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Chronische Nierenerkrankung

19.02.201616:06 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) - eine unerkannte Volkskrankheit

Viel zu oft werden chronische Nierenleiden viel zu spät erkannt. Teilweise sogar zwei oder drei Jahre zu spät, wie auf dem Portal der Deutschen Nierenstiftung zu lesen ist. Die seit zehn Jahren im März stattfindenden Nierenwochen mit dem Weltnierentag am 10. März sollen aufklären und dazu anregen, auf die Nierengesundheit achtzugeben. Allein in Deutschland leiden laut einer neuen Studie von Prof. Matthias Girndt, Halle, rund zwei Millionen Menschen an einer Chronischen Nierenerkrankung (CKD, engl. Chronic kidney disease) mit deutlich eingeschränkter Nierenfunktion - rund zwei Drittel wissen es nicht einmal. Ein weiteres Ergebnis der Studie: Diabetes mellitus verdoppelt das CKD-Risiko, Bluthochdruck verdreifacht es, wie die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) mitteilt.


Als chronisch nierenkrank gelten Menschen, deren Nieren-Filtrationsleistung unter die Normgrenze sinkt. "Dass die Filtrationsleistung in der zweiten Lebenshälfte sinkt, ist eine normale Entwicklung", erklärt Peter Hans-Joachim Kulzer vom Dialyse-Zentrum Marktheidenfeld, "problematisch wird es, wenn sie deutlich eingeschränkt ist". Dabei werden fünf verschiedene Grade unterschieden. Im ersten funktioniert die Entgiftung des Körpers durch die Niere noch uneingeschränkt, es wird lediglich vermehrt Eiweiß ausgeschieden. Das ist häufig bei Diabetikern der Fall. Grad II reicht von 90 bis 60 Milliliter Filtrationsleistung pro Minute, Grad III von 60 bis 30, Grad IV von 30 bis 15. Grad V ist erreicht, wenn die Filtrationsleistung unter 15 Milliliter pro Minute gesunken ist - dann muss der Patient mit Dialyse rechnen, ab zehn ist sie unausweichlich. Neuerdings wird Grad III nochmal unterteilt - sobald weniger als 45 Milliliter filtriert werden, besteht ein hohes Risiko des Nierenversagens.

Ursachen und Folgen der CKD
Die häufigste Ursache ist eine Gefäßproblematik, verursacht beispielweise durch langjährigen Bluthochdruck oder Diabetes. Viele Nierenkranke haben beides. Angeborene Ursachen und ursprüngliche Nierenerkrankungen sind nicht häufiger geworden und machen eher selten Probleme, weil sie heutzutage früher erkannt und behandelt werden. Sie verlieren prozentual an Bedeutung. Meist handelt es sich bei Nierenerkrankungen schlicht um eine Zivilisationskrankheit. Je höher der Lebensstandard, desto häufiger treten Gefäßerkrankungen, Diabetes und Herz-Kreislauf-Probleme auf. Übergewicht und Rauchen sind weitere Risikofaktoren. Hinzu kommt, dass die Menschen heute älter werden, auch diejenigen mit Vorschädigungen, denn Diabetiker sind heutzutage besser eingestellt und erleben dank der Fortschritte der Medizin im Gegensatz zu früher auch die späten und schweren Stadien der Erkrankung. Da die Filtrationsleistung mit zunehmendem Alter ohnehin nachlässt, kann es in den letzten Lebensjahren knapp werden, und die Nieren versagen ihren Dienst vorzeitig. Dann bleiben nur noch Dialyse oder Transplantation.
Von etwa 70 000 Dialysepatienten in Deutschland sind die meisten älter als 65 Jahre, Neuzugänge sogar meist älter als 75, weil besser und früher behandelt wird. "Es gelingt uns immer besser, die Dialyse so lang wie möglich hinauszuschieben", sagt Kulzer, "so, dass es höchstens ein bis zwei Prozent Steigerung gibt". Schließlich sei es mit enormen Einschränkungen des Lebensstils verbunden, dreimal pro Woche für je vier Stunden dialysiert zu werden. Das Thema Transplantation und Organspende ist in Deutschland sehr schwierig, nochmal verstärkt durch die Skandale bei Lebertransplantationen. Die Wartezeit beträgt meist fünf bis sechs Jahre.

Wie lässt sich vorbeugen?
Umso wichtiger ist es, rechtzeitig vorzubeugen. Gesund leben, Übergewicht vermeiden, sich möglichst viel bewegen, mindestens 1.5 Liter täglich trinken, den Blutdruck einstellen lassen, notfalls medikamentös, keine frei verkäuflichen Schmerzmittel über einen längeren Zeitraum einnehmen und nicht rauchen - das klingt banal. Nur ist es leider eine Sisyphusarbeit, einen Raucher davon zu überzeugen, damit aufzuhören. Eine ausgewogene, gesunde Ernährung ist bunt, besteht aus viel Gemüse, naturnahen, möglichst regionalen Produkten und wenig industrieller Fertigware. Kulzer pflegt seinen Patienten zu raten: "Lassen Sie alles weg, wofür im Fernsehen Werbung gemacht wird, dann leben Sie gesund". Sport und Bewegung gehören selbstverständlich dazu, aber auch das fällt oft schwer. Für Dialysepatienten gibt es beispielsweise Bettfahrräder oder Gummibänder für Gymnastik, aber das Angebot wird selten genutzt, die meisten wollen während der Dialyse einfach ihre Ruhe haben. Ganz wichtig ist es, den Blutdruck zu überwachen und gegebenenfalls medikamentös einstellen zu lassen, die Medikamente regelmäßig zu nehmen und zu Vorsorgeuntersuchungen zu gehen.
Das Tückische an Nierenerkrankungen ist, dass sie symptomlos beginnen. Wenn Symptome spürbar sind, ist es eigentlich schon zu spät. Eine Früherkennung ist nur über Blut- und Urinuntersuchungen möglich, die bei Diabetikern regelmäßig erfolgen sollten, aber eben auch im Rahmen von Gesundheitschecks angeboten werden, die jeder wahrnehmen kann und für sich nutzen sollte. Risikopatienten, die älter als 60 Jahre sind, Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Übergewicht oder einen an CKD erkrankter Familienangehöriger ersten Grades haben, sollten jährlich ihre Nierenfunktion vom Hausarzt prüfen lassen.

Infos über Aktionen zum Weltnierentag gibt es auf der Homepage der Deutschen Nephrologischen Gesellschaft, www.dgfn.eu,

Autorin: Dr. Andrea Hammerl
Quelle: gesund-vital-online.de

Quelle / vollständiger Artikel:
http://www.gesund-vital-online.de/chronische-nierenerkrankung-eine-unerkannte-volkskrankheit/

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