(openPR) Im November 2015 kam das neue Release von PTC Windchill 11 auf den Markt. Wir haben mit unserem Produktmanager für PDM/PLM-Lösungen Jörg Ehrenstein über Neuerungen, Verbesserungen und seinen Eindruck von der neuen Version gesprochen.
Alles Wissenswerte zu PTC Windchill 11 auf einen Blick:
- Verbesserte Ergonomie und schnellere Performance
- PTC Navigate – rollenbasierte Apps für einen schnellen Zugriff auf relevante Informationen
- Tiefe Integration zwischen PTC Creo 3.0 und PTC Windchill 11
- Optimierte Suche
- Unterstützt PTC Creo 4.0
Hallo Jörg, wir freuen uns, dass Du die Zeit gefunden hast, mit uns über PTC Windchill 11 zu sprechen. Du hast das neue Release bereits ausprobiert?
Ich habe das neue Release mit Spannung erwartet und es natürlich gleich getestet und ausprobiert. Ich wollte vor allem sehen, was sich verändert hat und wo die Verbesserungen und Neuerungen für den Nutzer liegen.
Stichwort User-Experience, ist Dir denn gleich irgendetwas aufgefallen in punkto Schnelligkeit, Ergonomie, Stabilität?
Das Wesentlichste ist auf den ersten Blick, dass man sich in PTC Windchill 11 sofort zu Hause fühlt, die Veränderungen liegen eher im Detail. Das heißt, auf Anwenderseite muss man sich nicht erst an ein komplett neues User-Interface gewöhnen oder braucht nach dem Upgrade auf Release 11 gar eine Neuschulung. Die Ergonomie wurde definitiv verbessert, in Version 11 gibt es nun noch mehr rechte Maustastenfunktionalität und die ganze Bedienbarkeit ist einfach sehr viel intuitiver. In Bezug auf die Schnelligkeit kann ich ein klares Ja aussprechen, vor allem in Verbindung mit PTC Creo und großen Baugruppen gibt es deutliche Verbesserungen. Im Großen und Ganzen weist PTC Windchill 11 an allen Ecken und Enden kleine Optimierungen auf, man merkt, dass das System Stück für Stück optimiert wird und noch näher an die Anforderungen und Wünsche der Kunden rückt.
Und was sind ganz konkret die Neuerungen in PTC Windchill 11, die Top-Themen?
Da gibt es eine ganze Menge. Auf Anwenderseite wären Neuerungen zu nennen, die auf dem Zusammenspiel von PTC Windchill und ThingWorx (IoT) Technologien beruhen. Bei PTC heißt das einfach PTC Navigate. Dies ermöglicht den Anwendern über Apps zu arbeiten und über vordefinierte oder eigene, auf die User-Rolle zugeschnittene Interfaces, mit PTC Windchill 11 zu kommunizieren.
Du sprichst von den Role Based Apps?
Genau. Jedem Nutzer kann so eine bedarfsgerechte Oberfläche zur Verfügung gestellt werden. Nun einmal abseits von den technikaffinen Ingenieuren und Produktentwicklern gedacht, hat das den Vorteil, dass die Arbeit mit PTC Windchill für Nutzer aus anderen Abteilungen, die eigentlich nur Zugriff auf einen kleinen Teil des Systems brauchen, viel weniger komplex und fokussierter ist. Eben weil ihnen genau die Oberfläche zur Verfügung gestellt werden kann, die sie brauchen.
Ein großes Thema ist ja momentan Industrie 4.0 bzw. das Internet der Dinge. Sind von dieser Seite Einflüsse bei PTC Windchill 11 spürbar?
Ja, natürlich. PTC Windchill 11 hat jetzt erste Schnittmengen zu PTCs IoT-Plattform ThingWorx. Da kann man jetzt schon sehen, wo die Entwicklung hingeht und wie man zukünftig noch mehr Informationen aus dem System bekommt.
Gibt es Neuerungen in Bezug auf PTC Creo Parametric?
Die entscheidendste Neuerung ist ein erweitertes Zusammenspiel mit PTC Creo Parametric 3.0. Die neuen Module aus PTC Creo 3.0, wie z.B. die PTC Creo Design Exploration Extension oder die Unite Technologie können jetzt mit PTC Windchill 11 wirklich integriert benutzt werden. Die Design Exploration Extension entstand ja nach dem PTC Windchill 10.2 Release und wird jetzt von PTC Windchill 11 nativ unterstützt. Das hat PTC wirklich gut umgesetzt. Ein weiterer Punkt ist die optimierte integrierte Suche im System, diese Thematik spielt ja für viele Anwender täglich eine Rolle. Hier hat PTC nachgelegt, was die Möglichkeiten betrifft. Auch die Einstellungen, die man treffen kann, um komplexere Suchen aufzubauen, wurden erweitert. Das alles kommt den Anforderungen der Anwender sehr entgegen, die Suche in PTC Windchill 11 nimmt deutlich weniger Zeit in Anspruch.
Kann man sagen, dass es für PTC Windchill 11 eine besondere Zielgruppe gibt?
PTC Windchill 11 ist in erster Linie natürlich interessant für alle, die momentan noch PTC Windchill 10 oder 9 betreiben. Für die ist es definitiv lohnenswert, Zeitpläne und Budgets für die Umstellung auf das neue Release zu erstellen, weil die neue Version einfach mehr Funktionalität bietet, sei es die tiefere Integration von PTC Creo Parametric, PTC Navigate oder die optimierte Suche. Wer mehr aus PTC Windchill herausholen will, sollte definitiv auf die neue Version upgraden.
Wie ist der Wechsel für Kunden, die noch Pro/Intralink im Einsatz haben?
Jemand, der noch Pro/Intralink im Einsatz hat, da muss man sich tatsächlich zunächst einmal die genaue Roadmap anschauen. Ein klassischer Intralink-Kunde könnte nicht mehr direkt zu PTC Windchill 11 migrieren, sondern müsste den Zwischenweg über PTC Windchill 10.2 gehen. Von da aus könnte er dann ein Upgrade/Update auf PTC Windchill 11 machen. Gerade für diese Kunden ist es jetzt an der Zeit, zu Release 10.2 zu migrieren, um im Anschluss dann einen sauberen Übergang auf PTC Windchill 11 machen zu können. Release 10.2 bleibt noch zwei Jahre im Support, wer binnen dieser Zeit nicht wechselt, läuft Gefahr, den Zug irgendwann zu verpassen.
Müssen bei einem Update bestimmte Dinge beachtet werden?
Im Grunde unterscheidet sich das Update auf PTC Windchill 11 nicht von anderen Updates. PTC Windchill verwaltet ja den Firmen-IP der Entwicklungsabteilungen. Deswegen führen wir in der Regel eine saubere Testinstallation durch, eine Testmigration der Daten. Das verhält sich im Grunde gleich wie bei den Vorgängerversionen, es gibt keine große Veränderung in der Architektur der Plattform im Hintergrund. PTC Windchill 11 ist aber natürlich auf die aktuelle Serverplattform von Microsoft ausgelegt und auch in den einzelnen benötigten Unterapplikationen, sei es der Apache Tomcat, das JAVA oder die Technologien im Hintergrund, wird auf den neuesten Stand der Technik zurückgegriffen. Große neue Voraussetzungen abweichend zu den Vorgängerversionen gibt es allerdings nicht.
Kannst du bereits einen Ausblick geben?
Ganz wichtig ist natürlich, dass PTC Windchill 11 das zukünftige PTC Creo 4.0 unterstützen wird. Außerdem sind die vielen Veränderungen im Detail zu nennen. Die Stücklistenverwaltung wurde modifiziert und bei der Suche mit den ganzen Suchattributen gab es Anpassungen. Zu fast allen dieser neuen Funktionen gibt es schon Roadmaps von PTC, wie es in Zukunft weitergehen wird. Da lässt sich jetzt natürlich noch nicht zu viel verraten, aber man merkt, dass PTC an der Plattform arbeitet.
Gibt es etwas, das du den PTC Windchill-Kunden abschließend mit auf den Weg geben würdest?
Den Kunden würde ich abschließend mit auf den Weg geben, diese Updates wirklich in kleinen Schritten vorzunehmen, auch um die Anwender nicht zu überfordern. Ein charmantes kleines Update nach dem anderen - ohne große Umstellungen in der Haptik des Systems – empfiehlt sich da viel mehr, als sagen wir, am Ende von PTC Windchill 9 direkt durchzugehen auf PTC Windchill 12. PTC Windchill 11 ist mit seinen neuen Funktionen wirklich darauf ausgelegt, die Anwender in ihrer Arbeit mit dem System effizienter zu machen. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, ist jedoch vor allem wichtig, diese wichtige Personengruppe nicht abzuhängen bei der ganzen Evolution.
Herzlichen Dank für das Interview!
Steckbrief:
Jörg Ehrenstein ist Produktmanager für PDM/PLM-Lösungen bei INNEO Solutions. Er ist studierter Maschinenbauer (Dipl. Ing.) und hat sich in seinem Studium auf Fertigungstechnik und Kolbenmaschinenbau spezialisiert. Vor seiner Karriere bei INNEO hat er sich mit Fördertechnik und dann mit Anlagentechnik befasst, baute Abfüllanlagen, vollautomatische Palettieranlagen, Schiffsbeladeanlagen und fahrerlose Transportsysteme zur Befüllung von Hochregallagern. Im Bereich des Anlagenbaus gehörten Meerwasserentsalzungsanlagen, Anlagen zur Rauchgasentschwefelung und Pyrolyseanlagen zu seinen Projekten. Über ein Projekt im CAD-Umfeld kam er zu INNEO Solutions (damals RAND Technologies). Vom CAD-Bereich wechselte er schließlich in den PDM/PLM-Bereich. Seither ist er als Produktmanager für PDM/PLM-Lösungen für INNEO Solutions tätig.









