(openPR) FRIEDRICHSHAFEN/ROSENHARZ – "Stehen bleiben, Staunen dürfen, Verständnis haben": Friedrichshafens Sozialbürgermeister Andreas Köster sieht die Weihnachtsausstellung im Graf-Zeppelin-Haus als Chance, Vorbehalte abzubauen. Zum ersten Mal sind dort auch Bilder der Kreativwerkstatt Rosenharz der Liebenauer Arbeitswelten zu sehen.
Staunen und Nachdenken
Es ist neu in der Häfler Weihnachtsausstellung, dass ausschließlich Bilder von Künstlern aus sozialen Einrichtungen zu sehen sind. Der Sozialbürgermeister schätzt die ganz eigene Qualität der Werke der Schule am See (KBZO), der Tannenhag-Schule, der Diakonie Pfingstweid und der Stiftung Liebenau. Die Ausstellung ist bis zum 18. Januar 2016 in der Eingangshalle im Graf-Zeppelin-Haus zu sehen. In seinem Grußwort würdigt Köster das Engagement der Künstler: "Ihre Bilder regen zum Staunen und Nachdenken an. Hier kommt niemand daran vorbei."
Begegnungen durch Kunst
"In der Kreativwerkstatt werden die Schaffenden zu Künstlern", so Thomas Edelbluth, Vorstand Diakonie Pfingstweid, in seiner Laudatio. Oft haben die Kunstschaffenden keine Worte, um sich mitzuteilen. Umso intensiver sind ihre Bilder ein Ausdruck ihrer Selbst und erlauben dem Betrachter eine Ahnung dessen, was die Künstler bewegt. "Es gelingt ihnen, sich in die Welt der Kunst außerhalb der Werkstatt einzufinden und das ist Normalität", betont Edelbluth. "Bei Begegnungen durch die Kunst spielen Hautfarbe, Kultur und psychische Beeinträchtigungen keine Rolle."
"Alles darf da sein"
Das Besondere an der Ausstellung ist, dass der Betrachter die Werke immer wieder neu entdecken kann. Es ist wahrnehmbar, dass sich die Künstler intensiv ihren Werken gewidmet haben. "Diese Tiefe gelingt, weil sie sich immer wieder aufs Neue ihrem Bild zuwenden", erklärt Kunsttherapeutin Irmgard Stegmann von der Kreativwerkstatt Rosenharz. "Der Ausdruck der Bilder verändert sich mit jedem Tag. Wir finden eine neue Form, andere Farben. Alles darf da sein. Für die Künstler ist es wichtig, dass sie sich mit ihrem Werk wohlfühlen, und das spüren wir als Betrachter."
Ahnung seines Selbst
Stefan Fricker, Leitung Bereich Arbeit und Bildung der Liebenauer Arbeitswelten, ist überzeugt: "Die Begegnung mit sich selbst ist mindestens genauso wichtig, wie die Begegnungen im Außen." Besonders Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf, die keine Möglichkeiten haben, sich mitzuteilen, sind oft sehr unruhig und außer sich. "Wenn sie sich auf die Farben einlassen und zur Ruhe kommen, entsteht eine Ahnung, eine Neugierde für sich selbst. Und nur wer bei sich selbst angekommen ist, kann Begegnungen im Außen erleben. Die Kunsttherapie erlaubt ein ganz großartiges Lernfeld, und das zeigt sich in der Qualität der Bilder."
Eine besondere Zeit
Vielleicht passt auch deshalb die Ausstellung, die auf besonderes Hinwirken von Dr. Friederike Lutz, verantwortlich für die Koordinierungsstelle Kunst, ausschließlich von sozialen Einrichtungen bestückt wurde, so gut in die Weihnachtszeit. Eine Zeit, die das Innehalten erlaubt. Im Graf-Zeppelin-Haus finden zur Jahreswende zahlreiche Konzerte statt. Tausende Besucher gehen dort ein und aus. Köster ist sicher: "Sie werden an den Bildern kleben. Sie werden stehen bleiben und nachdenken." Die Ausstellung ist eine Weihnachtsbotschaft, eine Begegnung mit dem eigenen Selbst.
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Weitere Infos zu den Liebenauer Arbeitswelten der Stiftung Liebenau finden Sie unter www.liebenauer-arbeitswelten.de
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