(openPR) Die Vorfälle in der Silvesternacht in Köln sowie der Umgang mit dem Thema sind schockierend. Die Selbstbestimmung der Frau ist im Grundgesetz verankert. Wir können heute selbstbestimmt das Leben gestalten, Ausbildung und Beruf wählen, Unternehmer werden, die Ehe schließen oder Single bleiben und entscheiden ob wir eine Familie gründen wollen oder nicht. Weder in der Mode noch im täglichen Leben möchten sich Frauen hierzulande in ein Korsett pressen lassen. Und all diese Möglichkeiten sind noch ein recht junger Gewinn der Emanzipation. Noch in den 1970-er Jahren durften Frauen nur mit der Zustimmung ihres Mannes einen Beruf ausüben oder Bankkreditgeschäfte abwickeln.
Frauen haben über Jahrhunderte auf allen Ebenen für diese Anerkennung der Selbstbestimmung gekämpft. 2015 haben wir eine deutsche Bundeskanzlerin, vielleicht bald eine Präsidentin der Vereinigten Staaten. Gerade die vergangenen vierzig Jahre sind für Frauen eine großartige Erfolgsgeschichte. Und jetzt?
Müssen wir Frauen uns wirklich Sorgen um unsere Selbstbestimmung machen? Nach den ungeheuerlichen und abscheulichen Ereignissen in der Silvesternacht in Köln und anderen deutschen Städten scheint es für uns Frauen einen neuen Status Quo zu geben. Auf einmal ist die Rede von einem ‚Verhaltenskodex für Frauen‘. Mit der Anweisung „eine Armlänge Abstand zu Fremden zu halten“ hat die Neu-Oberbürgermeisterin Reker diese erkämpfte Selbstbestimmung zumindest verbal um Jahre zurück geworfen. Frauen unterschwellig eine Mitschuld für sexuelle Übergriffe zuschieben, ist absurd.
„Ich arbeite seit mehr als 20 Jahren in einem Männer-dominierten Berufszweig und bin stolz, mir meinen Platz erkämpft zu haben und seit vielen Jahren auf eine Selbständigkeit zurück blicken zu dürfen. Ich lebe das Leben einer emanzipierten, völlig selbstbestimmten Frau. Das steht für mich weder im Gegensatz zur Art meiner Kleidung noch dazu, mich als Frau attraktiv zu fühlen, Attraktivität zu unterstützen und mein Äußeres zu pflegen und betonen. Das gleiche Recht hat jede Frau in diesem Lande und meine Patientinnen leben dies genau wie ich. Niemand in meiner Praxis lässt sich eine Brust-OP oder Faltenbehandlung machen, weil ein Partner dies möchte, sondern alle Frauen machen dies nur für sich. Wenn solche Attribute von Männern als sexuelle Aufforderung verstanden werden oder aber sie glauben, das Recht zu haben, sich Frauen in bedrängender, aggressiver Weise zu nähern, dann sind wir an einem Punkt angelangt, der uns um Jahrzehnte zurück wirft.
Mein Team und ich finden: Frauen haben das Recht, sich zu schön zu fühlen, sich zu schminken, sich zu kleiden, wie sie möchten, sich wohlzufühlen und auch einen ästhetischen Eingriff vornehmen zu lassen – das Recht auf Selbstbestimmung darf nicht auf Armlängenabstände reduziert werden. Dafür werden wir uns auch weiterhin vehement einsetzen. Defend women rights!“, so Dr. Simone Hellmann.











