreren indigenen Kunstzentren einer Region Australiens an verschiedenen Standorten in Deutschland zeigt. Die Ausstellung wird von einem Katalog begleitet und steht unter der Schirmherrschaft der australischen Botschaft.
Gezeigt werden dieses Jahr Werke der jüngsten und sehr kleinen Künstlerkooperativen Papulankutja Artists, Kayili Artists, Warakurna Artists, Tjarlirli Art und The Minyma Kutjara Arts Project.
Die Ausstellung führt in eine der abgelegensten Regionen der Western Deserts Australiens, hier entsteht die Kunst weit ab vom Kunstmarkt. Trotzdem – oder gerade deswegen – gehören die Künstlerkooperativen der Ngaanyatjarra Lands zu den nachhaltigsten und kulturell reichsten Kunstzentren. Ein Schwerpunkt deren Arbeit liegt in der Betreuung von Künstlern im letzten Lebensabschnitt, die häufig an Demenz erkrankt sind. Speziell für diese dient das Malen, neben der Weitergabe ihres unermesslichen Fundus an kulturellem Wissen, auch therapeutischen Zwecken. Dies hat einige beachtliche Künstlerkarrieren hervorgebracht; eine Subkategorie der Ngaanyatjarra-Kunst, die Parallelen zur Art Brut aufweist.
Eine weitere Besonderheit innerhalb der Ngaanyatjarra-Kunst sind die sogenannten History Paintings, bei denen die Künstler die Abstraktion inklusive der üblichen Ikonographie in der Wüstenkunst verlassen und figürlich historische Vignetten malen, die die zeitgenössische Geschichte der Region dokumentieren.
Zu den ausgestellten Künstlern gehören u.a. Mrs. Woods, Anawari Mitchell, Angilyiya Mitchell, Janet Forbes, Elaine Lane, Thomas Reid, Anmanari Brown, Fred Ward, Ngipi Ward, Eunice Porter, Carol Golding, Myra Cook, Cynthia Burke, Neville Mcarthur, Nyarapayi Giles, Valmayi Nampitjinpa, Katjarra Butler, Bonnie Connelly, Eileen Giles, Bob Gibson, Esther Giles, Diane Dawson, Roma Butler u.a.
Mit über 80 Werken über alle Standorte ist dies die größte geschlossene Ausstellung der Ngaanyatjarra-Künstler in Europa.
15.04. – 05.06.2016: MUSEUM FÜNF KONTINENTE
Maximilianstraße 42, 80538 München
FON +49 (0)89 210 136 100, FAX +49 (0)89 210 136 247
www.museum-fuenf-kontinente.de
Vernissage: Donnerstag, 14. April 2016, 19 Uhr
Einführung in die Ausstellung durch die Kuratorin Robyn Kelch
Die Ausstellung ist Dienstag bis Sonntag von 9:30 bis 17:30 Uhr geöffnet.
Am 1. Mai ist das Museum geschlossen. Pfingstmontag ist das Museum geöffnet.
Rund um die Ausstellung bietet das Museum ein Begleitprogramm an.













