(openPR) Nach ihrer Premiere auf der diesjährigen ART Karlsruhe zeigt die Galerie Westphal Berlin vom 9.März bis 26.März unter dem Titel „Holi – Color Flow“ die neue Werkgruppe der großformatigen Arbeiten des Berliner Fotografen André Wagner (*1980, Chemnitz, Deutschland)
Schon vor ca. 5.000 Jahren wurde in Indien in dem heiligen Ort Vrindavana von Krishna mit seiner Gefährtin Radha und den anderen Hirtinnen das „Spiel der Farben“ (Holi) zelebriert. Seit 2004 bereiste Wagner regelmäßig Indien und schrieb an diesen Orten mit seiner Kamera die Geschichten der Menschen und ihrer heiligen Orte auf.
Holi ist ein mittlerweile weltweit bekanntes Festival, welches jährlich am Vollmondtag des Monats Phalguna (Febraur/März) stattfindet. Das „Fest der Farben“ ist eines der ältesten Feste Indiens, zu dem sich die Menschen gegenseitig mit Farbpigmenten bewerfen. Es ist nicht nur ein Zeichen für den Beginn des Frühlings sondern auch ein Fest, auf dem alle Schranken durch Kaste, Geschlecht, Alter und gesellschaftlichen Status aufgehoben sind.
Seine aktuelle Fotoserie zeigt nun die intensive, schon über zehn Jahre andauernde Auseinandersetzung des Künstlers mit der Kultur Indiens und seinen vielfältigen Religionen. Auf unzähligen Reisen entwickelte er sein Gespür und Verständnis für das Land und seinen eigenen Lebenswelten.
Sein Blick jedoch sucht nicht das Fremde, sondern er dokumentiert das Gemeinsame und Verbindende, dass er in den Begegnungen und Erfahrungen mit den Menschen auf seinen Reisen gemacht hat. Wagner scheut nicht den eigenen, intensiven physischen Einsatz, um zum Beispiel auf den Fußmärschen mit den Pilgern den kulturellen und topografischen Raum visuell zu begreifen.
Diese besondere Atmosphäre in André Wagners Fotoarbeiten wurde bereits mit dem Magischen Realismus der 20er Jahre in Verbindung gebracht, der die Verschmelzung von greifbar rationaler Wirklichkeit und magischer Realität wie Halluzinationen und Träume - betreibt. Wagner entwickelt gleichsam eine „dritte Realität“, eine Synthese aus den uns geläufigen Wirklichkeiten.
Wichtigstes künstlerisches Mittel dafür ist die Lichtregie in den Arbeiten. Häufig fotografiert der Künstler in der Nacht - wie in den Fotografien „Pilgrims at Govardhan“ (2014) oder mit Bezug zur Architektur wie dem offenen Gewölbe der Tempelanlage in „Pilgrim Familiy“ (2011).
Mal ist das Licht schlaglichtartig oder diffus als malerisches Chiaroscuro à la Leonardo wie in „Coming back from Yamuna River“ (2011). Die verhüllten Frauen in ihren prächtigen Gewändern steigen die Treppen vom heiligen Fluss hinauf. Das fast physisch spürbar Rätselhafte dieser Arbeit entsteht durch die Darstellung von Zeit, indem die Pilgerinnen performativ aus dem Dunkel ins Licht hervortreten. Erst dadurch werden sie in der Atmosphäre greifbar. Auch in den Arbeiten aus der Serie „Radha Raman Temple“ (2014), das den farbintensiven Pigmentwurf während des berühmten indischen Holi-Farbfestes festhält wird Zeit aus Licht und Bewegung zum wichtigsten Element der Arbeiten.
2013 wurde auf der Venedig Biennale die Arbeit „Coming back fom Yamuna River“ gezeigt. Im gleichen Jahr hatte er zwei Einzelausstellungen auf der „Kunst Zürich“ wo er für den Zürcher Advancement Art Award nominiert war.
2014 präsentierte er in einer Einzelausstellung auf der „Photokina“ ausgewählte Arbeiten seiner Monografie „Visions of Time“.














