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Gesundheits-Apps: Patienten wünschen sich mehr Beratung

11.12.201514:59 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Berlin, 10. Dezember 2015 – 57 Prozent der Smartphone- und Tabletnutzer, so ergab eine Befragung der Universität Bielefeld, möchten Apps zum Thema Gesundheit von Ärzten empfohlen bekommen (Quelle: s.u.). Jeder Dritte der 675 befragten Studierenden fühlt sich über die potentiellen Risiken der Nutzung von Gesundheits-Apps nicht ausreichend informiert. Beratungen zu Fitness- und Medizin-Apps zählen nicht zum Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenkassen, sondern gehören zum medizinischen Selbstzahlerbereich. Die Ärztliche Gesellschaft für Gesundheit und Prävention (ÄGGP) hat jetzt eine Freie Gesundheitsleistung (FGL) für eine ärztliche App-Beratung veröffentlicht. Sie trägt den Namen „Beratung bei der Anwendung von Gesundheits-und Medizin-Apps“.



„Bei mehr als 30.000 Gesundheits- bzw. Medical-Apps überwiegt die Desorientierung der Anwender und die Risiken eines falschen Gesundheitsmanagements durch Apps sind zahlreich“, fasst Dr. med. Norbert Panitz, Vorsitzender des ÄGGP, die Schwierigkeiten aus ärztlicher Sicht zusammen. Die Risiken durch schlechte, unseriöse Apps, durch Übermotiviertheit der Anwender und durch Überschätzung der Daten sind nicht gering. Fehlinterpretationen der Anwender müssen korrigiert werden, Zahlen bedürfen immer der Interpretation. Apps können ebenso wie die Videosprechstunde einen Arztbesuch und das Wissen und die Erfahrung eines Arztes nicht ersetzen, aber unter ärztlicher Aufsicht einen großen Beitrag zur medizinischen Versorgung leisten.
Nicht zu unterschätzen ist das Sicherheitsrisiko von Gesundheitsdaten in Datenwolken (Clouds). Die dort gespeicherten Werte sollen mittlerer Weile für Hacker interessanter als Kreditkartendaten sein, so der Spiegel (Nr. 50/2015). „Die Anwender sollten sich nicht nur dafür sensibilisieren, welche Daten sie mit den Apps sammeln. Wichtig ist es auch, den Zusammenhang zu begreifen, welches Gesundheitsbild sich daraus ergibt – man gibt sehr intime Daten von sich preis“, so Norbert Panitz. Dies kann und sollte dann auch zu einem sicheren Umgang mit Daten führen.

Nach der oben erwähnten Studie der Universität von 2015 nutzt ein Drittel Gesundheits-Apps, jeder zweite bereits Fitness-Apps. Aber 78 Prozent der Teilnehmer wünschten sich eine Beratung durch den Arzt, ähnlich wie beim Bedarf an medizinischen Sportchecks im Fitnessstudio.

„Der beratende Arzt, der natürlich auch nicht den gesamten ‚Katalog‘ der zigtausend Apps im Kopf haben kann, muss in der Lage sein, indikationsbezogen notwendige App-Qualitätsmerkmale zu nennen, die eine medizinisch sachgerechte Auswahl ermöglichen. In Sicherheitsfragen können die Ärzte nicht beraten, aber am Ende ist der App-Anwender hoffentlich so weit vorbereitet, dass er mehr auf Datensicherheit achtet“, so Norbert Panitz, der in Berlin als niedergelassener Arzt für Psychosomatische Medizin tätig ist.

Patienten bzw. an präventiven Maßnahmen Interessierte müssen ohne Unterstützung der Kassen diese Leistungen auf Basis einer Absprache mit dem Arzt honorieren, was verunsichern kann. Daher fordert die ÄGGP hier mehr Transparenz in der Leistungserbringung. Die ÄGGP definiert im Bereich der Selbstzahlermedizin „Freie Gesundheitsleistungen (FGL)“, die Qualitätsanforderungen unterliegen. Die FGL-Qualitätsanforderungen sind Richtschnur für den anwendenden Arzt und Hilfestellung für Patienten, die beide jetzt einen Standard in der Beurteilung der Leistungserbringung haben.

Die ÄGGP-Richtschnur zur FGL „Beratung bei der Anwendung von Gesundheits- und Medizin-Apps“, an der sich Patienten bzw. Präventionsinteressierte orientieren können, umfasst folgende Kriterien:

- Allgemein: Die ärztliche Gesundheitsberatung bei Gesundheits-Apps ist keine Kassenleistung; nur vereinzelt werden Medizin-APPs von den Kassen bezahlt. Die Beratung durch den Arzt beruht auf dem körperlichen Status und einer eventuell gesicherten Diagnose. Inwieweit der Arzt dabei auf vorliegende Untersuchungsergebnisse zurückgreifen kann, auf Belastungs-EKG, motorisch-funktionelle Test, Laborbefunde oder diese erst erstellen muss, lässt sich erst in der Beratungssituation erkennen. Die dann erzielten Aussagen sollten schriftlich fixiert sein.
- Indikation: Für Patienten bzw. Interessierte, die sich den Gesundheits- und Medizin-Apps nicht ohne Beratung und Begleitung durch einen Arzt/Ärztin überlassen wollen, sondern personalisierter Medizin den Vorrang geben.
- Risiken bei FGL-Leistungserbringung: in diesem Fall keine
- Alternativen der Gesetzlichen Krankenversicherung: keine
- Kostenrahmen: Eine Standardisierung ist nicht möglich. Abhängig von den notwendigen Untersuchungen kann sich der Kostenrahmen zwischen 30 Euro bis über 200 Euro bemessen (Stand: Herbst 2015).

Zu unterscheiden ist zwischen reinen Fitness-Apps und Applikationen mit rein medizinischer Zweckbestimmung. Beispiele für Letztere sind Nierenfunktionsrechner, Apps für Parkinson- oder Asthma-Patienten. Diese bedürfen eines Genehmigungs- und Zulassungsverfahrens. Selbst diese Apps sind keine Kassenleistung, sondern haben den Status einer Selbstzahlerleistung. Kassenleistung würden sie erst, wenn sie sich bewähren und das Genehmigungsverfahren durchlaufen haben.

Gesundheitsapps (Applikationen für Smartphones oder Tablets) spielen in der Medizin in Zukunft eine zunehmend wichtige Rolle, sei es zur Kostendämpfung, zur besseren medizinischen Diagnostik und Behandlung, zum Erhalt der Gesundheit oder zur Selbstkontrolle. Vereinzelt bieten bereits Krankenversicherungen über Apps Programme zur Stressvermeidung oder gesünderen Ernährung an, verbunden mit einem Punktesystem zum Ansporn bei ehrgeizigen Fitnesszielen. Die Vorabberatung ist hierbei meist ausgeschlossen. Der Patient bzw. derjenige, der präventiv etwas für seine Gesunderhaltung tun möchte, kann sich daher über die Beratung zu Freien Gesundheitsleistung (FGL) Rat von einem Arzt holen.
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Quelle Umfrage Universität Bielefeld
Universität Bielefeld Pressemitteilung: Gesundheit unter Selbstkontrolle
http://ekvv.uni-bielefeld.de/blog/uniaktuell/entry/gesundheit_unter_selbstkontrolle
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